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Das Gefühl von ...

18. Juli 2012 um 20:06

Hallo meine Vorgeschichte für euch kurz gefasst:
Mutter hat uns (Bruder und Ich) verlassen als wir noch klein waren, ich war grad mal 4 und mein Bruder 1 Jahr alt.
Wir kamen als Pflegekinder bei unseren Großeltern unter.
Unsere Gro?eltern waren zwar nett zu uns,aber wir durften nie laut sein und auch keine Freunde mit nach Hause nehmen,auch sonst hatten sie nie viel Zeit für uns. Mein Vater durfte uns einmal die Woche besuchen bis er irgendwann zu uns zog. Er war nie da nur Sonntags hatte er Zeit,angeblich hat er immer gearbeitet,aber das glaub ich jetzt nicht mehr.
Ich denke mal dass er noch Frauen hatte.Aber wenn er Sonntags bei uns war hat er sich rührend um uns gekümmert,auch sonst hat er uns immer Taschengeld gegeben,neue Klamotten,Schulsachen,Spielzeu ge,wir hatten wirklich so alles. Meine Mutter sahen wir alle paar Jahre mal, bis sie abgeschoben wurde (wegen Drogenmissbrauch,Drogenhandel, Schmuggel,etc.). Sie verbrachte davor mehrere Jahre im Gefängnis (Deutschland und Ausland).
Ich hatte als Kind schon immer das Gefühl,dass es meine Schuld ist dass meine Mutter so psychische Probleme hat,und ich auch Schuld dran bin dass sie immer wieder abgehauen ist. Klar,ihre Eltern waren auch Schuld. ( Wurde in der Kindheit geschlagen und durfte nichts. )
Es passierten noch so einige Dinge bis ich realisiert habe,dass meine Mutter eine labile Person mit starken Problemen ist. Sie sah nie ihre Fehler ein und tut es immer noch nicht. Sie sieht sich immer in der Opferrolle.
Dass sie uns verlassen hat ist nicht ihre Schuld sondern von meinem Vater,aber wenn man sie fragt wieso was hat er gemacht,kam die Antwort er ist ein zu netter Mensch,eher wie ein Kumpel. Ich habe ihn nie geliebt,aber er mich. Ist das ein Problem? Konnte man das nicht anders klaeren ?
Als ich 16 war liessen sie sich scheiden und mittlerweile sind beide verheiratet und haben jeweils zwei Kinder.
Meine Mutter kümmert sich aufopfernd um die Kinder. Mein Vater seine neue Frau und ich hatten oft so unsere Probleme,aber meinem Vater zuliebe besuche ich sie selten und wenn dann nur an Geburtstage und bin nett zu ihr,er soll glücklich sein,aber wenn ich so sehe wie die Kleinen es gut haben,Papa immer da,alles laeuft geregelt,dann hab ich Herzstiche,ich denke mir oft: Wieso hat es nicht mit uns funktioniert ?
Ich bin eine sehr eifersüchtige Person und in vieler Hinsicht kalt, ich habe Angst vor Beziehungen,am liebsten würde ich eine haben,aber ich denke mir er wird dich eh verlassen. Kinder wollte ich früher auch haben,aber jetzt möchte ich ebenfalls keine, was alles in dieser Welt passiert,ein Verlust würde ich nicht ertragen. Ich hasse Hochzeiten, kriege Panik davor und wenn ein Mann mir zu nah kommt ergreife ich die Flucht. Ich mag es auch nicht wenn jemand mir Komplimente macht oder mich umarmen will,dass kann ich nicht leiden. Viele Maenner meinten auch ich sei zu emotionlos und zu kalt.. aber das ist mir egal ich halte mich von allen fern was mir wehtun könnte.
Ich hab immer das Gefühl ich bin nicht gut genug.
Die Menschen in meinem Leben sind mir wichtig und die Vorstellung sie zu verlieren oder dass sie mich verlassen tut mir weh. Ich traeume oft davon,dass ich alleine bin und ich verlassen werde. Ich weiss dass ich Bindungsaengste habe ..aber ich muss es ja aendern,sonst ende ich wirklich irgendwann alleine.

Freue mich über Antworten und Ratschlaege...

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18. Juli 2012 um 23:21

Hallo,
deine Gefühle und Probleme sind ganz leicht nachzuvollziehen - ich glaube das würde jedem so gehen, der soetwas erlebt hat.

Besonders deine Eifersucht und Angst vor Nähe / Verlust kann ich sehr gut verstehen!

Ich kann dir nur raten: such dir professionelle Hilfe! Eine Gesprächstherapie z.B. könnte ein guter Anfang sein. Das ist nichts Schlimmes, das dir peinlich sein müsste, sehr viele Menschen müssen die Hilfe von anderen beanspruchen um mit ihrem Leben wieder halbwegs klarzukommen. Deshalb gibt es diese Berufssparte ja!

Die Krankenkasse kommt für diese Art von Beratung auf, wenn du eine Überweisung von einem ganz normalen Hausarzt bringst. Die ersten ein oder zwei Gespräche sind auch immer "auf Probe", denn du sollst ein wirklich gutes Gefühl haben, mit deinem Therapeuten. Man mag sich ja nicht jedem anvertrauen, irgendwie muss die Chemie stimmen.

Also, schieb das nicht lange vor dir her, es wird dir sicherlich gut tun. Alleine die Bereitschaft, das alles hier aufzuschreiben zeigt ja, dass du gut darüber reden kannst und auch eigentlich selber schon weißt, was alles schief gelaufen ist in deiner Kindheit. Jetzt brauchst du nur noch jemanden, der dir einen Weg heraus zeigt; der dir neue Perspektiven schafft, dir Mut macht!

Viel Glück!

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