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Bildungsstand 2,5 Jähriger

6. Juni 2007 um 0:42 Letzte Antwort: 6. Juni 2007 um 15:58

Hallo erstmal,

nach einigen Auseinandersetzungen mit ner befreundeten Bekannten, muss ich Euch mal ein paar Fragen stellen.
Unsere jeweiligen Kinder sind fast exakt gleichalt ( 2,5 J ) und natürlich völlig verschieden. Mein Sohn ist eher der ruhigere Typ und sehr wissbegierig, ihr Sohn ist fast immer auf Achse und lässt sich sehr leicht ablenken. Eindeutige Interessen lassen sich nur bei meinem Sohn feststellen, während ihrer halt an Allem interessiert ist, aber eben nur sehr kurzzeitig, dann gehts schon wieder los. Sie ist alleinerziehend und berufstätig, ich bin ihr Chef. Beide Kinder besuchen unterschiedliche Kita's. Soviel zu den Fakten, nun zu den Fragen und Problemen, da wir erst heute abend wieder einige Unstimmigkeiten hatten.
Mein Sohn ist so ein kleiner Klugscheisser, sicher bedingt durch seinen recht grossen Wissensdurst. Ich handhabe es einfach so, dass ich auf Fragen meines Kindes eine korrekte Antwort gebe und ihn nicht abwimmele weil er Das ggf. noch nicht wissen müsste. Somit "saugt" er die Infos natürlich förmlich ein. Sie macht das genauso, aber ihr Sohn fragt wesentlich weniger. Sie ist nun der Meinung, dass mein Sohn vieles noch nicht wissen müsste und er später ggf. Probleme mit Gleichaltrigen bekommen könnte. Er kann z.B. sehr gut Farben unterscheiden, kennt Kran und Bagger, Hubschrauber und Flugzeug usw. Er weiss (fast) wo rechts und links ist usw. Alles was er neu sieht wird hinterfragt, wenn nötig auch mehrmals und mit Nachdruck. Bücher gemäß Altersgruppe sind die grösste Leidenschaft meines Kindes. Ist dieser Bildungsstand zu früh? Sollte ich ihn ggf. etwas ausbremsen? Sie ist der Meinung, dass ein Kind diesen Alters viele o.g. Sachen nicht wissen muss oder kann. Ihr Sohn kann nur sehr unzureichend zwischen Farben unterscheiden, wobei ich der Meinung bin, dass er einfach nur kein Interesse daran hat oder schlicht zu faul ist, so ein "doofes" Spiel zu spielen. Kann man in diesem Alter bereits Vorlieben und Interessen erkennen, fördern und ihren Sohn dann darauf konzentrieren? Ich hab die Bedenken, dass es deswegen mal irgendwann richtig Krach zwischen uns gibt und will das auf jeden Fall vermeiden. Wie sind Eure Erfahrungen in diesem Alter?

Viele Grüsse
Mario

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6. Juni 2007 um 0:54

Nachtrag
Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ihr Sohn sehr häufig sehr unzufrieden ist. Es gibt zahlreiche Tage, wo er sich sicher selbst nicht leiden kann, macht nur Blödsinn, provoziert seine Umwelt und wird nicht selten auch mal gewalttätig. Manchmal kann er richtig nerven, da er einen ständig auf den Sack geht, Anweisungen aber völlig ignoriert. Selbst wenn es zu seinem Vorteil wäre, werden Dinge oder Tätigkeiten schon aus Prinzip mit gnatzen und auf den Boden werfen abgelehnt. Der Versuch ihm zu erklären, dass man was "Schönes" machen wolle, geht dann ganz unter, da er überhaupt nicht zuhört.

Viele Grüsse
Mario

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6. Juni 2007 um 9:29

Ich denke
die Kinder sind völlig normal,egal ob einer weiter ist und der andere nicht,Es gibt Kinder die sind neugierig und möchten alles wissen und es gibt Kinder die müssen erst entdecken was es alles gibt und machen sich so ihre eigene Phantasie.zudem würde ich sagen jedes Kind ahmt die Charakterischen Züge eines elternteils nach ,woran man die Unterschiede schon entdecken kann ,ich sag mal so meine bekannte ist Lehrerin und ich bin kosmetikerin,ihr Sohn ist neugierig und wissensgierig mit 3,5 jahren weiss er mehr als ein 5 Jähriger bissel zuschlau ,meine maus ist er der ruhigere Typ sie interessiert sich auch für die dinge aber nur für die die ihr gefallen zB.Schminken ,malen usw.Halt sehr viel kreatives ,womit man ihn nun jagen kann.Wenn ich im kindergarten nachfrage,sie macht alles sie kann alles und das ist wichtig,dazu muss ich sagen ist sie bei einer gruppe drinn die in 2 Jahren eingeschult werden und sie eigentlich erst in 3 jahren eingeschult wird.und das macht mich schon stolz,zudem finde ich wenn man sich mit seinem kind bissel abgib dankt es das auch.Vielleicht solltest du die kiddies nicht nach ihrem können beurteilen das wichtigste ist doch das beide gesund sind und fördere dein Kind wenn er es möchte .Denn überforderte Kinder können schnell zurückfallen.

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6. Juni 2007 um 11:49

Also
mein sohn wird im August 3, und er ist auch ein sehr aufgeweckter kleiner Kerl. Er kann bis 10 zählen, kann fast alle Buchstaben erkennen, erkennt seinen Namen, sowie Mama, Papa, Oma, Opa, wenn das irgendwo geschrieben steht. Er hat extremes Detailwissen über LKW, Bagger, Traktoren usw.
er fragt auch ständig und überall und fragt so lange nach, bis er mit der Antwort zufrieden ist.
Klar hat er dadurch - wie auch dein Sohn - einen Wissensvorsprung vor Gleichaltrigen, aber ich finde Kinder sollten so gefördert werden, wie sie es brauchen.
Wenn der sohn deiner Bekannten noch keine Vorlieben hat, muss man eben abwarten, manche Kinder lernen schneller und andere eben langsamer.
Ich denke nicht dass es unbedingt sinnvoll wäre, zu versuchen, ihn auf bestimmte Sachen zu "konzentrieren", das kommt irgendwann von alleine.

Und ich rate dir auf gar keinen Fall, deinen Sohn auszubremsen, das schadet mehr als das es nützt. Es gibt immer wieder schlaue Zeitgenossen, die der Meinung sind, kleine Kinder brauchen bestimmte Sachen noch nicht zu wissen, aber ich finde, was sie wissen wollen, soll man ihnen erklären. Sei froh, dass dein Sohn so pfiffig ist, ich kenne leider aus meinem Bekanntenkreis zumindest ein Beispiel, wo das Kind mit fast 3 Jahren noch keine "zwei-wort-sätze" bildet.
Da finde ich es andersrum viel viel besser

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6. Juni 2007 um 15:24

Oh oh,
die Reaktion deiner Bekannten kommt mir irgendwie vertraut vor... Leider muss man sich, wenn man ein intelligentes Kind hat, sehr viel mit dem Neid anderer Eltern rumschlagen - die "Mit-Kinder" sehen das wesentlich entspannter, jedenfalls bis zu einem gewissen Alter.

Konkret: Ich habe zwei Jungs und ein Mädchen, Letztere ist ein Extremfall (ähnlich wie "rennerchen" unten beschrieb - hat mit 3 1/4 die ersten Bücher gelesen, und zwar OHNE FÖRDERUNG meinerseits), aber die anderen beiden sind auch nicht von Pappe. Ich habe es immer so gehalten (und tue es noch heute, der Kleine ist grade 2 geworden), dass ich alle Fragen (und die gibts bei uns reichlich!) korrekt und umfassend beantworte, und zwar NICHT ETWA in "kindgerechter Sprache" (krieg einen dicken Hals, wenn ich das schon höre). Ganz sicher kommt nicht alles beim Kind an, aber das macht nichts - was das Kind nicht versteht (oder nicht wissen will), rauscht einfach durch, und fertig. Das, was hängen bleibt, ist aber dann wenigstens richtig

Verabschiede dich von der Vorstellung, du könntest dein Kind "bremsen". Du kannst es nur verbiegen (denn du machts ihm ja ständig klar, dass etwas mit ihm nicht stimmt und zurück in die Norm gebracht werden muss). Für flinke Kinder ist das Leid, das durch Unterforderung entsteht, meist größer als zuviel "input" - es sei denn, du versucht, ein Wunderkind zu züchten, was man natürlich bleiben lassen sollte. Wenn du Fragen mit "musst du noch nicht wissen", "ist nicht wichtig" etc. abspeist, machst du dich nur unglaubwürdig (denn du kannst es ja eigentlich nicht begründen, oder?). Und finde dich beizeiten damit ab, dass dir ständig unterstellt wird, du trainierst dein Kind zuhause!

UND GANZ WICHTIG: Nenn dein wissbegieriges Kind NIE WIEDER Klugscheißer. Denn damit kehrst du hervorragende Eigenschaften, für die dein Kind zudem nichts kann, ins Negative; zugleich liegt darin eine (mehr oder weniger bewusste) Entschuldigung vor deiner Umwelt. Ein Klugscheißer ist jemand, der in rechthaberischer Weise anderen Leuten über den Mund fährt und sein (scheinbares) Wissen raushängen lässt, um sich über andere zu überheben - und NICHT ein Kind, das etwas wissen will und dann sein Wissen zum Besten gibt!

Alles Liebe, Tiny

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6. Juni 2007 um 15:58

Hallo,
ich habe täglich 25 Kinder um mich herum und dabei gibt es Unterschiede wie Tag und Nacht. Ich kann dir von jedem unserer Kinder sagen welche Dinge ihn interessieren und welche Dinge sie lieber meiden.
Da gibt es Jungs die können dir Automarken nennen und kennen schon Nitroantriebe, doch sag denen mal - mal mir bitte einen Menschen....

Dann haben wir Kinder die malen die ordentlichsten und kreativsten Bilder ,aber wenn sie ihn der Turnhalle über die Bank balancieren fallen sie fast Kopf über herunter.
Dann gibt es noch Kinder die haben so viel Phantasie,da wird aus einem Pappkarton eine Höhle und sie laden alle Kinder ein mit Tiger oder Löwe zu sein.
Da gibt es Kinder die so hilfsbereit sind,sich um die Kleinen kümmern, sich anbieten mitzuspielen und als Konfliktberater immer zur Stelle sind.
Und dann gibt es da noch die Eltern! Die wenigsten sehen die Interessen ihrer Kinder und die Schwächen übersehen sie oft erst Recht.
Da wird der Malbegeistert in die Musikschule gesteckt, der mit viel Phantasie muß in den Fußballverein,.....

Dein Sohn zeigt Interesse an seiner Umwelt, so kann er sich selbst viel Wissen beibringen und du kannst ihn unterstützen indem du ihm dein Wissen mitteilst. Du solltest ihn nicht abbremsen!

Trotzdem würde mich nochmal die Beziehung zu dem anderm Kind interessieren. Seine Mutter sagt: ein Kind diesen Alters viele o.g. Sachen nicht wissen muss oder kann.
Diese Aussage kann ich unterstützen. Wenn ein Kind mit gerade drei ,keine Rolle vorwärts kann, keinen Menschen malt oder weiß wie Kinder entstehen , finde ich das in Ordnung. Es gibt Entwicklungsstände die wir im Kiga festhalten und die Zeitspannen variieren dort sehr stark. Es gibt allerdings Dinge die ein Kind im ALter von drei schon können sollte. Wie bspw. Kreuze auf ein Blatt malen,sich die Jacke anziehen (nicht schließen), eine Treppe ohne festhalten hinaufklettern und in der Ich Form zu reden.

Wenn du äußerst: ihr Sohn hat einfach nur kein Interesse daran

In Ordnung!

Wenn du äußerst: schlicht zu faul ist, so ein "doofes" Spiel zu spielen

Glaube ich das du schon ein bißchen die Wut gegen die Mutter an ihrem Sohn ausläßt.Das sollte dir auf keinen Fall passieren!


Sorry viel zu lang!

Gruß

Sternchen

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