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Bruder rauswerfen

19. April um 12:03 Letzte Antwort: 20. April um 22:44

Hi, mein Name ist Frank(29), und ich habe viele Probleme mit meinem Bruder(28)
Die ganze Geschichte fängt damit an, dass unsere Eltern drogensüchtig waren und meine Mutter Selbstmord begann als ich 9 Jahre alt war. Mein Vater starb als ich 14 war, zu diesem Zeitpunkt waren wir schon 5 Jahre bei Pflegeeltern. Wir waren nie zusammen bei Pflegeeltern da ich als schwer erziehbar eingestuft wurde aber nie ins Heim kam(dank meinen Großeltern). Ich lebte 5 Jahre in einer Langzeitpflegefamile die an sich ganz nett waren, bin aber mit 16 Jahren zu meinen Großeltern gezogen, da die Pflegemutter mich mehr als Sklaven behandelt hat und mir immer gesagt wurde, ich soll meine Träume nicht verfolgen weil ich diese sowie so nicht erreichen kann. Mein Bruder war bis zum 14 Lebensjahr in einer schlechten langzeitfamilie mit mehreren Kindern und die Pflegeeltern waren Alkoholiker danach kam er bis zur Volljährigkeit auf ein Internat. Er hat schon früh Kontakt zu Drogen gehabt und hat mich mit 17 mit reingezogen. Wir hatten nie einen Platz in dieser Welt und dank meines ADHS/Autismus habe ich mitlerweile komplett den Anschluss an die Gesellschaft verloren. Mit 22 ist er zus gebrochen und mit Schizophrenie diagnostiziert worden. Er hat immer alle Drogen genommen die er bekommen hat, ich war nur am kiffen. Mit 24 Jahren habe ich meine Verlobung aufgelöst (zu viel Verantwortung oder Angst) und bin seid dem stark depressiv. Bis zu meinem 26 habe ich jeden Tag gekifft wie ein blöder. Um diese Kreislauf zu entkommen bin ich zu meinem Bruder nach Münster gezogen und wir teilen uns seid 3 Jahren eine Wohnung. Ich hatte es geschaft, meinen drogenkonsum auf einmal im Monat oder weniger zu beschränken. Ich hatte nie Probleme mit Alkohol oder anderen Drogen. Vor 1 Jahr habe ich angefangen den Grund zu suchen wieso ich anders bin und mir viel ein, das ich mit 14 Jahren Ritalin bekam. Meine Pflegemutter hat damals die Medikation einfach eingestellt als mein Arzt umgezogen ist. Nun wurde wieder festgestellt das ich ADHS habe aber auch starke Züge von Autismus. Das Ritalin hilft mir sehr klarzukommen. Ich habe noch nie ein Erfolgsmoment im Leben gehabt egal wie sehr ich mich angestrengt habe. Meine zweite Ausbildung (ich war 23) habe ich verloren weil ich mich nie konzentrieren konnte und egal wie viel Mühe ich mir gab, ich immer was vergaß oder Fehler machte. Das endete in einem Nervenzusammenbruch und war der Anfang meiner Depressionen. 
Wir hatten nie die richtigen Freunde oder haben sie verloren da diese Gesellschaftsschicht nichts mit uns zu tun haben wollte.

Nun das Problem: Mein Bruder lebt in den Tag, nimmt alle möglichen Drogen und seine Tabletten. Er hörte für 2 Jahre auf zu kiffen, was mir bei meinem Entzug sehr half, konsumieren aber umsomehr Amphetamine. Ich musste ihn einmal ins Krankenhaus bringen wo er dann nachts raus geflohen ist. Wenn er nach einer Konsum seine Tabletten nimmt, hört es schimmer an als würde er sterben und sein Körper macht dann mega faxen. Kreislaufzusammenbruch und Verwirrtheit. Er macht auch immer Partys und wir haben eigentlich nur Stress mit dem Vermieter. Er gibt sein harz 4 innerhalb einer Woche aus und lebt dann von mir und meinen Großeltern. Jetzt wo er wieder kifft, zieht er mich wieder mit runter was ich aber nicht will. Ich musste in den 3 Jahren wo wir zus leben ihn ca. 2500€ leihen die ich nie wiedersehen werde, auch weil er sagt das das alles nicht stimmt. Er lässt sich von niemanden mehr was sagen, weil alle nur auf ihn rumhacken. Er hatte nie einen Job. Ich bekam die Aufgabe auf ihn aufzupassen und habe dafür zwei Traumjobs vorbei ziehen lassen. Ich habe keine Ausbildung aber ich hätte einen tollen Programmierjob bekommen. Leider war dieser in einer anderen Stadt und mein Bruder wollte nicht mit weswegen ich es sein lassen hab. Ich hab nun nen Fest vertrag im Callcenter, nix tolles aber wenigstens gehe ich regelmäßig arbeiten und würde auch schon befördert. 
Nun kam der Vermieter an und meinte er würde uns wegen dem Lärm und den Rückständen der Mieter (mein Bruder zählte nicht und ich wusste das nicht) rauswerfen wenn es keine Besserung gibt. In der Coronazeit, wo ich Copd habe und von der Arbeit freigestellt wurde, bringt er Junkies und Obdachlose mit nachhause. Er versteht nicht das ich daran sterben kann. Ich glaube er kann das wegen seiner Krankheit nicht verarbeiten. 
Ich habe nun genug von Ihm und würde ihn am liebsten rauswerfen. Ich bin der blöde der die komplette Einrichtung bezahlen durfte, er macht es im Drogenwahn kaputt und tut so als wäre es normal. Er denkt immer das alle ihn alles freiwillig zu geben haben. Ich habe sein Verhalten beobachtet und es rutscht immer mehr in Richtung Depressionen oder anders ab. Bin kein Arzt. Ist es falsch, ihn zu bitten zu gehen? Ich wollte ihn vorschlagen das er eine neue Therapie im Betreutenwohnen anfängt. Er kann sich nicht um sich selbst kümmern, sieht es aber nicht. Ich weiß das man Drogensüchtigen helfen muss und nicht aufgeben soll, da dies das Problem nur verschlimmert. Ich bin auch nicht frei von Sünden, aber ich kann mich bessern ich habe den Willen dazu, ich habe auch schon den Kontakt zu dieser Art Menschen abgebrochen, und bin aktuell völlig alleine, da vernünftige Menschen nix mit mir zu tun haben wollen wegen ADHS/Autismus. (ich bin nicht einsam und weil ich mich in den Naturwissenschaften selber gebildet habe, bin ich auf den Stand eines Bachelor Abschluss. Kein Witz, ich konnte nen Chemiker immer sehr gut weiterhelfen in seiner Facharbeiten oder Biologen,Programmiere etc. finde nur halt keinen Freunde.) Das kann ich ertragen, aber ich werde es nicht ertragen können wenn ich meinen Bruder tot auffinden oder unser aktuelles Leben. Er wird nicht freiwillig gehen und Streit und Drohungen machen alles noch schlimmer. Wie kann ich ihn erreichen? 

Meine Großeltern sagen jetzt auch das ich ihn gehen lassen soll und alle meine Ex Freundinnen auch, da er mich nur runterzieht. 

Ich möchte die Wohnung auch nicht verlieren weil ich bisher 13 Wohnungen hatte und mich das erste Mal zuhause fühle. 

Entschuldigung für den langen Text, aber ich habe niemanden sonst zum Reden. 

 

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20. April um 22:44

Hallo Chary,
da hast du ja schon ganz schön was mitgemacht in deinem Leben. Ich bewundere, wie du nach einer so schweren Kindheit und Jugend kämpfst um ein halbwegs normales Leben führen zu können.
Ich denke, dass du in Bezug auf deinen Bruder recht hast: sein Umgang tut dir nicht gut, es wäre für dich sicherlich besser wenn du Abstand hättest und dein eigenes Leben leben könntest. Andererseits bist du für deinen Bruder wahrscheinlich der wichtigste Mensch überhaupt. Vielleicht könnt ihr gemeinsam einen Kompromiss finden, beispielsweise: dein Bruder geht zum nächstmöglichen Zeitpunkt in eine  Entziehungstherapie bzw. betreutes wohnen. Wenn er das erfolgreich meistert und, sagen wir, ein halbes Jahr drogenfrei ist, hilfst du ihm eine neue Wohnung zu finden und vielleicht auch eine Ausbildung. Nochmal mit ihm zusammenzuleben würde ich dir nicht empfehlen, konzentriere dich mehr auf deine Wünsche und Träume. Alles Gute
 

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