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Arabischer Vater will seinen Namen durchsetzen

29. Januar 2014 um 22:55

Hallo in die Runde,

habe gelesen, dass sich hier einige Frauen bewegen, die sich mit arabischen Männern auskennen. Meine Geschichte ist ziemlich kompliziert und ich hätte gern eure Einschätzung

Also, ich habe einen Sohn. Entstanden ist er in einer Affäre mit einem arabischen Mann, der damals verheiratet war, und so seinen Aufenthaltsstatus gesichert hat. Er wollte mich damals zur Abtreibung überreden, was ich abgelehnt habe. Ich habe dann, um ihn zu schützen, seinen Namen nie angegeben, ihm aber immer signalisiert, dass ich es begrüssen würde, wenn er seinen Sohn kennenlernt.

So, inzwischen, nach 8 Jahren, lebt er in Scheidung von seiner Frau und ist bei uns aufgetaucht. Er will seinen Sohn kennenlernen, anerkennen und, wie jetzt immer deutlicher wird, ihm seinen Familiennamen geben und auch das geteilte Sorgerecht bekommen.

Während der ersten Zeit der Annäherung vor 6 Monaten war ich sehr berührt und positiv, inzwischen wird immer deutlicher, dass er weniger bereit ist zu geben als zu nehmen. und seitdem ich mich klar abgrenze, ist der Tonfall deutlich anders geworden. Heute nun hat er am Telefon erklärt, dass er nur sein Sohn mit seinem Namen sei, und dass das alle (seine Familie? Die Leute in seinem Land?) so sehen würden. Bisher sei ja alles nach meinem Willen gegangen, aber es gäbe eben einiges, das nach seinem Willen laufen müsse.

Ich bin ziemlich entsetzt und ratlos. Zum Einen vermisse ich eine Gesprächskultur, in der man einander in Respekt zuhört und am Ende nach gemeinsamen Lösungen sucht. Zum Anderen irritiert mich sein Wandel und ich frage mich, ob das Vertrauen, dass ich ihm immer geschenkt habe, nicht vorschnell und naiv vergeben war. Er will nämlich unbedingt mit dem Sohn in sein Land reisen, was ich immer als Bereicherung gesehen habe. Aber ich weiss auch, dass ich dort keinerlei Einfluss mehr habe, über den Aufenthalt unseres Sohnes mitzubestimmen. Geschichten dazu gibt's ja nur allzu viele. Zwar hatte ich bis jetzt nie den Eindruck, dass er zurück in sein Land will - er hat hier aus seiner Ehe auch noch Töchter - aber wer weiss.????

Was tue ich jetzt? Einem Vaterschaftstest habe ich schon zugestimmt, den er verlangt hat, um vor seiner Familie nicht dumm dazustehen. Jetzt will er ihn offiziell anerkennen, aber eben gleichzeitig auch die Namensänderung und das geteilte Sorgerecht. Wenn ich die beiden letzten Punkte verweigere, ist er vielleicht für immer weg. Spontan denke ich - dann ist es halt so. Ich lass mich nicht erpressen. Dann wieder denke ich, ich sollte doch noch aushalten versuchen, zu verhandeln. Um meinem Sohn den Vater zu erhalten. Aber andrerseits - was ist das für ein Vater, der seinen Willen durchsetzen will, ohne mit mir zu diskutieren, geschweige denn über das Wohl des Kindes nachzudenken?

Also, lange Rede. ich hoffe sehr auf Antworten.

Liebe Grüsse

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2. Februar 2014 um 21:06

Vorsicht
im nahen Osten ist es üblich, nach Trennungen, die Kinder bis zum Alter von acht Jahren bei der Mutter zu lassen. Weil sie einfach bis dahin ihre Mutter brauchen. Danach wechseln viele Kinder in den Haushalt des Vaters über. Der findet, sein Kind gehört jetzt ihm, er möchte, daß er seinen Namen trägt, und Du kannst ganz sicher sein: er möchte gern, daß das Kind Moslem wird und im Kreise seiner Großfamilie als Araber großwird. Du darfst dem Vater auf gar keinen Fall nachgeben, und dem Kind den Namen des Vaters geben. Das Kind darfst Du auch nicht in den Urlaub in den Nahen Osten reisen lassen. Niemand wird er es Dir je wiederbringen. Ich habe vor einigen Jahren informationshalber mal den internationalen Sozialdienst in Berlin angerufen, um mich über die Praxis von Kindesentführungen zu informieren. Dort bekam ich folgende Antwort: den Kindern, die in den Nahen Osten entführt werden, leben dort in aller Regel in Großfamilien. Ihnen geht es dort gut, und damit ist eigentlich aus Sicht des Jugendamtes die Entführung nicht als so problematisch anzusehen. Denn dem Jugendamt geht es nur um das Kindeswohl. Du hast im Nahen Osten niemals eine Chance, Dein Kind wiederzubekommen. Du kannst allerdings mal googeln, ob das Land, in das der Vater reisen würde, dem Haager Abkommen gegen Kindesentführung beigetreten ist. Ich meine, bei Marokko zum Beispiel ist dies der Fall. Jedes Jahr, dass Dein Kind später für einen Urlaub in solch ein Land geht, ist die Chance geringer, dass es dort von der Kultur völlig aufgesogen wird und dass es sich nicht wehren wird bei einer Entführung. Auch die deutsche Sprache wird es dann nicht so schnell verlernen

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