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Andere Erziehungsvorstellungen als Partner

8. Dezember 2010 um 23:37

Hallo zusammen,
ich möchte einfach mal wieder eure Meinung lesen, das tut immer gut..

Also, ich habe manchmal das Gefühl, mit den Erziehungsmedthoden meines Mannes nicht einverstanden zu sein, und fühle mich aber hilflos.

Es geht um die Zubettgehzeremonie. Unser Kleiner ist gerade 3 Jahre alt und es ist immer nicht ganz leicht, ihn zu Bett zu bringen. Ich denke viele Mütter kennen das, dass das Kind einfach nicht will und man muss sich viele Wege ausdenken, wie man das Ziel erreichen kann.

Mein Mann ist nicht immer so einfühlsam und kommt immer mehr auf den Trichter, er müsste viel strenger sein, damit das Kind es auch lernt, auf uns zu hören. Meist wird er dann laut und er hat auch keine große Geduld.

Davon halte ich nichts und ich sage ihm das auch, muss mir dann aber anhören, dass es bei mir ja anders ist, da ich die Mutter bin. Ich sehe das aber anders, denn ich denke, dass ich einfach mehr Geduld habe und das Kind das auchj spürt und es deshalb auch öfter auf mich hört.

Hinzu kommt,. dass er auch fast eifersüchtig ist, dass unser Kind einfach mehr an mir hängt. Insbesondere zeigt sich das an den Abenden, wenn er bitterlich nach mir weint und Papa einfach nicht beruhigen kann.

Wir wechseln uns oft ab mit dem Zubettgehprozedere. Dann fragt er unser Kind, warum er jetzt nach mir ruft, er wäre doch jetzt da und das müsste reichen. Es macht ihn dann regelrecht sauer, da er teilweise so ohnmächtig ist. Dabei denke ich, dass wenn er einfach eine klarere aber keine laute Einstellung zu der Sache hätte, das Kind einfach auch anders reagieren würde.

Er sagte jetzt, dass er noch viel härter werden würde und oft sieht dann der Abend so aus, wenn das Kind nicht sofort parriert, dann wird Gute-Nacht-Geschichte entzogen und es endet mit einem kurzen und meist lieblosen Gute-Nacht-Küßchen und raus.

Ich versuche immer wenn das Kind nicht hört, eine Ablenkung hinein zu erfinden und versuche kreativ zu werden, meist funktioniert das auch. Natürlich sind Kinder gegenüber der Mama auch noch mal anders, aber ich denke dass es auch die Geduld und Ruhe ausmacht.

Naja wie dem auch sei, ich habe Angst, dass es dem Kind schadet, wenn der Papa ihn einfach Abends hart und megakonsequent zu Bett bringt - er will jetzt auch fast immer den Abenddienst übernehmen um ihm (unserem Kind) die richtigen Mannieren beizubringen.

Ich bin sehr sensibel und habe wirklich Angst, dass unser Kind darunter leiden wird.

Sorry für den langen Text, aber ich habe versucht, meine Angst hier darzulegen und hoffe, ich konnte euch das einigermaßen verständlich machen.

Vielleicht ist es ja auch ok, denn man liest und hört ja immer wieder dass man streng und konsequent sein soll, ich verstehe aber darunter nicht unbedingt eine Strafe, wie z.B. Gute-Nacht-Geschichte-Entzug.

Was denkt ihr?

Danke für eure Meinung.
Farina

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8. Dezember 2010 um 23:44

Ergänzung
Bin ich vielleicht zu weich? Ich schau halt auch immer die Super Nanny und sie bekommt das auch immer lieb und ohne Schreien und Bestrafung hin. Das versuche ich auch, aber mein Mann sieht das alles als zu weich an. Er wäre, wenn ich ihn nicht ab und zu doch mal zurückhalten kann noch viele viel härter. Aber das tut mir unglaublich weh. Mein Kleiner schreit dann immer ganz erbärmlich und das ertrage ich nicht so lange.

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14. Dezember 2010 um 14:04

Du kannst es ihm vielleicht erklären
ich erinnere mich selbst als ein sehr braves, bemühtes Kind das den Eltern gefallen wollte. Trotzdem war ich natürlich nur ein Kind und gerade, wenn diese müde sind, sind sie oft auch einfach nicht mehr Herr ihrer Emotionen.
Mein Vater ist dann auch öfter laut geworden. Das hat bei mir auch ordentlich Eindruck hinterlassen, aber eher dahingehend, dass ich ganz schreckliche Angst bekommen habe. Ich müsste mal meine Eltern fragen ob es irgendwas gebracht hat aber ich bezweifle das fast, da ich es damals einfach nicht verstanden habe.
Meiner Liebe zu meinem Vater hat das nicht viel geschadet, da er ansonsten ein sehr warmherziger liebender Kerl war und ist. Aber ich kann heute noch auf Knopfdruck losheulen, sobald er etwas lauter wird, einfach weil diese Angst so tief sitzt.

Vielleicht hilft es deinem Mann einzusehen, dass das keine rechte Methode ist, wenn du versuchst ihm näher zu bringen, wie es dem kleinen geht. Er ist müde, dann werden Kinder quengelig. Er hatte einen langen Tag hinter sich, hat vielleicht Angst vor Alpträume oder mag einfach nicht alleine in seinem Zimmerchen sein. So wie du es machst finde ich es sehr gut. Euer kleiner will ja nichts böses, es ist für ihn einfach nur nicht so leicht ins Bett zu gehen. Es geht nicht darum ihn dazu zu zwingen, sondern darum es ihm leichter zu gestalten.

Streng sein ist auch mal wichtig, aber das sind dann eher andere Situationen, in denen es gefährlich ist wenn er nicht hört oder in denen er wirkliches Fehlverhalten an den tag legt. Und euer kleiner ist ja fast noch zu klein das wirklich zu verstehen. Konsequenz ist sicher schon bei so kleinen Kindern wichtig aber wirkliche Strenge finde ich hier fehl am Platz.

Ich würde nicht, wie hier vorgeschlagen, mit deinem Mann "Klartext" reden, sondern erst einmal wirklich versuchen mit ihm darüber in Ruhe zu sprechen, so dass er auch eine Chance hat es zu verstehen. Ich denke wenn du ihm deine Sichtweise ganz ruhig und sachlich erklärst, seine Argumente aufnimmst, ihnen respekt zollst, sie aber schonend widerlegst ("ich verstehe dich ja, dass... und in vielen situationen hast du damit auch sicher recht... aber hier sehe ich einfach einen kleinen Jungen, der...").

Erst wenn er es wirklich nicht einsieht und du dir ernsthafte Sorgen um deinen Kleinen machst würde ich mir über weitreichendere Konsequenzen Gedanken machen.

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14. Dezember 2010 um 14:22

Da liegt viel mehr im Argen.....
...als dir vielleicht bewußt ist. Lies dir deinen Text noch mal durch, fällt dir was auf? Deine Wortwahl alleine........

Du hast "manchmal das Gefühl......nicht einverstanden zu sein" ???? Bist du einverstanden oder nicht? Diese Wortwahl zeigt mir, daß du 1. nicht weißt, was du eigentlich tatsächlich willst und 2. Angst vor deinem Mann hast. Kann das sein?

Und wieso redest du von "dem Kind"? Es ist euer Sohn. Hast du nichts mit "dem Kind" zu tun? Kommt mir seltsam vor.....


Wie dem auch sei:
Nimm deinen Mann zur Seite und sag ihm mal ganz deutlich, was dir zum Thema zu Bett gehen durch den Kopf geht. Aber sag es auch deutlich!!!!! und nicht "also ich glaube manchmal hab ich so ein Gefühl, daß...." Männer verstehen dieses Deutsch NICHT. Die sind keine Gefühlsdusel, die reden normalerweise Klartext. Tu du das auch. Sag ihm "ich finde das nicht in Ordnung!" und sag ihm "Unser Sohn ist erst 3 Jahre alt!" und nicht "also das Kind ist doch eventuell jetzt gerade mal ungefähr 3 Jahre alt......"

Überlegt gemeinsam, wie ihr euch das zu Bett gehen vorstellt und überlegt, wie ihr es erreichen könnt. Außerdem solltet ihr euch durch den Kopf gehen lassen, warum euer Kind nicht ins Bett will. ist irgendwas passiert (KiGa Start, Krankheit, irgendwas gehört oder gesehen?) oder lernt er vielleicht gerade etwas Neues? Das sind so Sachen, die meinen Großen durcheinander bringen. Wir müssen z.B. seit 2 Wochen seine Zimmertür die Nacht über offen lassen, sonst gibt es schreckliches Geheule (er ist 2 3/4). Wir denken, daß es daran liegt, daß mein Mann eine heftige Erkältung hatte mit fiesesten Zahnschmerzen und Frederik das überhaupt nicht einordnen konnte, Papa krank, völlig fertig, fast hilflos zu sehen. Der Kleine hatte einfach Angst.
Jetzt ist Papa wieder gesund und auch Frederik beruhigt sich wieder. Ichgehe davon aus, daß wir in einer Woche die Tür wieder zu machen dürfen.

"Strafen" und "Härte" machen es nur schlimmer. Dann bekommt euer Kind nur noch mehr Angst vorm Schlafengehen.

LG Zimt + Frederik + Paul

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