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Als erwachsene Frau Probleme mit der Mutter

17. September 2015 um 9:57

Hallo!
Meine Schilderungen sind leider etwas lang geraten und es wirkt vielleicht etwas komisch, das Verhalten und Aussagen meiner Mutter so aufzulisten aber ich möchte gerne mal wissen, was Andere davon halten. Ob das nur Lapalien sind, worüber ich mich aufrege und zu ob ich zu sensibel bin oder ob ich gar zu hart zu meiner Mutter bin. Ich will ihr ja nicht weh oder Unrecht tun, ich hab sie ja trotzdem lieb. Aber ich halte das Alles einfach nicht mehr aus und langsam beeinträchtigt mich das psychisch. Mein Mann weiß leider auch kein Rat.

Zu meiner Person:
31 Jahre, adoptiert worden, glücklich verheiratet, keine Kinder, in die USA ausgewandert, aufgrund eines Jobangebot meines Mannes.

Ich hatte soweit eine schöne Kindheit. Ich habe zwar erst mit 11 Jahren erfahren, dass ich adoptiert wurde, da meine Adoptivmutter (die ich als meine richtige Mutter ansehe) wohl nicht eher den Mumm hatte, es mir zu sagen.
Meine Eltern haben sich scheiden lassen, nachdem ich mit 18 auszog. Zu meinem Vater habe ich regelmäßigen Kontakt und wir verstehen uns auch ganz gut. Er hat sie über die Jahre wohl auch nicht mehr ausgehalten und zog sich immer mehr zurück, sodass sie sich einen neuen Mann (der viel jünger ist als sie), gesucht und geheiratet hat. Mit dem verstehe ich mich auch ganz gut aber er scheint sich immer mehr mit moderatem Alkoholkonsum beruhigen zu müssen, um sie auszuhalten.
Die Probleme zwischen meiner Mutter und mir fingen an, als ich in die Pubertät kam und wurden immer schlimmer, je erwachsener ich wurde. Normalerweise verbessert sich ja das Eltern-Kind Verhältnis, wenn man ausgezogen ist.
Ich skype mit ihr einmal pro Woche und jedes zweite Mal schwillt mir der Kamm.

Verhalten und Aussagen meiner Mutter über die Jahre:

distanzlos/respektiert Privatsphäre nicht:
-räumt heimlich Oma's Schränke aus, um auszumisten, wenn sie nicht da ist (meine Oma ist geistig fit)
-stürmt ohne Vorankündigung in die Umkleidekabine, wenn ich mich umziehe (ich bin sehr schamhaft, was sie auch weiß)
-sagt "zum Glück hat Opa ja kein Schamgefühl mehr" (er hat Demenz)
- fragte mich mehrfach beim ersten Benutzen von Tampons in meiner Jugend, ob sie mir "behilflich" sein soll

neidisch:
-mehrfach "na ihr seid ja wohl Millionäre", wenn wir uns etwas geleistet haben
-redet oft über Geld bzw. darüber, wie viel eine Anschaffung für sich oder von Anderen gekostet hat

beleidigend/verletzend/abwertend/passiv-agressive Kritik:
-sagte zu mir, ich sähe aus wie eine Matrone (ich bin mäßig übergewichtig)
-mehrfach "damals zur eurer Hochzeit hast du schön abgenommen ... aber jeder muss sich ja selbst so wohlfühlen, wie er ist ..., schön geschminkt bist du ja immerhin ..."
-jede kleinste äußerliche Veränderung (müde, Pickel, Gewicht) oder Stimmung wird kommentiert/analysiert
-passiv-agressiv: "wir haben uns ein Hund angeschafft, weil wir ja keine Enkelkinder haben ..."
-"unseren Hund kann man zum Glück nicht "kaufen" " (=passiv-agressiv für: die Auswanderung in die USA aufgrund eines Jobangebot meines Mannes, was mit gutem Verdienst verbunden ist)
-"wir werden wohl sicher mal in ein Altenheim gehen ..."

bevormundend/alles an sich reißend:
-bietet unseren Gästen in unserer Wohnung Kaffee/Essen an
-ein gemeinsames Geschenk was zu verpacken war, wurde mir (31 J.),ohne Erklärung aus der Hand gerissen, um es selbst zu verpacken
-wollte mir noch bis ich 13 war, mein Brot zum Abendessen schmieren

sonstiges:

-drängt allen ihre Hilfe auf, ist beleidigt, wenn man ihre Hilfe nicht benötigt
-lästert viel und ungeniert; letztens sogar über die Familie meines Mannes, mit denen wir alle an einem Tisch saßen, sodass ich mich sehr dafür schämte
-diverse Ängste: schreit oft als Beifahrer völlig unbegründet aus Angst beim Bremsen/Überholen, Flugangst, Platzangst
-macht Geschenke, die vor allem ihr gefallen
-oberflächlich, schwaches Algemeinwissen, Dinge, Fakten und Nachrichten werden verdreht aber mit einer Überzeugung erzählt, bei Hinweis auf falsche Fakten, ist sie beleidigt
-teilt aus, kann nichts einstecken
-schnell beleidigt
-strafender Blick, ermahnend ihrem Ehemann, meinen Großeltern und mir gegenüber, wenn ihr etwas nicht passt
-äußert nur durch die Blume Kritik, steht bei Nachfrage nicht zu ihren Äußerungen, streitet ab, wechselt schnell das Thema
-redet für andere, wenn sie ihrer Meinung nach zu lange überlegen
-hat bei einer großen Familienfeier die erwachsen Kinder (20-35 Jahre) zu 10 jährigen an den "Kindertisch" gesetzt
-kontrollierend: hast du dich bei XY bedankt/gratuliert
-alles sei ja "nur gut gemeint", ich sei zu sensibel
-manchmal großspurig, angeberisch herablassend Leuten gegenüber, die weniger Geld & Status haben
-das Aussehen anderer Leute wird ständig bewertet
-ist seit Jahren essgestört, sagt oft nach dem 5. Bissen sie sei angeblich so satt
-spielt nach aussen immer die perfekte, heile Familie
-verteilt in der ganzen Familie Ratschläge, nimmt aber keine an, sagt nur kurz schnippisch "aha" und wechselt das Thema
-hört oft schlecht zu, lässt einen kaum zu Wort kommen, redet viel & schnell, verträgt keine Gesprächspausen
-zwischenmenschliche Probleme werden weggelacht und heruntergespielt
-füttert ihren Hund meistens mit der Hand, verhätschelt ihn
-kann nicht akzeptieren, dass ich nicht ihr leibliches Kind bin, sucht immer wieder vermeintliche Gemeinsamkeiten bzw. sieht mich nicht als Individuum mit eigenem Charakter bzw. Aussehen: "du bist wie ich", "wir haben den selben Geschmack (Parfüm, etc.)", "du hast die selben Augen wie Papa",
"andere sagen, wir sehen uns ähnlich"
-oder aber "du hast so eine quadratische, russische Gesichtsform, deine Hände sind so breit ..."
-behauptet, sie merke nicht, was sie erzählt
-wundert sich, was sie denn falsch gemacht hat, meint, sie müsse "erstmal verdauen, was ich ihr an den Kopf geworfen habe", wenn ich anspreche, was mich verletzt hat

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