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Beziehung zu Mutter wird immer verkrampfter, schwierige Situation

14. Oktober 2017 um 17:04

Hallo liebe Community

mein Problem ist, dass sich mit der Zeit eine Art "Wand" zwischen mir und meiner Mutter gebildet hat und ich mich, wenn ich bei ihr bin, irgendwie zunehmends unwohl fühle.
Ich habe das Gefühl, ich kann bei ihr einfach nicht mehr "ich selbst" sein, weil sie mit der Zeit angefangen hat, ziemlich zynisch (teilweise auch echt gemein) zu werden und schnell andere (mich eingeschlossen) verurteilt.

Zu unserer Situation: Ich bin 21 Jahre, sie 52 - ich studiere, sie arbeitet in der Pflege. Sie leidet seit einigen Jahren an einer Autoimmunkrankheit (die sich meiner Meinung nach überhaupt nicht mit ihrem stressigen Beruf verträgt, was sie aber nicht einsehen möchte..) und Anfang letzten Jahres gab es einen Todesfall in unserer Familie, der uns stark mitgenommen hat.
Nichtsdestotrotz hatte ich das Gefühl, dass uns das (zumindest für eine Zeit) eher zusammengeschweißt hat, doch jetzt, fast ein 3/4 Jahr später, ist davon nicht mehr viel zu merken.
Sie hat sich dolle verändert (was man ihr aufgrund ihrer Krankheit auch überhaupt nicht übel nehmen kann), aber auch an Tagen, an denen sich von sich aus sagt, dass es ihr sehr gut geht (was sicher nicht immer stimmen muss, aber ich merke es ja an ihrer Stimmung - schließlich kenne ich sie ja nun sehr lange ) ist sie einfach nicht mehr dieser herzliche und gutmütige Mensch, der sie früher einmal war. Sie verurteilt Menschen ziemlich schnell, lässtert ziemlich zynisch (auch über Freunde und Arbeitskollegen), meint, bei allem (wirklich ALLEM) recht zu haben, muss mir andauernd ihre "Sportweisheiten" aufs Auge drücken,.. und hat im Allgemeinen eine sehr negative Einstellung zu allem bekommen. Ich könnte noch mehr ihrer neuen Eigenarten aufzählen..
Das Problem ist, dass ich langsam nicht mehr weiß, wie ich damit umgehen soll.. Sie macht es mir wirklich nicht leicht, die Zeit mit ihr zu genießen und auch wenn ich versuche, für sie da zu sein, bin ich durch ihre Weltansichten und Menschenbilder viel deprimierter als vorher. Ich fühle mich manchmal, als wäre ich vorher ein freier und glücklicher Mensch, der neugierig auf die Welt ist, und hinterher, wenn ich wieder nach hause fahre, als würde ich in einem traurigen kleinem Käfig wohnen würde, in dem nichts möglich ist

Ich kann verstehen, dass ihr ihre Situation schwer zu schaffen macht, aber immer wenn ich ihr Hilfe anbiete und mögliche Wege aufzeige (neuer Job, Therapie, neue Essgewohnheiten,..) winkt sie das ab oder scheint für einen Moment begeistert, aber ändern tut sich trotzdem nichts. Mich macht das sehr traurig, da ich manchmal auch einfach zu wenig Kraft habe (Stichwort Todesfall), um für uns beide stark zu sein. Auf mir lastet viel Druck, weil ich quasi, der einzige Mensch bin, mit dem sie so viel Zeit verbringt und ich das Gefühl habe, dem durch ihr Verhalten nicht mehr gerecht zu werden. Einen Freund hat sie nicht (Männern misstraut sich schon, wenn sie nur einmal den falschen Smiley geschickt haben), mit ihren Freunden will sie nicht über persönliches sprechen und zu meinen Großeltern hat sie auch kein herzliches Verhältnis (was sie und ich bisher immer hatten), was sich durch ihr Verhalten in der letzten Zeit noch verstärkt.

Mich macht das alles sehr traurig, weil ich das Gefühl habe, dieser herzliche Mensch von früher ist nicht mehr da (oder nur ganz selten in emotionalen Augenblicken) und dass ich mehr tun könnte, sollte, ... Außerdem weiß ich einfach nicht, mit ihren neuen Arten umzugehen..

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen und mir vielleicht ein paar Tipps geben...
Danke schon mal im Vorraus. Habt noch einen schönen Nachmittag,
eure Starbreaker!

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