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Das Wohl des Kindes im Umgangsrecht

24. Juni 2012 um 13:35

Liebe Eltern,
ich hätte gerne Eure Meinung zu diesem Thema. Ich werde weiter im Text, meinen Sachverhalt bzw. meine Bedenken offenlegen und bitte um Kommentare von Müttern oder Vätern die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Noch lieber ev. die Meinung deren Kinder, falls diese schon alt genug sind um eine solche zu äußern. Weiters möchte ich drum bitten sachlich zu bleiben und keinen der TeilnehmerInnen der Boshaftigkeit, Egoismus oder Ähnlichem zu bezichtigen.

Ich bin Mutter eines 2jährigen Mädchens. Sie ist ein glückliches, liebes Kind. Ich habe nicht den Eindruck, dass ihr irgendetwas fehlt. Die Trennung von ihrem Vater erfolgte vor ihrer Geburt. Daher hat sie ihn nie richtig kennegelernt. Nun steh ich vor der Entscheidung was für mein Kind gut sei.

Um vorab die "klassischen" Kommentare, die auf meinen Egoismus abzielen aus dem Weg zu räumen,... Es gab Probleme und Differenzen (unüberbrückbare) zwischen uns Eltern, doch ich lasse meine eigenen Emotionen außen vor. Und möchte hier sachlich und gelassen die Pros und Contras der Thematik diskutieren.

Nach ihrer Geburt bzw. einem Streit der im Krankenhaus entfachte, äußerte er die Meinung die Kleine gar nicht zu sehen. Mit der Begründung, er müsse ja nicht.

Das nächste Mal als er sie sah, war seine Mutter bzw. deren Besuch der Grund für das nochmalige Wiedersehen. Im Zuge dieser Gelegnheit bekam er wieder die Möglichkeit das Kind regelmäßig zu besuchen. Was ungefähr drei Mal gut ging und danach haben wir ihn über ein Jahr lang nicht gesehen. In dieser Phase hat es mich sehr erschüttert, dass er das Kind als ... bezeichnete, weil sie nicht bei ihm am Arm bleiben wollte.( Sie kannte ihn ja nicht!)

Als sie dann 1,5 Jahre alt war, kam sein Bruder zu Besuch und er nahm wieder Kontakt auf. Auch diesmal hab ich es zugelassen. Wieder kamen wir zu einer Übereinkunft wie und wann er sie sehen kann. Das waren keine fixen Zeiten, das sollte nach seinen und meinen Möglichkeiten kurzfristig vereinbart werden. Über einen Zeitrum von ca 2 Monaten, habe ich ein Protokoll geführt, ob er gekommen sei wie vereinbart, wie lang er blieb und wie der Besuch generell abgelaufen sei. Kurzgesagt: das Protokoll wirft ergibt ein schlechtes Bild. Teilweise waren Fußballspiele bzw. deren Übertragung wichtiger, das Kiffen, bzw. das fehlende Auto (wir haben in Wien sehr gute öffentliche Anbindungen)
Als Grund für den Kontaktabbruch, nennt er unsere Diskussion darüber wann ein Kind Eier(zu Ostern) bemalen soll. Da meine Nichte und mein Schwager auf Grund seiner Arbeitszeiten, nicht eher als am Ostersonntag dazugekommen sind. Seit Ostern hat er sich nicht gemeldet oder erkundigt wie es ihr geht.

An meiner Tochter merke ich wenn das Wort "Papa" "fällt, allerdings einen Stimmungseinbruch. Von lustig und heiter auf ruhiger und leiser. Sie ist noch zu klein um mir mitzuteilen was sie empfindet. Daher ist es meine Aufgabe das Beste für sie zu tun.

Nun, mein Ex-Partner ist jemand der unfähig ist ihr Liebe zu schenken. Sein Verhalten wirkt sehr kühl und irgendwie distanziert. Bzw. gar erzwungen.

Aus psychologischer Sicht, könnte die mangelnde Liebe väterlicherseits dazuführen, dass sie Minderwertigkeitskomplexe entwickelt. Diese fehlende Liebe ist aber ein gleichbleibender Faktor unabhägig davon ob sie Kontakt haben oder nicht.

Jetzt stellt sich für mich die Frage, ob ich mein Kind immer wieder einer Situation aussetzten soll, wo sie mangelnde Liebe erfährt. Sprich diese Wunden immer wieder aufgerissen werden, wenn er wieder "Zeit und Lust" hat sie zu besuchen.
Wie lang man sein Kind anlügen soll/darf, warum der Papa nicht kommt?
Was ist schlimmer ein schlechter Vater oder gar keiner?

Vorab danke

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2. Juli 2012 um 12:48

Ehrlich?!
dann lieber keinen!!!!
Ich bin auch ohne Vater aufgewachsen. Mir fehlte nix.

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4. Juli 2012 um 10:31

Danke
...hat mir weitergeholfen.

MfG

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4. Juli 2012 um 23:52

Ich möchte
dir gerne Antworten. Aus der Sicht von jemanden der ohne Vater aufgewachsen ist.

Du hast es dir eigentlich schon beantwortet.

"Diese fehlende Liebe ist aber ein gleichbleibender Faktor unabhägig davon ob sie Kontakt haben oder nicht."

Genau so ist es. Ich war 5 als meine eltern sich endgültig scheiden lassen haben, so ca. 2 Jahre vorher hatte mein Vater sich schon distanziert...daher habe ich auch keine Erinnerung daran. Meine Mutter hat uns unseren Vater nie vorenthalten, im Gegendteil immer von ihm gesprochen und über meinen späteren Halbgeschwistern. Obwohl er meine Mutter ziemlich mies behandelt hat, sie mit 2 Kleinen Kindern zurückgelassen hat, ohne jegliche Unetrhaltzahlung, sie noch ihre Ausbildung fertig gemacht hat,hat sie nie ein böses Wort über ihn verloren.
Als ich ca.11 war wollte er Kontakt wieder zu uns haben, ich wollte das nicht habe ihn gehasst damals. Jedenfalls hat meine Mutter uns gezwungen ihn zu besuchen und wenn wir schlecht über ihn gesprochen haben, haben wir auch Ärger bekommen. Diese gezwungenen Besuche waren für mich der Horror, ich wollte das nicht...musste mich aber damit abfinden und hab gute miene zum bösen spiel. Aber so konnte ich mein Bild über meinen Vater selbst machen, da meine Mutter so neutral war.
Ich bin so stolz auf meine Mutter, wie sie das alles geschafft hat und woher sie diese Stärke nahm. Deshalb kann ich meiner Mutter in dieser Sache nix vorwerfen, mein Vater ist halt so wie er ist...bin jetzt erwachsen und muss damit selber klarkommen.
Aber wenn du deine Kinder deinen Vater vorenthälst und die sich nie selbst ein Bild machen konnten, kann das irgendwann auf dich zurück fallen. Denn Menschen können sich ändern, (mein Vater z.B.: bereut mittlerweile alles und sagt es auch immer wieder.) Deine Kinder könnten später sagen, mein Vater ist doch voll nett usw. (falls er sich ändern sollte) und wenn nicht haben deine Kinder die Entscheidung selbst getroffen.

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5. Juli 2012 um 21:40
In Antwort auf skyeeee

Ich möchte
dir gerne Antworten. Aus der Sicht von jemanden der ohne Vater aufgewachsen ist.

Du hast es dir eigentlich schon beantwortet.

"Diese fehlende Liebe ist aber ein gleichbleibender Faktor unabhägig davon ob sie Kontakt haben oder nicht."

Genau so ist es. Ich war 5 als meine eltern sich endgültig scheiden lassen haben, so ca. 2 Jahre vorher hatte mein Vater sich schon distanziert...daher habe ich auch keine Erinnerung daran. Meine Mutter hat uns unseren Vater nie vorenthalten, im Gegendteil immer von ihm gesprochen und über meinen späteren Halbgeschwistern. Obwohl er meine Mutter ziemlich mies behandelt hat, sie mit 2 Kleinen Kindern zurückgelassen hat, ohne jegliche Unetrhaltzahlung, sie noch ihre Ausbildung fertig gemacht hat,hat sie nie ein böses Wort über ihn verloren.
Als ich ca.11 war wollte er Kontakt wieder zu uns haben, ich wollte das nicht habe ihn gehasst damals. Jedenfalls hat meine Mutter uns gezwungen ihn zu besuchen und wenn wir schlecht über ihn gesprochen haben, haben wir auch Ärger bekommen. Diese gezwungenen Besuche waren für mich der Horror, ich wollte das nicht...musste mich aber damit abfinden und hab gute miene zum bösen spiel. Aber so konnte ich mein Bild über meinen Vater selbst machen, da meine Mutter so neutral war.
Ich bin so stolz auf meine Mutter, wie sie das alles geschafft hat und woher sie diese Stärke nahm. Deshalb kann ich meiner Mutter in dieser Sache nix vorwerfen, mein Vater ist halt so wie er ist...bin jetzt erwachsen und muss damit selber klarkommen.
Aber wenn du deine Kinder deinen Vater vorenthälst und die sich nie selbst ein Bild machen konnten, kann das irgendwann auf dich zurück fallen. Denn Menschen können sich ändern, (mein Vater z.B.: bereut mittlerweile alles und sagt es auch immer wieder.) Deine Kinder könnten später sagen, mein Vater ist doch voll nett usw. (falls er sich ändern sollte) und wenn nicht haben deine Kinder die Entscheidung selbst getroffen.

Welche Rolle spielt das Alter dabei?
Danke, dass du deine Erfahrung mit mir teilst. Hätte allerdings noch eine Frage oder zwei,...wenn du erlaubst...

Würdest du sagen, dass die Zeit bzw. in dem Fall das Alter des Kindes (mit)entscheidend ist, wie sich die Situation, Beziehung zum Vater auf das Kind auswirkt? Wie wichtig ist es, dass das Kind die Reife besitzt zu verstehen was, weshalb passiert?

Danke

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5. Juli 2012 um 22:17
In Antwort auf neirin_12173728

Welche Rolle spielt das Alter dabei?
Danke, dass du deine Erfahrung mit mir teilst. Hätte allerdings noch eine Frage oder zwei,...wenn du erlaubst...

Würdest du sagen, dass die Zeit bzw. in dem Fall das Alter des Kindes (mit)entscheidend ist, wie sich die Situation, Beziehung zum Vater auf das Kind auswirkt? Wie wichtig ist es, dass das Kind die Reife besitzt zu verstehen was, weshalb passiert?

Danke

Mhhh
schwer zu sagen, da ich das glück hatte, dass meine eltern sich früh scheiden ließen bzw eine Zeit lang kein kontakt bestand. Ich glaube wenn ich älter gewesen wäre, hätte ich mehr negative auswirkungen als es so schon ist.

Nochmal zu den Besuchen: Meine Mutter hat nie gesagt, "so jetzt ist es zeit euren vater zu besuchen" sondern wenn er sich gemeldet hatte, mussten wir dann auch hingehen. Deswegen würde ich dir raten es nicht zu erzwingen dass er sich bei seinem Kind meldet. Entweder tut er es von selber oder nicht.

Als ich im teenager alter war wollte ich natürlich auch wissen, wieso, weshalb das alles so gekommen ist. Damals hatte ich aber nie wirklich eine Antwort erhalten. Eher von meinen Tanten usw. die waren da nicht so neutral.
Meine Mutter ist auch eine Person die sich nie beschwert hat obwohl sie so ein hartes leben hatte.

Ich würde dir raten deinem kind vlt erst dann zu erzählen, wenn es selber nachfragt...aber auch nicht bis ins detail. Wenn man erwachsen ist, ist das natürlich was anderes.

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