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Bitte um Eure Meinung, dominante Mutter

24. Mai um 15:40 Letzte Antwort: 26. Mai um 9:42

Hallo, ich bräuchte mal Euren Rat.

Vor ca. 20 Jahren habe ich (m/40) meine erste große Liebe kennengelernt und wir hatten anfangs eine sehr intensive und schöne Beziehung. Sie ist ein wundervoller, toller, guter Mensch und eine hübsche Frau. Nach außen wirkt sie selbstbewußt und in gewissen Bereichen ist sie es auch. Niemand würde denken, dass sie "Dinge mit sich rumschleppt". Aber ich merkte damals, dass in ihrer Familie ein "komisches, bedrückendes Klima" herrschte. Mehr und mehr wurde mir klar, dass ihre Mutter versuchte alle zu beherrschen, alles zu kontrollieren, alles zu bewerten, alles zu steuern. Das hat sie damals auch bei mir probiert. Mit dem Resultat, dass ich ihr (junger Mann vs. erfahrene, intelligente Frau) deutlich Ihre Grenzen gezeigt habe und meiner Freundin gesagt habe, was da eigentlich bei ihr abgeht. Ich habe ihr geraten, dass sie sich dagegen wehren soll und ihr gesagt, dass ihre Mutter "nicht normal ist" und irgendwann ganz sicher in Therapie landet. (sry ich war jung)

Damit habe ich mich bei ihrer Mutter nicht beliebt gemacht, ich war eine Bedrohung für sie. Ich musste sie wieder "siezen" und unsere Beziehung wurde nicht mehr befürwortet. Bei jedem kleinen Problem kam das übliche "war doch klar, hab ich doch vorher gewusst, habe ich dir doch gesagt"... Wir merkten, dass viele Probleme meiner Freundin auf ihre Mutter, ihre Kindheit zurückzuführen sind. Wenig Selbstbewusstsein, sich nicht entscheiden können, innere Unruhe, Nervösität, Angstzustände, was sollen die Leute denken, Angst der Mutter zu sagen was SIE will, Angst sich zu 100% einzulassen (ihr Vater hat sich umgebracht, die Mutter hatte immer wechselnde Partner). Alles Dinge unter denen unser Beziehung litt.

Wir haben intensiv darüber gesprochen und ich hatte die Hoffnung, dass sie es versteht und ändert. Verstanden hat sie es, nur leider war sie dem Druck auf Dauer nicht gewachsen und hat sich immer wieder gefügt. Nachdem wir uns noch eine Weile heimlich traffen, endete unsere Liebe damals abrupt. Ich brach irgendwann aus, brach ihr das Herz, ich lernte eine andere Frau kennen und dachte, dass Thema ist erledigt...

Nun sitze ich hier, 20 Jahre später und die Geschichte hat sich gerade wiederholt. Wir haben uns vor Jahren durch Zufall getroffen. Es war als wären wir nie getrennt gewesen, wir hatten sofort ein super Verhältnis, konnten stunden, tage- nächtelang über Gott und die Welt reden. Nach und nach stellte sich heraus, wie Ihr Leben ablief, immer wieder gescheiterte Beziehungen, immer wieder die selben Muster und am Ende - für mich als Ursache klar ersichtlich - die selben Probleme wie vor 20 Jahren. Nur noch schlimmer. Sie war aber an einem Punkt, an dem sie für sich bereits beschloßen hatte, das es sich JETZT ändern muss. Eigentlich mehr für ihr Kind, sie hat einen Sohn. Und er zeigt viele Anzeichen, dass sich diese Dinge bis zu ihm durchgezogen haben. Beispiel: Fussballtraining abbrechen, weil ihn der Trainer kritisiert, kein Selbstbewußtsein, extreme Ängste, nicht verlieren können, extrem hyperaktiv - wenn er nicht zockt...

Ohne zu ahnen was auf mich zukommt, habe ich mich neu verliebt. Sie ist mit dem Jungen zu mir gezogen und ich hab gedacht, wir beide (oder zumindest ich) sind so stark, wir schaffen das. Vor einigen Wochen ist sie ausgezogen, vorübergehend erstmal in die Whg. von Ihrem Ex (dem Vater, dem ursprünglichen Zuhause des Jungen), ihr Ex wohnt jetzt bei seiner neuen Freundin, ihre Mom nebenan...

Ich sage nicht, dass Ihre Mutter an allem schuld ist, ich sage auch nicht, dass ich fehlerfrei war/bin. Und ich weiß, dass Ihre Mutter nicht "bewußt" böse ist. Aber als ich gestern die Aussage hörte, dass sich meine Ex-Freundin (40 Jahre alt!) aktuell nur schwer mit mir treffen kann, weil Ihre Mutter sagte: "wenn das jetzt mit ihm nochmal passiert, bin ich raus" kam mir echt alles hoch.

Würde sie sich mit einem neuen Mann treffen, würde ihre Mutter auf den Jungen aufpassen, bei mir auf keinen Fall. Meine Ex soll die Whg. nehmen, die ihrer Mutter für richtig befindet. Dass sie ein schlechtes Bauchgefühl dabei hatte, weil ihr der Obermieter/Vermieter am liebsten direkt an die Wäsche wollte, sie zum Essen eingeladen hat, ist für ihre Mom nicht relevant. Sie würde sie sogar finanziell unterstützen. Hauptsache sie macht, was Ihre Mutter sagt. Macht sie nicht, sie hat dem Vermieter abgesagt.

Wenn es nach uns ginge, würde sie (glaube ich) am liebsten mit dem Jungen wieder herkommen. Wenn sie jedoch nur daran denkt, darüber mit ihrer Mutter reden zu müssen, hat sie unfassbare Angst. Ihre Mutter ist bereits in Therapie, meine (Ex)Freundin war es kurzzeitig, sie dachte dann, den Rest schaffen wir allein. Haben wir nicht.

Warum schreibe ich hier... Ich hätte gern Euer Feedback dazu, aktuell schwankt meine (Ex)Freundin dazwischen mir zu vertrauen und es endlich anzugehen, sich abzunabeln, sich/uns Hilfe zu suchen oder sich dem zu ergeben. Das hieße, den Kontakt zu mir zu beenden. Weil ich so nicht mit ihr leben kann/will und es ihr gerade alles zuviel ist. Leider wohnt Sie wieder da wo sie vorher wohnte und ihre Mutter wohnt direkt daneben, ich merke wie Sie immer unsicherer wird und immer mehr schwankt, je mehr sie mit ihr zu tun hat.

Und ich sitze hier mit dem gleichen ohnmächtigen Gefühl, wie vor 20 Jahren. Das alles hat soviel Macht über sie/uns. Ihre Mutter redet ihr ein, ich wäre schädlich, ich manipuliere sie. Ich glaube sogar, sie redet ihr ein, ich wäre ein Narzist, der Kontrolle über sie haben will, dabei wünsche ich ihr nichts sehnlicher, als endlich FREI ZU SEIN. Mit mir oder ohne mich!

Ich weiß nicht, ob ich dem auf Dauer gewachsen bin. Und ja, ich habe ein Helfersyndrom. Wer weiß was das bedeutet, weiß das ist nicht lustig. Ich weiß es und arbeite daran. Ich denke in dem Fall überwiegt, dass ich diese Frau einfach von ganzem Herzen liebe und nicht dabei zusehen kann/will, wie sie sich immer weiter quält. Meine Ex Freundin kann sich gegen mich entscheiden, ich kann/würde das akzeptieren. Wenn es aus IHREM freiem Willen geschieht. Nicht, weil es ihre Mutter so will. Aber dann würden wir nicht täglich schreiben und uns sagen, wieviel wir uns bedeuten.

Ich würde ihr gern das hier (+Eure Antworten zeigen), vielleicht hilft es ihr/mir, mal die Gedanken anderer (völlig fremder) Menschen darüber zu hören?

DANKE!

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24. Mai um 19:58

Deine Freundin brauch Halt, den findet sie nicht bei dir. Das weiss deine Freundin u vertraut dir deshalb nicht.

Du warst vor 20 Jahren zu schwach u nun wieder. D.H. du lässt sie allein. Das schreibst du ja auch.

Ich finde nicht das man sich einfach verpissen kann mit... Ich hab ein Helfersyndrom, wer das kennt , weiss wie schlimm das ist...,auf Dauer gewachsen, ohnmächtigem Gefühl wie vor .....blabla...
Das alles unter dem Mantel der Liebe...

Akzeptanz heisst Akzeptanz ... und nicht Bedingungen zu stellen.


 

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26. Mai um 9:42

Ich lese nichts heraus, dass der TE ihr keinen Halt bieten würde. Aber die emotionale Abhängigkeit zu ihrer Mutter ist zu stark so dass der TE vor 20 Jahren keine Chance hatte und nachdem sie selbst nichts geändert hat, auch heute keine Chance hat. Ob die Selbsterkenntnis echt ist und Substanz dahinter ist, ist schwer zu beurteilen. Aber der therapeuthische Weg wäre eine riesige Aufgabe für sie.
Aktuell kann der TE nur abwarten, denn nur wenn sie den Schritt macht mit therapeuthischer Unterstützung etwas ändern zu wollen und dann auch etwas ändert, kann er für sie da sein, wenn sie das dann aktiv ausspricht.
Was mich wundert, warum macht denn ihre Mutter eine Therapie? 

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