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Der liebe Kindergarten ...

15. September 2014 um 9:06

Hallo liebe Muttis und Papis,
ich würde gerne mal wissen wie bei euch der Kindergartenalltag so aussieht bzw wie so der Austausch zwischen Erziher/innen und Eltern ist?
Bei uns läuft das meiner Einschätzung nach nicht sooo berauschend, aber da ich da noch keine Erfahrung habe lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Zum Problem:

Mein Sohn ist im Mitte letzten Jahres 3 geworden und geht seit er 2 1/2 in den Kindergarten bei uns im Ort. Soweit so gut - ich muss dazu sagen er ist etwas speziell also sehr aktiv und braucht extrem viel Aufmerksamkeit und Zuspruch. Mir war schon vor Eintritt in den KIGa klar das das über kurz oder lang mal zu Problemen führen könnte.

Er geht sehr gerne in den KiGA und hat sich auch sehr schnell eingewöhnt. Im Mai war dann ein Elterngespräch angesetzt - quasi nach der Eingewöhnungszeit - aber ich wurde schon im früher also nach knapp 6 Wochen zur KiGa Leitung gebeten.
Wie erwartet bereitet er den Damen einges an Kopfzerbrechen also er ist laut,folgt meistens nicht,macht was er will, läuft weg und ärgert andere Kinder (wobei er weniger aggressiv ist als einfach rüpelhaft und übermütig). Kurz um man muss sich etwas mehr mit ihm beschäftigen als mit dem Rest der Gruppe.
Mit wurde nahe gelegt eine Erziehungsberatung und einen Kinderpsychologen zu konsultieren. Hab meine volle Unterstützung zugesagt und um Mithilfe gebeten das wir das zusammen in den Griff bekommen.
Nach dem Gespräch saß ich erstmal weinend im Auto und hab mich innerlich über meinen Sohn geärgert und meine Qualitäten als Mutter infrage gestellt.

Termine bekam ich bei der Beratungsstelle und beim Arzt erst im Juni was ich dem KiGa auch mitgeteilt habe.
.............................. ......
Dann kam nix mehr - von dem Tag des Gesprächs bis zu den Terminen keinen Ton vom KiGa das etwas nicht passt.
Ich muss dazu sagen, mit den Damen mal kurz zu Reden und sich auszutauschen grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit weil die Kinder beim Abholen rausgeschickt werden und ich die Erzieherinnen ausschließlich am Boden sitzend antreffe und nach mehrmaligen Versuchen schlicht keine Lust habe ständig quer durch den Raum zu brüllen und die Probleme vor allen anderen Eltern zu besprechen.
War einige Male im Büro der Leiterin die mich ewig hat warten lassen oder ständig vertröstet.

Da drängt sich mir der Gedanke auf - "so schlimm kanns ja dann wohl nicht sein"

Die Beratungsstelle sieht keinen Handlungsbedarf und sieht da eher das Problem beim KiGA, hat sich auch gewundert das man nach 6 Wochen schon zu solchen Maßnahmen rät anstatt erstmal selber pädagogisch einzugreifen.
Die Psychologin meinte er hat zwar Tendenzen zu ADS aber das kann man in dem Alter noch gar nicht sagen und selbst WENN er es diagnostiziert werden würde hiesse das lediglich der KIGa muss sich vllt nicht an der eigenen Nase packen und fragen ob da vllt was schief läuft.Im Alltag hätten sie ja trotzdem dieselben Probleme.

Wir kommen daheim ja auch mit ihm klar.Natürlich ist es manchmal anstrengend aber er is sehr lieb und höflich und kein bösartiger Schläger oder sowas.

Finde es schade das Kinder so schnell inbestimmte Schubladen gesteckt werden

Die Psychologin wollte auch mal telefonisch mit dem KiGa reden aber eine Kontaktaufnahme is wohl bis jetzt nicht zustande gekommen. Ich bin ratlos bzw langsam extrem sauer auf den KIGa.Ich mein da wird Panik gemacht ich renne von einem Untersuchungstermin zum nächsten und seit ich bei der Leitung kurz zwischen Tür und Angel erzählt habe das weder die Erziehungsberatung noch der Arzt ein Problem beim Kind selbst sieht, sind se auch noch pissig.
Die Ärztin meinte beim Abschlussgespräch zu mir,ihr macht es stark den Eindruck als Versuche der KiGa da die Verantwortung von sich zu schieben und hoffen vllt im besten FAll das das Kind mit Medikamten ruhig gestellt wird.

Was macht man in so einer Situation? Ich will ja das mein Sohn eine schöne Zeit im KiGa hat und nicht ständig aneckt.


Sorry für den Aufsatz und die Rechtschreib und Satzzeichenfehler. Hab mich in Rage getippt ^^

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15. September 2014 um 9:08

Korrektur
Nachträgliche Korrektur die Termine beim Arzt waren sogar erst im August

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15. September 2014 um 13:05

Wir sind nicht allein
Hi
Du sprichst mir aus der Seele. Meinen Thread hast du ja schon kommentiert. Exakt das gleiche, mal davon abgesehen, dass wir unseren Termin noch vor uns haben. Aber ich denke, auch da wird genau das selbe rauskommen wie bei euch. Das hat mir grad so viel geholfen. Und zu deinem "Problem" ich würde mir nen Kindergarten suchen, der kompetenter ist und die Kinder nicht zum negativen abstempelt, sobald mal ein wenig mehr Engagement nötig ist, statt nur stumpfen "Aufpassen, dass die Kinder sich nicht umbringen". So scheint es nämlich bei uns auch zu sein und ich denke, dass die Kindergartenzeit eine wichtige Zeit ist.

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15. September 2014 um 14:52
In Antwort auf ivy_12731004

Wir sind nicht allein
Hi
Du sprichst mir aus der Seele. Meinen Thread hast du ja schon kommentiert. Exakt das gleiche, mal davon abgesehen, dass wir unseren Termin noch vor uns haben. Aber ich denke, auch da wird genau das selbe rauskommen wie bei euch. Das hat mir grad so viel geholfen. Und zu deinem "Problem" ich würde mir nen Kindergarten suchen, der kompetenter ist und die Kinder nicht zum negativen abstempelt, sobald mal ein wenig mehr Engagement nötig ist, statt nur stumpfen "Aufpassen, dass die Kinder sich nicht umbringen". So scheint es nämlich bei uns auch zu sein und ich denke, dass die Kindergartenzeit eine wichtige Zeit ist.

Schön das ich dich etwas aufmuntern konnte
Mein Problem is leider das wir hier alle in einer Ortschaft wohnen also meine Eltern und Schwiegereltern.
Meine Schwiegermutti holt den Kleinen vom KIGA wenn ich in der Arbeit bin und die bewegt sich nur im Radlradius weil sie kein Auto hat.
Leider kommt da kein anderer KIGA in Frage.War eh schon Glück einen Platz zu bekommen. Wie gesagt ich seh die Damen (übrigens alle extrem korpulent) nur rumsitzen auch wenn ich mit'm Hund am Kindergarten vorbei gehe und die Kinder sind draußen.Da stehen oder sitzen die Damen in der Ecke und die Kinder wuseln rum.
Schön aber dafür brauch ich keine Erzieherinnen da is ja etz echt nix dabei.


Zu dem Thema mit den Medikamten - das war nicht der exakte Wortlaut der Ärztin - eher das Sie verstärkt bemerkt das Erzieherinnen dazu neigen sofort die Eltern zum Arzt zu schicken um da bestenfalls medikamentös einzuwirken damit man sich ja nicht bemühen muss.und das es bei uns nach eben diesem Fall aussieht.

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15. September 2014 um 18:43

Das hat nix mit lästern zu tun ich hab's nur angemerkt. Ab einer gewissen Körperfülle ist man aber auch einfach nicht mehr so körperlich belastbar und flexibel. Noch dazu is das ein Gesundheitskindergarten aber das is jetzt a andere Geschichte.

Und ja es wurde sehr wohl von der Leitung nebenbei erwähnt das man sowas mit Medikamenten in den Griff bekommen kann.Starke Aussage bei einem unter dreijährigen. Da erwarte ich erstmal das man Erzieherisch entgegenwirkt, mir vllt Tipps gibt was ich Zuhause umsetzen kann um die Situation zu verbessern und nicht gleich zum Äußersten zu raten.

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15. September 2014 um 18:52
In Antwort auf aurora_12318198

Schön das ich dich etwas aufmuntern konnte
Mein Problem is leider das wir hier alle in einer Ortschaft wohnen also meine Eltern und Schwiegereltern.
Meine Schwiegermutti holt den Kleinen vom KIGA wenn ich in der Arbeit bin und die bewegt sich nur im Radlradius weil sie kein Auto hat.
Leider kommt da kein anderer KIGA in Frage.War eh schon Glück einen Platz zu bekommen. Wie gesagt ich seh die Damen (übrigens alle extrem korpulent) nur rumsitzen auch wenn ich mit'm Hund am Kindergarten vorbei gehe und die Kinder sind draußen.Da stehen oder sitzen die Damen in der Ecke und die Kinder wuseln rum.
Schön aber dafür brauch ich keine Erzieherinnen da is ja etz echt nix dabei.


Zu dem Thema mit den Medikamten - das war nicht der exakte Wortlaut der Ärztin - eher das Sie verstärkt bemerkt das Erzieherinnen dazu neigen sofort die Eltern zum Arzt zu schicken um da bestenfalls medikamentös einzuwirken damit man sich ja nicht bemühen muss.und das es bei uns nach eben diesem Fall aussieht.

Same here
Sind unsere Kinder vielleicht im gleichen Kindergarten?
Im Garten läuft das bei uns auch genauso. Korpulent oder nicht ist hier aber egal.
Wenn du den Kindergarten nicht wechseln kannst, fällt mir im Moment leider auch nicht viel mehr ein als abzuwarten, wie sich das nun weiterentwickelt...
Vielleicht in eine andere Gruppe innerhalb des Kindergartens wechseln?
Oder wirklich nochmal auf einen Termin mit der Leitung pochen? Ist halt die Frage, wie die dann mit der Situation umgeht. Die wird wahrscheinlich auch hinter ihren Angestellten stehen?!?
LG

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16. September 2014 um 14:15


Ich erwarte nicht das ich zwischen Tür und Angel stundenlange Gespräche führe aber das man mir einfach regelmäßig ein kurzes Feedback gibt was an diesem und jenem Tag gut oder schlecht gelaufen ist.
Man kann doch nicht zusammenarbeiten wenn keiner mit mir redet?! Ich hab fürs erste mein Soll erfüllt - hab die Termine beim Arzt USW wahrgenommen und auch an meiner Erziehung gearbeitet.Wenn er den Damen im KiGa auf der Nase rumtanzt dann is das wohl über kurz oder lang deren Problem, weil Zuhause läufts.
Zwei Freundinnen von mit Arbeiten auch als Erzieherinnen und nehmen unseren KiGa da bei weitem nicht so in Schutz wie du.

Bin ja froh das das Thema früh angesprochen wurde, trotzdem macht es insgesamt den Eindruck als wäre es das jetzt gewesen.

Fakt ist, jedes Kind das durch Raster fällt und vllt nicht so "normal" ist wie andere Kinder bekommt sofort den Schwarzen Peter zugeschoben.
Früher wars halt a Rotzlöffel,oder einfach ein wildes Kind und die Erzieher waren noch belastbarer denn die meisten haben nicht sofort immer ein Störung oder Krankheit als Vorwand genommen wenn sie dem Kind nicht Herr geworden sind.

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16. September 2014 um 14:19
In Antwort auf ivy_12731004

Same here
Sind unsere Kinder vielleicht im gleichen Kindergarten?
Im Garten läuft das bei uns auch genauso. Korpulent oder nicht ist hier aber egal.
Wenn du den Kindergarten nicht wechseln kannst, fällt mir im Moment leider auch nicht viel mehr ein als abzuwarten, wie sich das nun weiterentwickelt...
Vielleicht in eine andere Gruppe innerhalb des Kindergartens wechseln?
Oder wirklich nochmal auf einen Termin mit der Leitung pochen? Ist halt die Frage, wie die dann mit der Situation umgeht. Die wird wahrscheinlich auch hinter ihren Angestellten stehen?!?
LG

Mei
Eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus
Er mag ja seine Erzieherinnen und die ihn auch denke nicht das ein Wechsel Verbesserung bringen würde.
Werd versuchen die nächsten Tage mal ein Gespräch zu bekomm. Mir tut ja bloß der Kleine Leid weil er so den "Sonderling" Stempel bekommt und das hat er ned verdient

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20. September 2014 um 8:16

Hmm
Hallo Du,

Ich finde es ist die Aufgabe des Kindergartens dir Gesprächstermine in Ruhe anzubieten. Hast du schonmal nachgefragt nach einem Termin?

Ich finde es gut, dass du dich so kümmerst. Du hast deine Aufgaben erfüllt.

Wenn sich dein Sohn sonst wohl fühlt und gerne hingeht, würde ich da gar nicht mehr so viel unternehmen. Du hast alles gemacht....jetzt ist es ihre Aufgabe damit klar zu kommen.

Mach dich nicht verrückt, der Kindergarten macht das wohl auch nicht

Stern

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20. September 2014 um 14:33

Willkommen im Club
Hallo, ich bin über die Diskussion Verhaltensauffällig? hierauf gestoßen.
Leider wird Gruppenkonformität und Autoritätshörigkeit in Betreuungseinrichtungen und Schulen immer noch am größten geschrieben (auch wenn am bunten Plakat an der Wand so etwas wie Du bist toll, so wie du bist prangt aber manche sind dann wohl doch toller . Wahrscheinlich auch in unserer Gesellschaft allgemein. Ich möchte auch nicht auf Erzieherinnen oder Kindergartenpädagoginnen hin hacken, weil ich denke, dass ich am Anfang meiner psychologischen Tätigkeit und vor allem bevor ich selbst ein so lebhaftes Kind hatte, in Ansätzen ähnlich gedacht habe. Da fehlt es meist an ganz viel Erfahrung (die nicht nur in Dienstjahren gemessen werden kann) und fachlicher Weiterbildung und vielleicht auch an zwischenmenschlichem Gespür.
Natürlich gibt es Kinder, die auffälliges Verhalten zeigen, weil sie oder ihre Eltern in irgendeiner Weise Unterstützung brauchen, aber der Trend, jedes unbequeme Kind als verhaltensauffällig zu stigmatisieren und die Verantwortung abschieben zu wollen ist erschreckend.
Die Öffnung der Kindergärten für 2 -Jährige, altersgemischte, große Gruppen, offene Konzepte alles schön und gut, aber gleichzeitig von den Kindern ein sofortiges Funktionieren in der Gruppe zu erwarten, ohne pädagogische Mehrleistung, ist einfach unmöglich.
Verlegenheitsdiagnosen wie AD(H)S, sobald ein Kind aus dem (Zwangs-)Morgenkreis tanzt und die Regale ausräumt, sind genauso fragwürdig. Wie auch der bedauerliche Umstand, dass Kinder die tatsächlich unter Verhaltensproblemen leiden, derart negativ behaftet sind. Oft sind es aber gar nicht die lauten, auffälligen Kinder die besondere Unterstützung brauchen, sondern diejenigen, die ihre Bedürfnisse nicht so lautstark äußern. Aber die sind wenigstens nicht anstrengend, das passt dann schon .
Wichtig ist, den Kindern möglichst ein geschütztes Umfeld außerhalb der Betreuungseinrichtung zu schaffen, innerhalb der Familie, in Sportvereinen, in Spielgruppen, über Hobbies oder über einen anderen Freundeskreis, in welchem die Kinder so akzeptiert werden wie sie sind und ohne negativen Stempel belastet. Dann halten sie ihre besondere Rolle in der Kindergartengruppe meist erstaunlich unbeeindruckt aus (und die Eltern auch) .

Alles Liebe, Cathrin

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5. Oktober 2014 um 18:43

Also
ich finde sie grade kompetent, eben weil sie dem Kind keine Medikamente verschrieben hat.

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18. Oktober 2014 um 11:30

Sorry aber ich muss lachen
Ad(h)s ist sehr "in" heutzutage.
Jedes kind dass sich nicht ne halbe std auf ein und die selbe sache konzentrieren kann hat ads.
So ein schwachsinn! Die ärztin hat recht. Denn z.B ritalin soll das kind, den betroffenen ruhig halten! Das hat nichts mehr mit konzentrationsfördernd zu tun!

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4. November 2014 um 10:15

Welten zwischen pädagogischem Anspruch und Wirklichkeit
Hallo,
dieser Beitrag zeigt eigentlich schön auf, dass oft Welten zwischen moderner Pädagogik und den pädagogischen Ansichten vieler mit der Betreuung von (kleinen) Kindern befassten Personen liegen. Manche sind scheinbar in der Heimpädagogik der 50er Jahre hängen geblieben.

Die Vorstellungen bei der Berufswahl eines pädagogischen Berufes sind oft recht naiv. Arbeit mit Kindern ist auch tatsächlich Arbeit und besteht nicht nur aus Malen, Basteln, Musizieren und dann sollen sich die Kinder schön selbst beschäftigen und regulieren. Kinder sind laut, wild, rebellisch, weinen, lachen, schreien, hauen, beißen, kratzen willkommen in der Realität. Das hat auch nichts mit Verhaltensauffälligkeiten zu tun - hier kann man nur ersuchen, sich auch eine entsprechende fachliche Expertise anzueignen, um solche Einschätzungen überhaupt preiszugeben.
Die Vorurteile und Klischees in deinem Beitrag sind enttäuschend, da der fachlich untermauerte Blickwinkel einer Kinderbetreuerin diese Diskussion tatsächlich hätte bereichern können. Deine ablehnende Haltung gegenüber Kindern und Eltern ist allerdings mehr als erdrückend.

Wenn man nicht zumindest ein Grundverständnis für die Entwicklungsphasen und -aufgaben der Kinder und eine unvoreingenommene Wertschätzung für Kinder und die Zusammenarbeit mit den Eltern empfindet, sollte man einfach einen anderen Beruf ergreifen, da erübrigt sich dann auch die Diskussion.

Darf ich fragen, welche Ausbildung du hast? (obwohl ich mir das eigentlich sparen kann, da du dich nicht selbst angreifbar machen wirst, wenn du nur ein Schulpraktikum in einer Kita gemacht hast).

Liebe Grüße
Cathrin

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11. November 2014 um 9:33

Dafür habe ich auch Verständnis
Hallo, da bin ich ja voll bei dir, dieser Beruf ist extrem anspruchsvoll und fordernd. Und genau deshalb empfinde ich die Ausbildung und die Möglichkeiten für Unterstützung und Supervision im Beruf viel zu schwach. Und leider oft auch die Selbsteinschätzung der Betreuer. Ich habe Verständnis, wenn eine Betreuerin sich an Eltern wendet, weil sie mit bestimmten Umständen oder einem Kind überfordert ist, um gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der es allen gut geht. In der Realität, überspitzt formuliert, trauen sich aber schon 20-Jährige im Ausbildungspraktikum (alltags)psychologische Verhaltensbeurteilungen der Kinder zu, die den irritierten Eltern nur allzu gerne von oben herab präsentiert werden. Es ist für liebevolle Eltern auch nicht gerade beruhigend, ihr (Klein-)Kind in die Verantwortung von Menschen abzugeben, die es eigentlich unmöglich finden! Und warum meist allein von den Eltern erwartet wir, (vermeintliche) Probleme oder Auffälligkeiten die im Kindergarten wahrgenommen werden, abzustellen, obwohl sie dort weder anwesend sind, noch einen Einblick in die Dynamik der Gruppe haben, frage ich mich ohnehin.

Liebe Grüße,
Cathrin

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4. Dezember 2014 um 7:36

Diese vermutung ....
.... der ärztin ist schlichtweg eine frechheit und nichts wieter als üble nachrede.

vielleicht kann ich bißchen licht ins dunkle bringen, auch wenn es bei deinem problem sicher nicht direkt weiterhilft.

kennst du zB den personalschlüssel für erzieher in einer regelgruppe mit 3-6 jährigen? 1,5 erzieher auf 25 kinder. mit diesen 1,5 stellen, sprich, knapp 58 arbeitsstunden pro woche für 25 kinder, muß alles abgedeckt werden. vorbereitungszeit für die gruppe, teambesprechung, elterngespräche, urlaub und krankheitstage der jeweils anderen erzieherin, sonderposten, wie zB extra stunden für die vorschulkinder und ähnliches, ..... glaub mir, da kommt so einiges zusammen, was den wenigsten wirklich bewußt ist.

dazu kommt dann noch, daß immer mehr kinder sonderförderung nötig hätten. zB in ballungsgebiten mit vielen migranten, hast du teilweise mehrere kinder, die kein wort deutsch sprechen, ganz zu schweigen von den dazu gehörenden eltern, in sozial schwächer gestellten gegenden, hast du meist mehr als nur ein kind, welches entwicklungstechnisch hinterher hinkt, .....

viele kinder kommen in die kita und wissen weder, wie man eine jacke anzieht, noch was tischmanieren sind, soziales verhalten ist meist leider auch eher wneig vorhanden, was nun nicht alleine nicht hgegenseitiges schlagen oder treten bedeutet, sondern zB auch die hilfsbereitschaft kleineren gegenüber, ....

das arbeitspensum ist alleine in den letzten jahren enorm gestiegen. sowohl, was den bedarf der kinder betrifft, bzw die zeit, die jedes einzelne bräuchte, als auch, was eltern, regierung, ... verlangt.

im grunde ist das ganze nicht mehr zu leisten. dem beruf kann man eventuell noch in ruhigen gegenden irgendwo ländlich, einigermaßen nach kommen, ansonsten ist es eher reine verwahrung.

ich hab genau aus diesem grund meinen beruf an den nagel gehängt und das obwohl ich ihn gerne gemacht habe, bzw gerne mit kindern arbeite, bis heute.

aber es ist einfach nicht möglich.

und das zu guter letzt dann sogar noch für einen gehalt, der den beruf eher zur berufung werden läßt und eine 5 jährige ausbildung, die man sich selbst finanzieren muß, weil man nur im 5. jahr einen geringen gehalt als praktikant erhält.

dazu kommen dann noch jede menge älterer kollegen, die eine ausbildung, wie sie heute von erziehern gemacht wird, niemals genossen haben. sie sind einfach hineingewachsen oder haben es sich selbst beigebracht. wie geht man zB plötzlich mit migrationskindern um, die kein wort deutsch sprechen? wie mit den eltern? wie mit anders gläubigen? wie läuft ein elterngespräch, bei dem das kind als dolmetscher dabei sitzt? was ist ADS? usw. usf.

in vielen fällen, ist man einfach auf die hilfe der eltern angewiesen, eben weil es einfach nicht mehr geht, weil das ende der fahnenstange schon vor jahren erreicht wurde.

das alles soll dir jetzt kein schlechtes gewissen machen, aber dir eventuell ein anderes bild auf diesen beruf ermöglichen.

natürlich haben die erzieherinnen dich darum gebeten, dich darum zu kümmern, eventuell, weil sie es einfach nicht mehr leisten können und sie nicht wollen, daß dein kind ungesagt untern tisch fällt. genau das passiert leider häufig, wenn sich eltern nicht kümmern, obwohl die erzieher etwas angeregt haben.

eine erleichterung wäre eine diagnose für deinen sohn alleine schon deswegen für die erzieher, weil dadurch die gruppenstärke sinkt. ein integrationskind setzte zumindest vor 10 jahren die maximale gruppenstärke von 25 auf 20 kinder, bei gleicher erzieheranzahl herab und schaffte zusätzlich einige stunden für eine integrationskraft für diese gruppe.

das ganze hat also eher nichts mit der verabreichung von ritalin oder dessen herbei sehnen zu tun, auch wenn es eventuell solche fälle geben mag, sondern viel mehr damit, daß es einfach nicht mehr geht.

ach ja, real betrachtet sahen knapp 58 stunden folgendermaßen aus. meine kollegin hatte eine arbeitszeit von 9-12 uhr. in diese zeit wurden elterngespräche gelegt, was in etwa 0.5 - 1 eines pro woche war. in diese zeit viel das turnen, was eine stunde betraf, die vorschul vorberietung, was wöchentlich eine stunde betrug, und wenn sie im urlaub war oder krank, dann hatte ich nur für genau diese zeiten eine kollegin aus einer anderen gruppe zur verfügung. nun darfst du dir gerne ausrechnen, wie man es dabei noch anstellt überhaupt auf toilette zu gehen, gecshweige denn eine mittagspause zu machen. und wer mal 2-3 stunden alleine mit 25 3-6 jährigen verbracht hat, der weiß, was das heißt. da bleibt kaum eine minute, gecshweige denn irgendetwas für sonderförderung. das ist am ende reine aufbewahrung, damit die kinder beim abholen hoffentlich noch genauso heile sind, wie beim bringen in der früh.

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4. Dezember 2014 um 11:33

Mangelnde Kompetenzen?!
Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen, aber die Pädagogik im Kindergarten scheint mir nicht gerade professionell oder gut geschult. Gerade ADHS ist ja heute keine Seltenheit mehr und jeder KIGA sollte damit umgehen können. Medikamente in dem Alter sind ein absolutes NO GO! Und schon gar nicht mal eben nur auf Verdacht....
Gibt es die Möglichkeit, dass dein Sohn einen anderen KIGA besuchen kann? Vielleicht einen mit kleineren Gruppen, wo die Erzieher mehr Zeit für individuelle Bedürfnisse eines jeden Kindes aufbringen können? Private KIGAs haben meistens ein sehr gutes Angebot und sehr gut geschultes Personal, meiner Erfahrung nach. Vielleicht kommt diese Option ja in Frage für euch?
Unser dreijähriger Sohn geht in einen bilingualen Kindergarten und die Erzieher/innen sind wirklich sehr engagiert! Jedes Kind hat sozusagen ein Tagebuch, in dem eingetragen wird, was heute gemacht wurde oder Auffälligkeiten eingetragen werden können. Einmal im Monat wird ein Treffen angeboten, aber sollte zwischendurch etwas sein, haben sie auch stets ein offenes Ohr.
Liebe Grüße

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