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Beschneidung

11. Dezember 2010 um 19:41

Mein Mann und ich haben nach ausführlichen Gesprächen mit mehreren Ärzten beschlossen unseren Sohn beschneiden zu lassen. Der Hauptgrund dafür ist, dass mein Mann als Jugendlicher massive Vorhautprobleme hatte und da er sich damals niemand anvertrauen könnte und sich dafür schämte hat er sich erst mit 22 Jahren beschneiden lassen. So etwas will er unserem Sohn ersparen. Auch meine beiden Brüder hatten während der Pubertät Vorhautprobleme und mussten beschnitten werden. Zudem ist es aus hygienischen und ästhetische Gründe sicher kein Nachteil, auch wenn die Vorteile umstritten sind.

Unser Sohn ist jetzt 5 Jahre alt und hat eine ausgeprägte lange Vorhaut, die laut Aussage eines Urologen bei Erektionen zu Problemen führen wird. Er empfahl uns unseren Sohn auf jeden Fall, aber erst im Alter von ca. 8 bis 10 Jahren beschneiden zu lassen, da dort das geringste Komplikationsrisiko besteht. Auch im Internet sind oft ähnliche Meinungen zu lesen.
Ein Kinderarzt hat jetzt aber dazu geraten es so früh wie möglich machen zu lassen, da auch schon vor der Pubertät oftmals Entzündungen auftreten können.
Nun bin ich verunsichert und würde gerne wissen in welchen Alter die Durchführung der Beschneidung für unseren Sohn am Besten ist?
Außerdem würde mich mal interessieren wie viel der heutigen Jungs ungefähr beschnitten sind und ob unser Sohn eventuell gemobbt werden könnte, wenn er erst nach der Einschulung beschnitten wird?
Es gibt ja mehrere Beschneidungsarten bei denen die Haut verschieden straff vernäht wird und die Narben an verschiedenen Stellen sitzen. Welche ist zu empfehlen?

Ich würde mich freuen wenn mir jemand mit Erfahrung weiterhelfen könnte.
Vielen Dank und viele Grüße Marion

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12. Dezember 2010 um 14:51

Hier unser Erfahrungsbericht:
Unser Sohn ist 4 Jahre und wurde am 28.10. beschnitten, da er eine Vorhautverengung hatte und 2 bis 3mal pro Jahr eine Entzündung hatte. Obwohl alles völlig komplikationslos verlaufen ist, war es eine Sache, die man als Eltern nicht unbedingt braucht - so wie natürlich jede andere OP auch nicht. Es fing schon mit der Narkose an. Eigentlich sollte ihm intravenös etwas gespritzt werden, damit er noch in unseren Armen einschläft und den OP gar nicht erst zu Gesicht bekommt. Zwei Tage vor der OP malte ihm der Doc ein Kreuz in die Armbeuge, an die Stelle, wo eine gute Vene lag. Am Tag der OP war die Vene dort nicht mehr zu finden, so dass er wach in den OP musste und dort die Maske aufgesetzt bekommen hat. Mein Mann war bei ihm, weil ich schon heulend draußen stand. Die Tür stand auf und die Geräusche, die ich da zwar nur wenige Sekunden hören musste, reichten mir. Auch mein Mann hatte mit sich zu kämpfen... Die OP ging schnell. 20 Minuten später hatten wir ihn wieder. Leider war unser Sohn einer der Sorte, der nach Narkosen offensichtlich aggressiv reagiert. Wir hatten 20 Minuten Geschrei und mussten ihn bändigen, weil er um sich schlug. Danach war es dann ganz schnell ok und den Rest des Tages und die kommende Nacht waren erstaunlich entspannt. Alle 6 Stunden Ibuprofen-Saft und alles war gut. Dann wurde jedoch der Verband am nächsten Tag abgemacht und da hätte ich den Arzt am liebsten erschlagen. Der Verband war ein wenig an der wunden Eichel festgeklebt und Ärzte kennen da offensichtlich nichts. Die Sprechstundenhilfe wollte da nicht dran. Der Arzt hat einfach den Verband abgezogen.... Eigentlich war das im Nachheinein das schlimmste an der OP. Danach mussten wir eine Woche lang 2x täglich Kamillebäder machen und auf den Penis wurde einfach nur ein Mulltuch mit Bepanthen-Salbe gelegt. Bei jedem Pippi-Gang und Bad hatten wir erstmal Diskussionen, weil unser Sohn sich weigerte. Das war alles etwas anstrengend... Wir hatten aber alles in allem Glück. Bei uns war z.B. ein Junge dabei, bei dem sich herausstellte, dass er auf Kamille allergisch reagierte. Zusammen mit den Verletzungen durch die OP kam dann auch noch ein allergischer Schock hinzu...
Wenn die Beschneidigung bei Eurem Sohn wirklich nötig ist, dann würde ich Euch empfehlen, auf jeden Fall schon jetzt mal Kamille-Bäder zu machen, um zu sehen, ob er das verträgt. Ausserdem würde ich (und das hatte auch mein Arzt empfohlen), die Beschneidung vor der Schulzeit machen, denn er ist dann auf jeden Fall 3-4 Tage zu Hause. Deshalb dann etwas in der Schule zu verpassen, wäre ja blöd - es sei denn, ihr legt die OP in die Ferien, was nicht weniger blöde für das Kind ist. . Ob es dann zu Mobbing kommen könnte, weiß ich nicht. Käme aufs Alter an. Je älter, desto wahrscheinlicher könnte das sein. Bei uns war das kein Thema. Der Chirug hat seine Arbeit gut gemacht. Mein Sohn ist komplett beschnitten - die Eichel liegt also nun komplett frei- und es sieht prima aus. Es gibt ja auch die Teilbeschneidung, bei der die Vorhaut nur etwas eingeschnitten wird. Das würde ich aber nicht tun. Wenn schon unterm Messer, dann ganz, denn dann ist klar, dass es nie wieder Probleme geben wird.
Unterm Strich ist bei uns alles super gelaufen. Aber es ist eben eine OP mit Vollnarkose. Wenn Euer Urologe sagt, dass er Probleme bekommen könnte, dann hört drauf und lasst es am besten sofort machen.

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13. Dezember 2010 um 15:13

Ich verstehe jetzt nicht ganz Deine Frage
mit dem gemobbt werden. Warum glaubst Du, dass Dein Sohn wegen der Beschneidung gemobbt werden könnte?

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19. April 2015 um 4:06

Aus eigener erfahrung
Bei mir wurde wurde etwa 8 Jahren eine phimose festgestellt. Mir War damals noch gar nicht wirklich bewusst, was eigentlich passiert oder worum es geht. Ich kann mich nur daran erinnern, dass mir die Untersuchungen beim Kinderarzt und der Urologin Mega peinlich waren, weil meine Mutter auch immer, gluggenhaft parat War. Zuerst wurde es mit Salben und Bädern versucht zu behandeln, was ohne Erfolg blieb. Und es wurde geraten lieber früher, als mit einsetzender Pubertät.
Die OP wurde damals noch unter grossen Aufwand unter Vollnarkose im Krankenhaus durchgeführt, wo ich denn auch gut eine Woche verbringen musste.
Ich kann mich noch zu gut erinnern an den Verband und die Angst Wasser zu lassen, aus Angst schmerzen zu haben. Deshalb habe ich so gut wie kaum was getrunken auch weil ich nicht vor allen im Mehrbettzimmer in die "Ente" machen wollte, wie es erwünscht War.
Um den Verband zu lösen musste ich täglich meinen Penis in ein Kamillen (?) Bad tauchen was unter den Umständen auch schon nicht angenehm War. Ein Junge aufn Zimmer War wegen Blinddarm da, der andere wegen Mandel OP.
Zum Glück gab es EINE Krankenschwester die wohl das Gespür hatte und hat dieses, wenn sie Dienst hatte, extra im Stationsbad durchgeführt - man War ich dankbar dafür - vor allem weil es körperlich bedingt doch schon mal zu Regungen kam was von anderen natürlich anders aufgegriffen wurde.
Diese Schwester War es auch, die mir gut Zusprach wegen dem trinken. Als ich dann soweit war, dass ich musste, ließ sie extra ein Bad ein was dem Ganzen sehr hilfreich War auch wenn es meine Scham extrem groß War.
Zur Schulzeit. Man muss, sollte oder hätte schon ein gutes Selbstbewusstsein haben sollen oder zumindest dahingehend gut aufgeklärt sein sollen damit man gegen dumme Sprüche "gegen halten" kann und sich nicht unterfüttert lässt und tatsächlich als "Opfer" da steht. Auch wenn man sonst in der Klasse beliebt War. Es ist eben so, dass sich einer oder der Schwächste dann rausgepickt wird, sei es beim Schwimmen/duschen. Es haftet einen ja an und gerät nicht in Vergessenheit. Beim Aufklärungsunterricht zb, damals noch unter gekiechere und gegaggere, wurde ich denn dargestellt immer eine Erektion zu haben, da ja bekanntlich die Vorhaut bei einer Erektion verschwindet. Und schon steht man vor versammelter Klasse wie blöd da und würde am liebsten im Boden versinken.
Generell ist oder War ich beim duschen so ziemlich der einzige ohne und da kamen immer Sprüche oder Kommentare. Und wie gesagt, ich War da nicht so schlagfertig und habe es über mich ergehen lassen (müssen).

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3. Mai 2015 um 23:55

Ich würde nichts machen lassen
solange keine Probleme da sind. Meinem Mann wurde die Vorhaut mit 3 Jahren amputiert. Klar, er weiß nichts mehr davon, aber ausbaden müssen wir das ganze jetzt. Seine Eichel ist seit sehr vielen Jahren ungeschützt, daher lange nichtmehr so gefühlsempfindlich wie bei nicht beschnitten. Auch ist sein Sexualempfinden etwas gestört. Die typischen Körper Entdeckungen fallen einfach anders aus, wenn man sich ohne Hilfsmittel nicht selbstbefriedigen kann. Ob euer Sohn wirklich Probleme bekommt steht noch lange nicht fest. Einfach auf Verdacht ein so empfindliches Organ "freizulegen" finde ich voll daneben. Wenn es irgendwann sein muss und ihr Salben und Dehntherapien durch habt, dann ist das so. Aber da können noch viele Jahre ins Land ziehen. Früher (leider bei vielen auch heute noch) wurde propagiert, dass man den Jungs die Vorhaut zurückziehen soll. Lasst das einfach. Die Jungs spielen von alleine an ihrem Penis und lösen so sanft die Verbindung zwischen Eichel und Vorhaut. Solange da noch Verwachsungen sind, kommt kein Dreck rein und man kann den kleinen nur weh machen. Die Vorhaut muss erst komplett zurückgehen wenn der Junge geschlechtsreif wird, also keine Panik, das wird noch etwas dauern

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4. Mai 2015 um 8:01

.
Ich hab damit zwar keine Erfahrungen aber ich würde es nicht machen erstens wisst ihr nicht mal ob er später so etwas bekommt oder Probleme hat zweitens sollte er es selbst bestimmen ihr bestimmt es jetzt aber irgendwann wenn nichts ist oder war kann er das auch falsch verstehen und euch vllt böse nehmen. blödes Beispiel aber man hat dich damals auch nicht da unten zugenäht weil man dachte du könntest Probleme mit deinen Tagen haben. (ist in Afrika so/Körperverletzung) hört sich alles schlimm an aber man weiß ja nie außerdem hat der kleine Mann noch sooooo viel zeit wenn du dir unsicher bist geh bitte zu 1 oder 2 weiteren Ärzten und hör dir die Meinungen an. wenn er 15 ist und Probleme hat gibt es schon längst wieder neue Möglichkeiten und Techniken das in den griff zu bekommen .. ich würde es dennoch nicht machen und zu mehreren Ärzten gehen würde mich freuen zu hören wie ihr euch entscheidet. warten ist vllt doch besser

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7. Mai 2015 um 9:51

Wenn medizinisch notwenig, auf jeden Fall
Ich musste dieses Thema, mit meinem damals 5 jährigen Sohn, letzten Sommer selbst durchstehen. Es war medizinisch notwendig und ich kann nur jedem dazu raten. Diese OP ist sicher nicht wirklich einfach für so einen kleinen Fratz, meiner konnte mind eine Woche lang, nach der OP, keine Klamotten tragen da es so schmerzhaft war, aber danach ist alles super. Das Pflegen bzw die Hygiene ist für die Jungs in dem Alter wirklich einfacher.
Mobbing ist oder sollte kein Thema sein, mal ganz ehrlich, es sieht bei weitem ästhetischer aus als alles andere, und so "unnormal" ist es doch heute garnicht mehr.

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8. Mai 2015 um 8:09

Never
Ok, es kann Probleme geben. Diese gibt es bei jeder OP aber auch (und diese können weitaus dramatischer sein).
Keiner -finde ich- hat das recht aus ästhetischen Gründen an anderen Menschen herumzuschnippeln. Das ist keine Rechtfertigung. Und ehrlich, wer wegen der Hygiene sowas macht, sollte mal über seine Körperhygiene nachdenken. Das ist wohl was falsch gelaufen in der Erziehung.
Gibt es medizinische Gründe, keine Frage - Beschneidung ja. Aber nur wehen, hätte könnte sieht besser aus. NEIN!!!

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