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..alleiniges in gemeinsames Sorgerecht verändern?? Bedenken.

4. Januar 2011 um 15:14 Letzte Antwort: 13. Januar 2011 um 8:01




Hallo,

ich brauche dringend guten Rat. Mein Kind ist nun 2, der Vater wollte es zuerst nicht und hat sich sofort nach Ankündigung der Schwangerschaft zurückgezogen (sofort alte Beziehung zur Ex wieder aufgenommen) und mir eine Abtreibung vorgeschlagen.
Seitdem das Kind 1 Jahr alt ist, ist er wieder 'da', ich habe damals den Kontakt wieder zu ihm aufgenommen. Die Kommunikation mit ihm ist sehr kompliziert, dazuhin lebt er nicht in unserer Stadt, sondern 340km entfernt.

'Da' sein heißt in diesem speziellen Falle, er kommt dann, wann es ihm in den Kalender paßt, mal alle drei, mal nur alle 4 Wochen. Finanziell unterstützt er das Kind mit etwas mehr als dem in der DD Tabelle vorgeschlagenen Unterhalt.
Betreuungsunterhalt bekomme ich nicht, da er sich damals (obwohl gut verdienend, allerdings selbständig und damit geht's ja leichter), als nicht leistungsfähig ausgewiesen hat. Ich schufte mich bis an den Rand der Kräfte und habe wenig Entlastung, muß mir aber regelmäßig anhören, ich könne von ihm nicht mehr erwarten, da ihm mein Wohlwollen fehlen und er sich nicht adäquat von mir behandelt fühle. Wie gesagt, ist die Kommunikation mit ihm sehr kompliziert, da er mir vorwirft, ich würde darauf herumreiten, daß ich das gemeinsame Sorgerecht hätte und und damit 'die Macht'.
Positiv kann ich sagen, daß er, wenn er da ist, sich sehr um sein Kind bemüht und das Kind heute auch liebt und sagt, er würde alles dafür tun.
Nur die Mutter - da ist es eben ungewiss, was er mit ihr will. Er erwartet eben Nettigkeiten von mir, bevor er etwas für mich tun 'kann'.
Und ich bin sehr bitter, was die ganze Vergangenheit mit uns angeht.
Nun möchte er das gemeinsame Sorgerecht. Er würde sich damit besser fühlen, und hätte mehr das Gefühl, gleichberechtigt zu sein, er würde sich mir nicht mehr ausgeliefert fühlen und das Kind könne nicht mehr instrumentalisiert sein.
Ich habe ihm zu keiner Zeit etwas untersagt oder erschwert, was das Sehen des Kindes anbelangt und sein Umgangsrecht. Im Gegenteil, ich hätte mir gewünscht, daß er öfter da wäre. Aber sein Job geht vor und das Geld, das er (für sich) verdient, muß verdient werden. Ich hingegen muß ständig alles stehen und liegen lassen, da ich die komplette Betreuung des Kindes habe- und wie gesagt, von seinen Gnaden abhängig bin, wann er kommen will/kann. In seiner Stadt führt er ein Leben auf relativ großem Fuß, im Vergleich zu uns.
Für mich war Voraussetzung eines gemeinsamen Sorgerechts, daß wir eines Tages eine stabile Beziehung als Paar führen und an einem Ort leben. Ich weiß nicht, wie es mit uns als Familie weitergeht. Unter diesen (nicht vorhandenen) Voraussetzungen soll ich nun entscheiden, sonst bin ich mal wieder die 'machtergreifende', nicht-wohlwollende Frau, der er so keine Unterstützung zuteil werden lassen kann und mit der er keine Perspektive sieht.
Ich habe größte Bedenken, da ich das Gefühl habe, es geht ihm um einen rein bürokratischen Akt, und wenn ich dem zugestimmt habe, kann es sein, daß er unserer Beziehung eine finale Absage erteilt, da er dann ja sein Recht gewonnen hat.
Mit dieser geografischen Distanz ein gemeinsames Sorgerecht...mit solch einer wackeligen Basis. Und überhaupt...- wie soll das alles zum Kindeswohl geschehen, wenn ich mit dem Mann sowieso noch keine Kommunikationsbasis habe, auf der wir uns unproblematisch und ohne uns zu verletzen verständigen können? Für mich ist die Entscheidung Sorgerecht Schritt 2 nach Schritt 1. Für ihn ist es Schritt 1, um angeblich motivierter zu sein. Das finde ich, ist eine Farce.
Brauche dringend Rat, fühle mich sehr unter Druck.
Wenn ich das nun nicht tue, dann 'lege ich mir selbst Steine in den Weg' bzw. 'ich könnte es schon längst einfacher haben', laut ihm.
Wenn ich ihm sage, das braucht für mich Zeit, so ein großer Schritt, so höre ich nun von ihm, ich solle bedenken, daß er sich das Sorgerecht schon seit der neuen Gesetzesvorlage längst hätte 'holen' können. Das würde er zwar nicht tun (!). aber warum betont er das dann so?
Und so etwas kommt von jemandem, der vordergründig eine liebevolle Beziehung mit mir anstrebt, mich in anderen Dingen seit 3 Jahren ziemlich hängen lässt und überhaupt.
Tut mir leid, daran zu glauben, daß es hier um etwas Gute gemeintes für mich geht, ist fast unmöglich.

Bin froh über eure Antworten.....

liebe Grüße, Ribana18

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5. Januar 2011 um 14:46

Hallo Ribana
Nun eigentlich hast du in all deinen Worten doch klar gesagt was du denkst, wie du fühlst und eigentlich final schon gesagt wie die Entscheidung ist.
In Anbetracht dessen, das ihr so weit auseinander lebt, keine gemeinsame Zukunft habt, du ihm nicht mit einem Male ausser das Kind wäre krank oder du verhindert, den Umgang verwährst, sage ich dir: NEIN KEIN gemeinsames Sorgerecht.
Der Mann hat alle ihm erdenklichen Rechte die er benötigt, in einem Falle wo seine Entscheidungen benötigt werden, warum solltest du bald 400km überwinden damit man diesen zustimmen kann?
Alle wichtigen Entscheidungen würden wieder ins Wanken kommen, da er doch jeder Kleinigkeit zustimmen müsste. Was entgeht ihm denn seiner Meinung nach? --In meinen Augen nichts. Er sieht sein Kind, er kann Zeit verbringen, das er zahlen muss ist klar denn er lebt ja nicht mit dir zusammen.
Sein Kind weiss er ist der Vater und sollte gesetz dem Falle dir etwas passieren, ja dann ist er als eingetragener Vater doch eh wieder auf dem Posten mit dem Sorgerecht. Also nun ich denke du solltest es so laufen lassen, er sich eigentlich glücklich schätzen, dass du es so in Kauf nimmst ohne zu murren, dass er leider nur alle 4 Wochen mal kommt.
Wärest du ein so hinterhältiges Wesen wie er es versucht dir einzureden, dann würdest du beim Jugendamt darauf pochen, dass er alle 14 Tage kommt und sich um das Kind kümmert. Tut er dies nicht könntest du es sogar gerichtlich einklagen wollen und ihm daraus sogar noch den Strick drehen das er sein Umgangsrecht auch noch verliert. Was also bitte will er. Entscheidungen was das Kind anzieht, wo es in den Kindergarten geht, was später in der Schule ist, all dies kannst du ihm auch so mitteilen, jedoch kann er nicht bestimmen was er will. Er versucht eigentlich dir nur das Sorgerecht zu nehmen nicht mehr und nicht weniger in meinen Augen, denn nun mit neuer Partnerin ist ihm vielleicht aufgefallen: Hupps ich bin Vater ich muss guter Vater sein und vorallem mitbestimmen. Ich könnte sogar dann irgendwann hier Familie spielen mit einem Kind was meines Ist aber nicht das der Partnerin aber egal........ Überlege daher sehr gut was du tust. In seinen Ausführungen bezüglich seiner Äusserungen wäre ich schon sehr gewagt ihm an den Kopf zu werfen: Ah ok du kümmerst dich also nur wenn du Sorgerecht hast in der Zukunft? Gut da ich es dir nicht gebe überlege ob ich dir nicht sogar damit in diesen Äusserungen gefährlich werden könnte was den Umgang angeht.

Viel Glück

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13. Januar 2011 um 8:01

Hallo
Ich stehe auf der anderen Seite und habe daher eine etwas andere Sichtweise, was das Sorgerecht betrifft.

Mein Freund hat einen kleinen Sohn, die Mutter des Kindes und mein Freund haben sich schon vor der Geburt des Kindes getrennt. Mittlerweile ist der Kleine 2 und seit 3 Monaten oder so haben die beiden das gemeinsame Sorgerecht.

Bei uns war die Situation etwas anders als bei dir. Mein Freund hat sich von Anfang an um sein Kind gekümmert. Hat ihn regelmäßig gesehen, später regelmäßig geholt. Sobald es aber Unstimmigkeiten gab, war die Ex "an der Macht" und hat das auch so benutzt. Zwar konnten wir den Kleinen auch bei Streitigkeiten immer holen, aber sie hat mehr oder weniger psychischen Druck ausgeübt. Es kamen z.B. folgende Sätze:
"Du hast gar keine Recht, sei froh, dass du den Kleinen sehen darfst" oder "Wenn du nicht aufhörst, brauchst du nicht zur Taufe zu kommen, eigentlich hätte ich dir auch gar nicht Bescheid sagen müssen." Wenn ihr etwas nicht passte, durfte es nicht gemacht werden, so erscshwerte sie meinem Freund aus fadenscheinigen Gründe das Abholen des Kleinen. (Mein Freund hat ihn von der Arbeit aus mit einem kleinen LKW abgeholt, seit er das erste Mal mit durfte, plötzlich hatte er Angst davor oder der LKW war nicht sicher genug).

Mein Freund hat sich nicht gleichberechtigt gefühlt und er war es ja auch nicht. Ständig aufpassen was man sagt, nicht mitentscheiden, obwohl er es wollte. Er wollte voll da sein für sein Kind und nicht nur Besuchspapa. Er wollte das, was einem Vater zustehen sollte und dank des neuen Urteils ja auch zusteht. Er wollte voll an dem Leben seines Kindes teilhaben. Mitentscheiden und gleichberechtigt mit seiner Ex sein.
Das Verhältnis ist seit dem noch besser geworden, auch weil mein Freund sich nicht mehr alles gefallen lassen muss und ein Stück Sicherheit bekommen hat, weil sie nun das gemeinsame Sorgerecht haben.

Das bei dir der Fall etwas anders liegt und natürlich auch erschwert wird, dadurch dass dein Ex so weit weg wohnt, ist mir klar. Ich würde mich aber mal beim Jugendamt gemeinsam beraten lassen, alle Vor- und Nachteile auf den Tisch legen und vor allem auch deinem Ex klar machen, dass es dann auf beiden Seiten fair ablaufen muss. Dir und deinem Kind steht es z.B. zu, dass er alle 14 Tage sein Kind holt.

Ob das der Grundstein für eine erneute Beziehung ist, weiß ich nicht. Für mich wäre er es nicht. Da gehört wohl einiges mehr zu, als dass gemeinsame Sorgerecht und das Wohlwollen deines Exfreundes. Aber eine intakte Beziehung ist auch keine Voraussetzung für ein gemeinsames Sorgerecht.

Viele Grüße

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