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Auch unsere Patchworkfamilie steht vor dem Aus

7. März 2009 um 11:04

Hallo und einen schönen guten Morgen,

ich lese seit den frühen Morgenstunden in diesem Forum und möchte gerne mein Problem euch schildern.

Wir sind um die 40 Jahre. Ich habe einen Sohn, 16 und mein Partner einen Sohn, 9 Jahre und unsere Patchworkfamilie besteht seit Dezember 2008. Davor wohnten wir ohne den "Kleinen". Im Dezember also kam er dazu da er sich nicht mehr mit seiner Mutter verstand(sie war total überlastet mit ihm)
Zuerst dachte ich ja, wie man so ein liebes und ruhiges Kind denn einfach so zum Vater abschieben kann...

Ja und seit Mitte Januar ist hier die Hölle los. Tim(Name verändert) versteht es sehr gut zu lügen(ob es lügen ist möchte ich eigentlich nicht mehr behaupten. Denn der Therapeut von Tim hat zu meinem Partner gesagt, ein Kind lügt nicht. Bis zum 15 - 16 Lebensjahr haben die Kinder keinen Bezug zu Lüge oder Wahrheit. Versteh ich nicht. Kann den Theraputen aber auch nicht fragen da er mir nicht hilft, da er wie er sagt nicht mit mir einen Vertrag hat sondern nur mit den Eltern. Einen Therapeuten hat er da er aufgrund der Situation Mutter kein Selbstbewußt hat um sich sozial zu integrieren), und uns auszuspielen.

Da mein Partner Tim immer in Schutz nimmt und auch seine selbst aufgestellten Regeln überhaupt nicht einhält(was doch so wichtig ist für die Kids) habe ich mich nun ausgeklingt. Ich kann einfach nicht mehr. Ich hasse die Streitereien über Erziehung, über mein Mitwirken,über dass das ich nicht mit dem Kind schmuse und ihn nicht liebe, über meinen Sohn. Sorry ja, aber ich kann nicht mit ihm schmusen da er sich nur einmal die Woche duscht und auch die Wäsche nicht wechselt... und unangenehm riecht(das habe ich schon so oft erklärt. Aber das einzigste war, dass ich wohl ein sehr gutes Riechorgen habe....denn mein Partner riecht das nicht. Wie denn, denn er schmust nicht mit ihm! Lieben-ich mag ihn-aber das ist ehrlich auch weniger geworden.

Mein Sohn ist 16 Jahre und besucht die 10te Klasse. Er kommt 3-Mal in der Woche um 16 Uhr heim, ansonsten um 14 Uhr. Mein Partner meinte, er könne doch auch mal kochen und waschen und putzen. Ich verabscheue den Tag als ich meinem Partner erzählte dass ich meinem Sohn dies beibrachte. Denn das muss ich mir so oft anhören. Mein Sohn macht sein Zimmer und hilft nur ab und zu beim kochen.

Wißt ihr wie das ist wenn man von der Arbeit kommt(gehe Teilzeit arbeiten und muss mich daheim auch noch für den nächsten Arbeitstag vorbereiten da ich eine Gruppe von Senioren leite) und Tim einem nicht mal begrüßt? Wenn man sagt "würdest du bitte deinen Teller in die Spülmaschine stellen" (eine Regel für alle) und man wird nicht mal angeschaut? Der Teller steht bis mein Partner ihn weg räumt. Tim dreht sich nicht mal um..er geht einfach in sein Zimmer. Bitte ich ihn die Hausaufgaben zu machen-auch keine Reaktion. Freunde hat der Junge keine mehr und ist ständig um uns herum. Sage ich meinem Partner, man müsse mal nach einem Verein schauen wird nichts gemacht.....

Ja und jetzt hab ich mich halt ausgeklingt. Mein Partner muss alles was Tim betrifft alleine machen(er arbeitet auch, ist aber sehr viel unter Tage daheim) Ist das richtig so? Denn ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll.

Unsere Beziehung besteht nicht mal ein Jahr und ich sehne mich wieder alleine zu leben.

LG

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9. März 2009 um 10:42

Es ist fast alles normal,
außer den Streitigkeiten und das die Familie auseinanderbricht. Ein Kind, was erlebt, dass die Eltern auseinander gehen, wird aus der Bahn geworfen - egal welches Alter es hat. Das der Junge damit nicht zurechtkommt und alles lieber wie früher haben würde, kann er aber nicht ausdrücken. Seine heile Welt ist zerbrochen, sein Rückenhalt, viele Fremde kommen dazu und wollen was zu sagen haben und die Bezugsperson - sein Vater - packt ihn in Watte, anstatt mit ihm zu reden, denn Jungs in dem Alter verstehen sehr gut. Nur wenn niemand sich die Zeit nimmt und ein geregeltes Leben vorlebt, wenn er auf Liebesentzug gesetzt wird, wenn keiner seine Probleme erkennt und er hat ja welche, sonst wäre er nicht in Behandlung, dann kompensiert er um und dies sieht man ganz klar an seinen Reaktionen. Das Thema ist mir sehr geläufig, denn mein Großer ( jetzt 21J.) hat unsere Trennung (da war er 10J.) auch nicht so verkraftet. Ich habe 5 Jahre gebraucht, um ihn wieder auf die Reihe zu bekommen. Lügen, Klauen, sich von der Familie abspalten, nicht mehr reden oder auch total aufmüpfig sein, arbeiten verweigern und so weiter............ sind nur einige Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Es ist eine harte Zeit für alle. Ich weis nicht, ob ich das durchstehen wollte, wenn es dabei nicht um mein eigenes Kind geht. Klar hat man keine Vorurteile dem Jungen gegenüber und man möchte sicherlich auch, dass er sich wohl fühlt ,wie das eigene Kind, aber wenn der eigene Vater da nicht mitspielt und Dich hängen lässt, dann wäre die Überlegung nicht falsch wieder auseinanderzugehen. Damit ergibt sich für den Kindesvater, dass er seine ganze Aufmerksamkeit dem Kind widmet, falls er dazu überhaupt in der Lage ist, und selbst lernt, dass bestimmte Verhaltensregeln unbedingt eingehalten werden müssen. Ich hatte auch immer eine andere Vorstellung vom Familienleben, nämlich gemeinsam mit dem Partner und in Ruhe alles zu diskutieren und dann auch nach Absprache zu handeln, sodass meine Jungs einen festen Halt hatten und glücklich waren, dass es keine ungehobelten Auseinandersetzungen gab, dass sie gelobt, geliebt und wie Erwachsene respektiert wurden. Jeder aus der Familie kann dabei nur gewinnen. Wenn Du nicht das Gefühl hast ernst genommen zu werden, wenn Du nicht das Gefühl hast von Deinem Partner respektiert zu werden und wenn Du und dein Großer Euch vollkommen deplatziert fühlt, was wollt Ihr denn da noch? Du bist keine Nanny!!!!! Liebe Grüße....Tante Anke

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18. April 2009 um 10:27

Wie weit wirkt dein Partner bei deinem Kind mit??
was tut er für deinen Sohn??

was tut er für dich??

Ehrlich gesagt, mit einem stinkenden 9 Jährigen Jungen, der jetzt in der Vorpubertät ist, würde ich nicht schmusen, dazu ist seine Mutter oder sein Vater da. Mal über den Kopf streicheln reicht völlig. Mehr fände ich, könnte falsch ausgelegt werden, wenn er in der Schule erzählt, dass die Freundin seines Vaters mit ihm schmust.

Stell ihm das essen hin, wenn er ißt dann gut, wenn nicht, ist es nicht dein Problem.

Was nicht in der Schmutzwäsche ist, wird nicht gewaschen.

Sage ihm am Anfang der Woche, dass er nach dem Essen seine Hausaufgaben machen soll, wenn sie abends nicht gemacht sind, soll dein Partner sich darum kümmern, ist seine Aufgabe. Denke nicht darüber nach und mache es nicht zu deinem Problem.

Wichtig ist, dass du dein eigenes Zimmer hast, wo du deinen Rückzugsbereicht hast und ohne Anklopfen niemand herein kommt. Rückzug auch vor diesem Jungen, dein eigener Bereich, wo auch mal dein Sohn mit seinen Problemen zu dir kommen kann.

Ob der Junge in einen Verein geht oder nicht, ist nicht deine Angelegenheit. Das soll sein Vater entscheiden. Du bist weder sein Pausenclown noch sein Babysitter. Er ist 9 jahre, da braucht er keine Rund-um-Aufsicht. Falls dein Partner anderer Meinung ist, soll er ihn im Hort anmelden, da ist er unter Kinder und unter Aufsicht werden die Hausaufgaben gemacht..

Wenn er dir etwas erzählt und es ist gelogen, sage ihm, dass du ihm erst wieder zuhörst, wenn du ihm vertrauen zu kannst, Er soll zu seinem Vater gehen und ihn anlügen, du brauchst so etwas nicht.

Mache den Jungen nicht zum Streitthema, sprich einfach nicht mehr gross über ihn mit deinem Partner, es gibt andere Thema und nicht nur die Kinder.

Kümmere du dich um deinen 16 jährigen, der hat es jetzt bei dir sicher auch nicht leicht. Wahrscheinlich drehen sich deine Gedanken mehr um den Jungen deines Partners als um ihn.


Jetzt mach Kopf hoch, du bist nicht mit diesem Mann zusammen gekommen um sein Kind zu erziehen.

Es ist seine Aufgabe und die seiner Mutter.

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