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Bin wie gelähmt, muss aber endlich handeln!

21. Januar 2013 um 18:49

Hallo,

nach langem innerem Kampf habe ich mich dazu durchgerungen, hier mein "Problem" zu schildern, in der Hoffnung, ein paar hilfreiche Tipps zu bekommen. Es fällt mir zwar schwer, doch werde ich mich möglichst kurz fassen.
Ich bin (wir sind) seit über 13 Jahren verheiratet, es gibt zwei gemeinsame Kinder (9 und 12 Jahre alt), wir wohnen zur Miete und mein Mann ist Alleinverdiener. Da mein Mann bisher relativ gut verdient hat, konnte ich mir den Luxus erlauben, Hausfrau und Mutter zu sein. Es kriselt seit vielen Jahren in unserer Ehe, mal lief es gut, mal richtig schlecht. Es gab zahlreiche Verfehlungen seitens meines Mannes, Lügen und Vertrauensbrüche. Aus diesen und aus zahlreichen anderen Gründen leben wir seit fünf Jahren unter einem Dach getrennt. Er möchte die Gemütlichkeit der nach außen hin 'heilen Familie', ich möchte seit vielen Jahren die Trennung. Doch mir fehlte bisher der Mut, einfach so zu gehen. Ich war immer ehrlich zu meinem Mann und habe ihm offengelegt, dass die Beziehung beendet ist und er sich keinerlei Hoffnungen machen soll. Nur der Kinder wegen wollte ich bleiben, bis sie alt genug sind, dass sie die Trennung der Eltern einigermaßen verkraften. Also quasi eine Art Wohngemeinschaft. Ich wollte mir jetzt erstmal einen gescheiten Job suchen, der mich finanziell unabhängig macht und gewährleistet, dass ich trotzdem noch genug Zeit für meine Kinder habe, da mir niemand zur Seite steht, der mich diesbezüglich unterstützt. Doch seit ein paar Wochen ist das Leben mit meinem Mann unerträglich geworden. Er behandelt nicht nur mich schlecht, sondern auch die Kinder. Es gibt immer wieder massiven Streit und mein Mann ist auch schon so ausgerastet, dass ich Angst um meine Kinder und mich hatte und ich will nicht warten, bis etwas passiert. Meine Kinder sind auch so schon völlig durch den Wind und wollen, dass ihr Vater das Haus verlässt. Und ihr könnt mir glauben, dass sie das nicht von mir haben. Ganz im Gegenteil versuche ich stets einzulenken und die Kinder davon zu überzeugen, dass ihr Vater sie liebt. Aber nun habe ich keine Kraft mehr. Es fällt mir schwer, meine Gedanken zu ordnen, Pläne zu schmieden, Wege zu finden.

Fakt ist, dass ich mit den Kindern gehen werde. So schnell wie möglich. Aber ohne Geld, ohne Job und ohne Hilfe scheint mir das im Moment recht ausweglos zu sein. Ich habe es meinem Mann schon mehrfach gesagt, ihm Ultimaten gestellt, in der Hoffnung, dass er sich ändert. Doch er meint dazu nur, dass ich ja gehen könnte (wenn er wütend ist), oder dass ich bleiben soll weil er mich ja liebt und alles besser wird (wenn er mal nicht wütend ist). Bei unserem letzten Streit hat er mir jedenfalls versprochen, dass er mir das Leben zur Hölle machen wird und ich auf keinerlei Hilfe und Unterstützung seinerseits zu hoffen wagen sollte. Er wird mich fertig machen und dann schon sehen, was ich davon habe.
Seit geraumer Zeit habe ich das Gefühl, dass mein Mann ein psychisches Ungleichgewicht hat. Alzheimer oder ähnliches. Er vergisst Dinge, die er kurz zuvor gesagt oder getan hat. Wenn ich ihn darauf anspreche, rastet er aus. Damit macht er den Kindern und mir das Leben so unglaublich schwer. Wir leiden. Er geht nicht zum Arzt, egal wie oft ich ihn darum bitte. Er war früher ein ganz liebevoller toller Mann. Sonst hätte ich ihn nicht geheiratet und Kinder mit ihm gezeugt. Mein Mann ist tot und an seiner Stelle kommt jeden Tag ein Wildfremder in mein Haus und quält mich. Es widert mich schon an, immer 'mein Mann' zu schreiben, oder zu sagen. Denn das ist er nicht. Schon lange nicht mehr.

Ich habe Angst und bin wie gelähmt...muss hier weg und weiß nicht wie. Mein Text ist länger geworden, als ich es wollte, das tut mir leid.

Ganz gewiss wird die räumliche Trennung noch viel schlimmer, als ich es mir vorstelle, doch habe ich die Hoffnung, dass dann endlich alles gut wird. Und deshalb muss ich mich jetzt aufraffen und beginnen. Was also muss ich als erstes tun? Wie komme ich an Geld, um die ersten Monate zu überstehen? Ich möchte sehr sehr ungern zum Sozialamt. Von der einen Abhängigkeit in die nächste zu rutschen, ist für mich keine Lösung. Ich habe die Düsseldorfer Tabelle gesehen. Kann es wirklich sein, dass meinem zukünftigen Ex nur 1100 Euro bleiben? Für die Miete muss er schon 750 Euro zahlen (er will hier unbedingt bleiben). Eigentlich wollte ich ihn nicht in den finanziellen Ruin treiben und mir wäre es am liebsten, wenn für jeden von uns genug Geld zum Leben bleiben würde. Doch wenn er sein Versprechen wahr machen wird, gibt er mir nichts. Kann das passieren?

Ich wäre für Ratschläge und eigene Erfahrungsberichte sehr dankbar.

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