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Alkoholkranke Mutter und Bruder lebt noch daheim mit fast 30 Jahren

15. August 2018 um 17:07

Hallo zusammen , 

Ich mache mir sorgen um meinen Bruder. Er knapp 30 , keine Arbeit (noch nie gearbeitet , nicht mal Nebenjob), lebt zuhause auf kosten des Partners unserer Mutter, und sitzt den ganzen Tag im Zimmer vorm Pc. 
Er wurde schon immer sehr verhätschelt von unserer Mutter (damals Alleinerziehend), er musste nie was selbst machen, er kann bis heute nicht richtig mit Messer und Gabel essen da unsere Mutter ihm die Brote geschmiert hat, er hat lange Zeit als kleiner Junge bei ihr im Bett geschlafen. Er durfte auch selten mal raus spielen weil sie immer Angst hatte ihm könnte was passieren. Hat ihn zur Schule gebracht und abgeholt (in der Schule auch gemobbt  worden) . Mit 5 Jahren bekam er seine erste Spielkonsole und das ging dann immer so weiter, so dass er natürlich nur vor der Spielkonsole war und am Leben draußen nicht teilgenommen hat. Es gab mal 2 Freunde die er ab und an besucht hat zum dpielen. 
Meine Mutter hat zudem ein Alkoholproblem , damals kam es mehrmals im Monat vor das sie die Nacht durch gesoffen hat, Musik lief so laut, dass ich die halbe Nacht wach gelegen habe und immer mit der Angst, dass meine Mutter hinfällt und sich verletzt da sie so volltrunken war. Ich bin dann froh gewesen wenn die Nacht vorbei war und ich in die Schule durfte  , mein Bruder hingegen war froh das keiner ihn geweckt hat und hat natürlich die Schule geschwänzt da meine Mutter keinen Wecker mehr gehört hat und mein Bruder ihn dann ausgestellt hat. Die nächsten 2 Tage nach ihrem Alkoholkonsum lief so ab, dass sie auf der Couch lag, die Rollläden waren runter und mein Bruder vor der Konsole. Ich hab es kaum ertragen zu wissen, wenn die Schule rum ist in diese dunkle Wohnung zu müssen und hab mich oft draußen mit Freunden aufgehalten , allerdings auch erst als Jugendliche davor war ich natürlich zu jung. Ich hab dann auch immer die schlechte Laune meiner Mutter abbekommen, ich war immer die böse und mein Bruder der Prinz. Es kamen so Sprüche wie „dich hätte ich damals besser die kloschüssel runtergespült „ oder „ du bist wie dein Vater , ekelhaftes weib“ ect...  ich habe nie liebe erfahren von ihr , keine Umarmung, kein Kuss und keine lieben Worte. Es kam 2-3 mal vor als sie volltrunken war das sie mich umarmt hat aber ich hab mich so geekelt und sie so sehr verabscheut wenn sie betrunken war und das ist bis heute noch so. Bekomme richtige Wut wenn ich am Telefon z.b. Merke das sie wieder getrunken hat. 

Mit 18 Jahren bin ich dann ausgezogen da meine Mutter einen Mann kennengelernt hat der allerdings knapp 200 km weiter weg wohnte und sie dann dorthin zog mit meinem Bruder ( er damals 13 Jahre)ich war im 1. Lehrjahr. Meine Hoffnung war dann, jetzt wird alles besser, sie trinkt nicht mehr oder zumindest sehr viel weniger da der Partner gar nicht trinkt und es auch nicht mag es sei denn an Silvester, Geburtstage ect. Und mein Bruder wird in der Schule Freunde kennen lernen und endlich mal selbstständiger. Der hat ja nichts beigebracht bekommen all die Jahre, motorisch eine totale null , Essverhalten total gestört , nur Markenprodukte , Pizza ect, immer vorher riechen ob das Essen ok ist, sehr viel süsskram , was meine Mutter ihm bei jedem Einkauf ihm mit gebracht hat und ich habe nie was bekommen.
 Naja , die Schule hat er geschafft aber dann ging es ums bewerben und das hat dann auch meine Mutter für ihn erledigt , und er sei dann angeblich zu dem Vorstellungsgespräche gegangen aber immer eine Absage , es waren aber nur (3-4 Vorstellungsgespräche). Und anstatt ihm dann mal Druck zu machen weiter zu suchen ließ sie es einfach so stehen und mein Bruder sitzt bis jetzt nur zuhause rum und verfällt teilweise in Depressionen wie er mir erzählt, hätte eine soziale Phobie , meint jeder würde über ihn schlecht reden. Die Krankenkasse hat meine Mutter dann jahrelang für ihn bezahlt, sie selber geht nicht arbeiten und bekam immer 250 Euro auf das Konto von ihrem Partner. Davon hatte sie natürlich nichts da sie ja die Kasse bezahlt hat. Jetzt sind sie mittlerweile verheiratet und mit dem Geld läuft irgendwie anders, und dann hat Der Partner erfahren das sie die Kasse für ihn zahlt und er hat es übernommen und nun weigert er sich aber und bittet ihn das er sich nun endlich beim Amt meldet und sich um sein eigenes Geld kümmert. Er erzählt das er das getan hätte aber es passiert nichts, Kasse erhält nun kein Geld mehr und er ist Versicherungslos. 

Ich habe ihn mal gefragt wie er sich sein Leben weiterhin vorstellt, Rente wird er nicht bekommen da er noch bis jetzt nichts eingezahlt hat( seine Antwort zur Rente, dann bringe ich mich halt eben um) und ob er nicht mal eine Therapie beginnen möchte ? Habe dann mit ihm zusammen alle Psychologen in seinem Umkreis angeschrieben. Therapie macht er jetzt wohl seit 1 Jahr , 1 mal die Woche , meiner Meinung nach zu wenig. Er benötigt eher einen stationären Aufenthalt und vor allen Dingen benötigt er einen  Betreuer , der in ins Leben führt, beim Amt arbeitslos melden, Wohnung suchen ect. Seit fast 10 Jahren passiert einfach nichts und meine Mutter macht auch nichts. Meiner Meinung nach müsste sie ihm sagen, wenn er bis zum gewissen Zeitraum nicht tätig wird, muss er leider ausziehen und sehen wie er zurecht kommt. Aber sie sagt, das ist doch furchtbar , der arme Junge , der kommt doch nicht klar alleine. 

Jetzt am Wochenende war er bei mir und meinen neuen Partner zu Besuch. Mein Partner kannte ihn bisher nicht. Er war schockiert darüber zu sehen wie unsicher er ist und eigentlich nur noch ein Schatten seiner selbst sei, immer dasselbe erzählt und immer darauf bedacht keine Widerworte
Zu hören und daher immer derselben Meinung wie alle anderen. Schleicht durchs Haus und belauscht uns und solche Dinge. 

Je länger ich aber drüber nachdenke habe ich mittlerweile das Gefühl das an all dem meine Mutter schuld ist und vielleicht gar nicht will das ihr „junge“ das Haus verlässt und ein eigenes Leben beginnt. Mir hätte sie damals den marsch geblasen würde ich nur zuhause sitzen und kein Beruf erlernen und mein eigenes Leben führen. Zu meinem Glück muss ich sagen, ich war immer allein auf mich gestellt und hab alles gemeistert ohne ihre Hilfe. 

Da ich gehofft habe das es mit dem Alkoholkonsum meiner Mutter Besser wird wenn sie beim neuen Partner lebt müsste ich feststellen das ich mich getäuscht habe. Vor 4 Jahren ca. war meine Mutter ein Wochenende bei mir zu Besuch und an einem Tag war sie bei ihrer Mutter. Ihr Koffer stand im weg und ich wollte ihn wegstellen als alle Sachen rausfielen. Dabei fiel auch eine kleine Flasche Wodka raus. Ich war total geschockt und konnte kaum atmen, ich war einfach fassungslos. Daraufhin fand ich Quittungen von ihrem Einkauf , wo auch immer wieder Alkohol mit dabei war. Vor 1 Jahr war sie erneut bei mir und wir hatten Besuch und dazu gab es Sekt , wir 1 Glas (meine Freundin und ich) meine Mutter den Rest und fragte dann ob ich noch was da hätte, ein piccolo hatte ich noch im Kühlschrank , wusste sie sowieso , also hab ich ihr den. Dann war der schnell leer und ich sah dann irgendwann das sie aus dem Bad kam mit einem Glas Wasser. Ich danach ins Bad und was war in ihrer Kosmetitasche, natürlich ein Flachmann Wodka, leer. 

Mittlerweile glaube ich das meine Mutter eine krankhafte Liebe zu ihrem Sohn hat und vielleicht gar nicht will das er auszieht und sein eigenes Leben lebt , keine Mutter würde das einfach so hinnehmen? Ich weiß aber auch nicht was der richtige Weg ist. Traue mich nicht ihr zu sagen das ich weis das sie alkoholkrank ist und das sie endlich meinen Bruder rausschmeißen soll ansonsten würd sich nie was ändern bis zu ihrem Tod. 
Mein Partner meint, der beste Weg wäre über den Mann meiner Mutter. Ihm zu sagen, pass auf, meine Mutter ist alkoholikerin und mein Bruder alleine nicht lebensfähig und man muss ihn vor die Tür setzen damit er tätig wird sonst sitzt er in 30 Jahren noch bei euch. 

Was meint ihr ? Was kann man da machen? Wenn ich meine Mutter das alles an den Kopf werfe wird sie vermutlich den Kontakt zu mir abbrechen?  

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16. August 2018 um 10:02

Danke dir für den Tipp mit dem rechtlichen Betreuer. Das werde ich meinem Bruder vorschlagen und hoffen er willigt ein, wenn nicht kann ich auch nicht mehr viel machen. 

Ausflüge klingt gut, allerdings wohnt er 2 std von mir entfernt , daher wird das so oft nicht klappen. Aber wenn er dann mal da ist , werde ich das machen. 

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