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ADHS und Ritalin

8. Juni 2002 um 17:59 Letzte Antwort: 25. Mai 2005 um 23:29

Hallo an alle,

ich hab einen 11jährigen Neffen, bei dem ADHS diagnostiziert wurde. Seit über 2 Jahren, es können auch schon 3 sein, wird er mit Ritalin behandelt. Ich hab den Namen des Medikaments erst jetzt erfahren, weil er meiner Mutter zufällig über die Lippen gerutscht ist. Denn eigentlich ist das ein Tabu-Thema in unserer Familie. Meine Eltern wissen, dass ich es nicht gut finde, was meine Schwester mit ihrem Sohn macht (meiner Meinung nach sind das Drogen), also wird darüber net gesprochen.
Jetzt hab ich mich ma schlau gemacht bzw. hab es versucht, denn ich hab im Netz nicht viel gefunden außer www.ritalin-kritik.de und das ist echt heftig, was man da erfährt.
Kennt sich einer von euch mit ADHS aus und mit Ritalin? Vielleicht gibt es in der ein oder anderen Familie auch ein Kind, bei dem diese "Krankheit" (ich setz das bewusst in Anführungszeichen, weil ich es nicht wirklich für eine halte) diagnostiziert wurde?
In der Klasse meines Neffens sind 8 von 33 Kids auf Ritalin, bei weiteren 10 soll es evtl. verabreicht werden!!
Was ist denn in unserer Gesellschaft los, dass immer mehr Kids hyperaktiv sind und warum werden sie alle mit solchen Bewusstseinshämmern wie Ritalin behandelt? Ich versteh das alles nicht und kann über die Veränderung meines Neffens nur den Kopf schütteln. Er ist so lethargisch geworden, kein Stück lebendig wie sich das für einen 11jährigen gehört. Und das macht mich so traurig. Leider kriegt meine Schwester ihn erzieherisch "nicht in den Griff", wie sie es immer so schön sagt und deshalb war es ihre Wahl, den Jungen auf Drogen zu setzen. Sie nimmt ihm damit doch seine ganze Entwicklung, aber wenn ich versuche, darüber zu sprechen, wird nur abgeblockt "anders gehts halt net".

LG von Supi

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8. Juni 2002 um 19:00

Mein Thema !!!
Hallo Supi,

mein Sohn ist auch ein ADS Kind und ich bin einen ganz anderen Weg gegangen.

Als sich bei meinem Sohn der Verdacht auf ADS verhärtet hatte, ging ich zu einer Kinesiologin und ließ ihn dort gründlich untersuchen. Mit Untersuchung und Gesprächen dauerte das ganze 1 1/2 Stunden !

Das Problem bei ADS Kindern ist, dass die Rechte und Linke Gehirnhälfte nicht konform gehen. Viele ADS Kinder sind sehr kreativ also Rechtsdenker. Der Stoffwechsel im Gehirn ist gestört.

Retalin heilt nichts, sondern stellt Kinder nur still und macht meiner Ansicht nach den Weg frei für eine spätere Drogenkarriere !

Durch die Brisanz dieses Themas habe ich sehr viel Beiträge gelesen und im Fernsehen verfolgt. In Filmbeiträgen und im Bekanntekreis, sah ich immer wieder, dass diese Kinder einen sehr hohen Verzehr von Süssigkeiten haben und sich an ihrer Krankheit nichts geheilt wird. Auch mein Sohn frass den Zucker regelrecht in sich rein !!!

Die meisten ADS Kinder leiden unter Unverträglichkeit von Zucker, Weizen und Milch. Sie sind meistens voller Darmpilze, die von Zucker oder Kohlenhydraten leben.

Wenn solche Kinder morgens vor der Schule z.b. 1 Kaba und einen Toast oder Brötchen mit Nutella oder Marmelade essen, ist ihre Konzentrationsfähigkeit auf dem Nullpunkt. Denn diese Mischung verursacht eine " Explosion " in ihrem Gehirn und ihre Leistungsfähigkeit sinkt auf den Nullpunkt.

Die einzige vernünftige Therapieform für diese Kinder ist, dass man ihre Nahrung komplett umstellt und die Darmpilze bekämpft, die diesen Heisshunger auf Süssigkeiten oder auch Fastfood verursachen.

Also weg mit der Milch, Weizenmehl austauschen gegen Vollkornmehl auch rigoroses Streichen von sämtlichen Süssigkeiten und süssen Getränken ! Darmpilze können mit Algentabletten bekämpft werden und statt Kinder mit Ritalin ruhig zu stellen Bachblüten oder homöopatische Mittel einsetzen.

Die Therapie dauerte bei meinem Sohn ein halbes Jahr und seine Schulischen Defizite wurden durch die Rückstufung in die untere Klasse aufgefangen.

Auch sollte man darauf achten, dass diese Kinder einen geregelten, ruhigen Tagesablauf haben. Gameboy, Computerspiele und Fernsehen, sind Gift für das Gehirn.

Sie brauchen sehr viel Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben.

Alles was dem Gehirn Stress verursacht wird auf die Seite geschoben und nicht erledigt.

ADS Kinder müssen anders lernen als andere, weil z.B. Textaufgaben in Mathe nur mit dem Gleichklang von beiden Gehirnhälften zu bewältigen ist.

Diese Kinder brauchen die volle Unterstützung ihres Umfeldes, weil viele Kinder unter mangelndem Selbstwertgefühl leiden. Man muss sie aussergewöhnlich viel loben und viel Mut zu sprechen. Rückschläge dürfen nicht bestraft werden.

Durch diese Therapieform, die leider nicht von Krankenkassen bezahlt wird, habe ich sehr viel über meinen Sohn gelernt, was dazu führte, dass unser tägliches Miteinander viel harmonischer geworden ist. Zwar ist er in seiner Art und Weise noch recht chaotisch, aber er ist leichter zu händeln und seine Einsicht ist sehr gewachsen. Durch sein gewachsenes Selbstwertgefühl ist er ruhiger geworden und seine schulischen Leistungen sind in Mathe und Deutsch sehr viel besser geworden. Heute ärgert er sich sogar, wenn er einen Test in der Schule verhaut !

Ich habe die Kosten der Therapie von 2.000,- DM nicht bereut, weil es die beste Investition war, die ich je machen konnte. Auch stehe ich mit der Therapeutin im regelmäßigem Kontakt und kann mich bei Fragen kostenlos an sie wenden.

Ich weiß nicht, warum Ärzte und Eltern so blauäugig mit dieser Krankheit umgehen, denn es geht auch anders. Man muss es nur wollen !!!

Liebe Grüsse Ester21

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8. Juni 2002 um 19:52
In Antwort auf afia_12116270

Mein Thema !!!
Hallo Supi,

mein Sohn ist auch ein ADS Kind und ich bin einen ganz anderen Weg gegangen.

Als sich bei meinem Sohn der Verdacht auf ADS verhärtet hatte, ging ich zu einer Kinesiologin und ließ ihn dort gründlich untersuchen. Mit Untersuchung und Gesprächen dauerte das ganze 1 1/2 Stunden !

Das Problem bei ADS Kindern ist, dass die Rechte und Linke Gehirnhälfte nicht konform gehen. Viele ADS Kinder sind sehr kreativ also Rechtsdenker. Der Stoffwechsel im Gehirn ist gestört.

Retalin heilt nichts, sondern stellt Kinder nur still und macht meiner Ansicht nach den Weg frei für eine spätere Drogenkarriere !

Durch die Brisanz dieses Themas habe ich sehr viel Beiträge gelesen und im Fernsehen verfolgt. In Filmbeiträgen und im Bekanntekreis, sah ich immer wieder, dass diese Kinder einen sehr hohen Verzehr von Süssigkeiten haben und sich an ihrer Krankheit nichts geheilt wird. Auch mein Sohn frass den Zucker regelrecht in sich rein !!!

Die meisten ADS Kinder leiden unter Unverträglichkeit von Zucker, Weizen und Milch. Sie sind meistens voller Darmpilze, die von Zucker oder Kohlenhydraten leben.

Wenn solche Kinder morgens vor der Schule z.b. 1 Kaba und einen Toast oder Brötchen mit Nutella oder Marmelade essen, ist ihre Konzentrationsfähigkeit auf dem Nullpunkt. Denn diese Mischung verursacht eine " Explosion " in ihrem Gehirn und ihre Leistungsfähigkeit sinkt auf den Nullpunkt.

Die einzige vernünftige Therapieform für diese Kinder ist, dass man ihre Nahrung komplett umstellt und die Darmpilze bekämpft, die diesen Heisshunger auf Süssigkeiten oder auch Fastfood verursachen.

Also weg mit der Milch, Weizenmehl austauschen gegen Vollkornmehl auch rigoroses Streichen von sämtlichen Süssigkeiten und süssen Getränken ! Darmpilze können mit Algentabletten bekämpft werden und statt Kinder mit Ritalin ruhig zu stellen Bachblüten oder homöopatische Mittel einsetzen.

Die Therapie dauerte bei meinem Sohn ein halbes Jahr und seine Schulischen Defizite wurden durch die Rückstufung in die untere Klasse aufgefangen.

Auch sollte man darauf achten, dass diese Kinder einen geregelten, ruhigen Tagesablauf haben. Gameboy, Computerspiele und Fernsehen, sind Gift für das Gehirn.

Sie brauchen sehr viel Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben.

Alles was dem Gehirn Stress verursacht wird auf die Seite geschoben und nicht erledigt.

ADS Kinder müssen anders lernen als andere, weil z.B. Textaufgaben in Mathe nur mit dem Gleichklang von beiden Gehirnhälften zu bewältigen ist.

Diese Kinder brauchen die volle Unterstützung ihres Umfeldes, weil viele Kinder unter mangelndem Selbstwertgefühl leiden. Man muss sie aussergewöhnlich viel loben und viel Mut zu sprechen. Rückschläge dürfen nicht bestraft werden.

Durch diese Therapieform, die leider nicht von Krankenkassen bezahlt wird, habe ich sehr viel über meinen Sohn gelernt, was dazu führte, dass unser tägliches Miteinander viel harmonischer geworden ist. Zwar ist er in seiner Art und Weise noch recht chaotisch, aber er ist leichter zu händeln und seine Einsicht ist sehr gewachsen. Durch sein gewachsenes Selbstwertgefühl ist er ruhiger geworden und seine schulischen Leistungen sind in Mathe und Deutsch sehr viel besser geworden. Heute ärgert er sich sogar, wenn er einen Test in der Schule verhaut !

Ich habe die Kosten der Therapie von 2.000,- DM nicht bereut, weil es die beste Investition war, die ich je machen konnte. Auch stehe ich mit der Therapeutin im regelmäßigem Kontakt und kann mich bei Fragen kostenlos an sie wenden.

Ich weiß nicht, warum Ärzte und Eltern so blauäugig mit dieser Krankheit umgehen, denn es geht auch anders. Man muss es nur wollen !!!

Liebe Grüsse Ester21

Bei manchen Fällen geht es vielleicht auch so ...
Liebe Ester,

Ich beneide dich darum, dass ihr das "Problem" so in den Griff bekommen habt. Ich finde es aber nicht richtig, von vornherein Ritalin zu verteufeln. Bei unserem Sohn gibt es keine andere Möglichkeit, denn am Zucker kann es kaum liegen: Süssigkeiten mag er überhaupt nicht, helles Brot - igitt. Wir haben 2 Jahre "rumprobiert" bevor wir uns dann doch dazu entschlossen haben ihm Ritalin zu geben.

Seit inzwischen fast 3 Monaten haben wir nun ein ausgeglichenes, zufriedenes Kind, das nicht sofort alles und jeden kurz und klein haut, wenn etwas nicht so läuft wie er es gerne hätte. Er findet langsam wieder Freunde (Keiner wollte mehr mit ihm etwas zu tun haben !!), seine Lehrer bestehen nicht mehr darauf, dass er zu DUMM für die Schule ist (er ist sogar sehr gescheit) und er ist in KEINER Weise ruhiggestellt oder lethargisch. Er spielt genau so ausgelassen wie alle anderen Kinder auch, eigentlich sogar noch mehr als vorher, da er endlich mitbekommt, was um ihn herum passiert.

Er lebte vorher in einer Phantasiewelt, in die er sich immer dann verkrochen hat, wenn ihm die Eindrücke zu viel wurden. Jetzt ist er immer bei uns - aufgeweckt, frech und mit jeden Tag ein Stückchen selbstbewußter.

Zum Thema Weg in die Sucht: Es ist inzwischen erwiesen, dass die Gefahr, später einmal drogenabhängig zu werden, bei Kindern die kein Ritalin bekommen haben wesentlich größer ist, als bei Kindern, die damit behandelt wurden.

Sicher ist es nicht ok, Kinder, wie in Amerika üblich, mit Ritalin "vollzuballern". Aber eine vorsichtige Dosierung, d.h. gerade so viel wie nötig, ist absolut nicht bewußtseinsverändernd, macht nicht abhängig und hat weniger Nebenwirkungen als die psychischen Schäden, die ein Kind davonträgt, weil unsere Gesellschaft so ist wie sie ist, nämlich ADHS-feindlich.

Bevor ich mich in Rage schreibe, noch ein Internet-Tip von mir:

http://www.psychologie-online.ch/add/index.html

Liebe Grüße
Stoffel

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8. Juni 2002 um 20:43
In Antwort auf paloma_12722357

Bei manchen Fällen geht es vielleicht auch so ...
Liebe Ester,

Ich beneide dich darum, dass ihr das "Problem" so in den Griff bekommen habt. Ich finde es aber nicht richtig, von vornherein Ritalin zu verteufeln. Bei unserem Sohn gibt es keine andere Möglichkeit, denn am Zucker kann es kaum liegen: Süssigkeiten mag er überhaupt nicht, helles Brot - igitt. Wir haben 2 Jahre "rumprobiert" bevor wir uns dann doch dazu entschlossen haben ihm Ritalin zu geben.

Seit inzwischen fast 3 Monaten haben wir nun ein ausgeglichenes, zufriedenes Kind, das nicht sofort alles und jeden kurz und klein haut, wenn etwas nicht so läuft wie er es gerne hätte. Er findet langsam wieder Freunde (Keiner wollte mehr mit ihm etwas zu tun haben !!), seine Lehrer bestehen nicht mehr darauf, dass er zu DUMM für die Schule ist (er ist sogar sehr gescheit) und er ist in KEINER Weise ruhiggestellt oder lethargisch. Er spielt genau so ausgelassen wie alle anderen Kinder auch, eigentlich sogar noch mehr als vorher, da er endlich mitbekommt, was um ihn herum passiert.

Er lebte vorher in einer Phantasiewelt, in die er sich immer dann verkrochen hat, wenn ihm die Eindrücke zu viel wurden. Jetzt ist er immer bei uns - aufgeweckt, frech und mit jeden Tag ein Stückchen selbstbewußter.

Zum Thema Weg in die Sucht: Es ist inzwischen erwiesen, dass die Gefahr, später einmal drogenabhängig zu werden, bei Kindern die kein Ritalin bekommen haben wesentlich größer ist, als bei Kindern, die damit behandelt wurden.

Sicher ist es nicht ok, Kinder, wie in Amerika üblich, mit Ritalin "vollzuballern". Aber eine vorsichtige Dosierung, d.h. gerade so viel wie nötig, ist absolut nicht bewußtseinsverändernd, macht nicht abhängig und hat weniger Nebenwirkungen als die psychischen Schäden, die ein Kind davonträgt, weil unsere Gesellschaft so ist wie sie ist, nämlich ADHS-feindlich.

Bevor ich mich in Rage schreibe, noch ein Internet-Tip von mir:

http://www.psychologie-online.ch/add/index.html

Liebe Grüße
Stoffel

Hallo Stoffel,
sicherlich ist es nicht Grundsätzlich so wie ich es vielleicht ausgedrückt habe.

Es gibt schließlich auch sehr viele Formen von ADHS und nicht jedes Kind ist gleich !

Deine beschriebenen Probleme mit der Ausgrenzung kenne ich auch nur zu gut und kann Dich somit sehr sehr gut verstehen.

Das Ritalin so in Verruf geraten ist und man daher auch sehr starke Berührungsängste hat, ist durch die laxe Verschreibung der Ärzte und die Blauäugigkeit der Eltern zurückzuführen.

Sicher wird dieses Medikament auch Kindern verschrieben, die überhaupt nicht unter ADS leiden.

Meine Freundin hat 2 Jungs die auch unter ADS leiden, aber beide haben unterschiedliche Formen dieser Krankheit. Somit kann man diese beiden Kinder auch nicht mit der gleichen Therapieform behandeln !

ADS Kinder sind in der Regel sehr klug aber sie werden sehr oft verkannt. Man verurteilt sie aber man versteht sie nicht !!!

Dass unsere Gesellschaft ADS feindlich ist, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Denn die betroffeneen Kinder haben keinen leichten Stand in ihrer Umwelt.

Ich denke die Gesellschaft wird noch einige Zeit brauchen, bis sie sich mit der Krankheit ADS richtig auseinandersetzen kann... zumal auch Erwachsene unter dieser Krankheit leiden können.

Dass Ritalin auch gute Dienste leisten kann, bezweifle ich keinesfalls und solltest Du Dich durch meinen vorigen Beitrag angegriffen fühlen, möchte ich mich bei Dir entschuldigen.

Aber ich kenne auch einen Jungen hier in unserem Ort der mit dem Zeug vollgepumpt wird, aber ständig Süssigkeiten in den Mund stopft und dessen Mutter mich anschaute wie wenn ich vom Mond käme, als ich sie auf das Problem mit den Darmpilzen ansprach. Denn bei diesem Jungen ist es offensichtlich, dass er unter Darmpilzen leidet. Er leidet unter Appetittlosigkeit und ist sehr Mager und Lethargisch.

Trotz allem denke ich, dass man bei diesen Kindern sehr stark auf das seelische Wohlbefinden schauen und auftretende Probleme sofort klären muss.

Mir hat die Therapie meines Sohnes sehr geholfen, weil auch ich in diese Therapie mitbehandelt wurde und wir somit unsere Probleme von der Wurzel her erkannt haben und lösen konnten. Denn auch mein Sohn hatte seine Traumwelt zu der ich keinen Zugang hatte.

So jetzt hoffe ich, dass ich Deine Rage wieder mildern konnte.

Denn Leider kenne ich real keinen Fall, indem Ritalin so geholfen hat wie bei Dir.

Selbstverständlich freue ich mich für Dich, dass Du mit Ritalin zurechtkommst.

Viele Liebe Grüsse Ester

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9. Juni 2002 um 13:42

Danke
Hallo ihr beiden!

Ich danke euch erst mal für eure Antworten und eure ausführliche Darstellung, wie ihr ADS erlebt. Bin froh, dass ich mich endlich austauschen kann, ich finde es echt schlimm, dass in meiner Familie nicht darüber gesprochen wird und es meinem Neffen gradezu peinlich ist, wenn er von seiner Therapeutin oder den Tabletten spricht. Meine Güte, meine Eltern, meine Schwester haben den kleinen Kerl so eingeschüchtert, das gibts gar nicht mehr.
Generell teile ich eher deine Meinung, Ester, weil ich ja sehe, dass die Tabletten so gar nix bei ihm bringen. Es würde mich nactürlich freuen, wenn sich solche Erfolge zeigen würden wie du sie gesehen hast, Stoffel. Aber das ist leider ganz und gar nicht so.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaub, dass er damals auch auf Zuckerunverträglichkeit getestet wurde und da hat man leider nix festgestellt. Deswegen wussten sie sich ja auch nicht mehr anders zu helfen und haben ihn unter diese Drogen gesetzt.
Was könnt ihr mir denn raten? Ich komm doch allein nicht gegen den Rest der Familie an, wenn ich was sage, heißt es immer nur "du wohnst doch nicht mehr hier und musst das nicht Tag für Tag ertragen". Ja vielleicht mag es sein, dass es mich nicht mehr direkt betrifft, weil ich mit diesem lebhaften aber gerade dadurch doch so liebenswerten Jungen nicht mehr unter einem Dach wohne. Aber grad weil ich ihn nur noch ca. 1x die Woche sehe, fällt mir die Veränderung doch am meisten auf! Meine Eltern/Schwester sehen doch gar nicht mehr, in welches Verderben sie den kleinen Kerl stürzen.
Ich denke, letztlich liegt das Problem doch wo ganz anders. Weiß doch selbst, dass bei meiner Erziehung schon gravierende Fehler gemacht wurden, die ich jetzt versuche, mit meinem Therapeuten aus der Welt zu schaffen und meinem Neffen gehts da kein Stück besser. Aber diese Wortkargheit darüber, bloß nix an die Öffentlichkeit lassen, das macht mich krank! Wie kann einem sowas wichtiger sein, als die Gesundheit eines Familienmitglieds? Wohl mehr, denn ich bin auch noch nie von meinen Eltern gefragt worden, welche Fortschritte ich in meiner Therapie mache und ich gehe schon fast 1 Jahr hin. Und anders wirds meinem Neffen auch net gehen. Das ist so traurig!
Upps, jetzt bin ich vielleicht doch ein wenig vom Thema abgekommen. Aber das musste mal raus!

Grüße von Supi

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10. Juni 2002 um 10:01
In Antwort auf veva_12867459

Danke
Hallo ihr beiden!

Ich danke euch erst mal für eure Antworten und eure ausführliche Darstellung, wie ihr ADS erlebt. Bin froh, dass ich mich endlich austauschen kann, ich finde es echt schlimm, dass in meiner Familie nicht darüber gesprochen wird und es meinem Neffen gradezu peinlich ist, wenn er von seiner Therapeutin oder den Tabletten spricht. Meine Güte, meine Eltern, meine Schwester haben den kleinen Kerl so eingeschüchtert, das gibts gar nicht mehr.
Generell teile ich eher deine Meinung, Ester, weil ich ja sehe, dass die Tabletten so gar nix bei ihm bringen. Es würde mich nactürlich freuen, wenn sich solche Erfolge zeigen würden wie du sie gesehen hast, Stoffel. Aber das ist leider ganz und gar nicht so.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaub, dass er damals auch auf Zuckerunverträglichkeit getestet wurde und da hat man leider nix festgestellt. Deswegen wussten sie sich ja auch nicht mehr anders zu helfen und haben ihn unter diese Drogen gesetzt.
Was könnt ihr mir denn raten? Ich komm doch allein nicht gegen den Rest der Familie an, wenn ich was sage, heißt es immer nur "du wohnst doch nicht mehr hier und musst das nicht Tag für Tag ertragen". Ja vielleicht mag es sein, dass es mich nicht mehr direkt betrifft, weil ich mit diesem lebhaften aber gerade dadurch doch so liebenswerten Jungen nicht mehr unter einem Dach wohne. Aber grad weil ich ihn nur noch ca. 1x die Woche sehe, fällt mir die Veränderung doch am meisten auf! Meine Eltern/Schwester sehen doch gar nicht mehr, in welches Verderben sie den kleinen Kerl stürzen.
Ich denke, letztlich liegt das Problem doch wo ganz anders. Weiß doch selbst, dass bei meiner Erziehung schon gravierende Fehler gemacht wurden, die ich jetzt versuche, mit meinem Therapeuten aus der Welt zu schaffen und meinem Neffen gehts da kein Stück besser. Aber diese Wortkargheit darüber, bloß nix an die Öffentlichkeit lassen, das macht mich krank! Wie kann einem sowas wichtiger sein, als die Gesundheit eines Familienmitglieds? Wohl mehr, denn ich bin auch noch nie von meinen Eltern gefragt worden, welche Fortschritte ich in meiner Therapie mache und ich gehe schon fast 1 Jahr hin. Und anders wirds meinem Neffen auch net gehen. Das ist so traurig!
Upps, jetzt bin ich vielleicht doch ein wenig vom Thema abgekommen. Aber das musste mal raus!

Grüße von Supi

Hallo Supi,
wie Du etwas am Verhalten Deiner Familie ändern kannst, kann ich Dir beim besten Willen nicht sagen.

Denn es hat etwas mit er Einstellung zu den Dingen zu tun.

Man kann nicht gegen die "Unbelehrbarkeit" der anderen angehen. So hart das auch klingen mag.

Gerade die Vielfalt dieser Krankheit macht eine Pauschaltherapie schier unmöglich.

Selbst dass sich Deine Eltern nicht nach Deinen Therapieerfolgen oder -stand erkundigen, zeigt mir auch eine gewisse Hilflosigkeit.

Ich möchte es nicht unter Ignoranz verbuchen, denn ich kenne sie nicht und würde ihnen vielleicht unrecht tun.

Das Einzige was Du machen kannst, ist hoffen auf Einsicht und dass die Krankheit irgendwann einmal richtig ernst genommen wird und die Wissenschaft noch zu anderen oder weiteren Erkenntnissen kommt.

Meine Freundin hat auch 2 ADS Kinder die völlig unterschiedliche Symtome aufweisen und auch sie ist mit ihrem Latein am Ende. Ich weiß grad nicht ob sie Ritalin gibt, aber ich glaube eher nicht.

Dass Du frustriert bist, kann ich mir gut vorstellen, denn es ist nicht einfach gegen Widerstände anzukämpfen.

Mich selbst hat es gewundert und überrascht, dass mein Mann auf diese kinesiologische Therapie mit einstieg, da es keine " schulmedizinischen Grundlage " hat.

Ich wünsche Dir sehr viel Kraft und geb bitte nicht die Hoffnung auf, denn Einsichten kommen oft sehr schnell.

Vielleicht hast Du ja Glück

Viele Liebe Grüsse Ester

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10. Juni 2002 um 10:05
In Antwort auf afia_12116270

Hallo Stoffel,
sicherlich ist es nicht Grundsätzlich so wie ich es vielleicht ausgedrückt habe.

Es gibt schließlich auch sehr viele Formen von ADHS und nicht jedes Kind ist gleich !

Deine beschriebenen Probleme mit der Ausgrenzung kenne ich auch nur zu gut und kann Dich somit sehr sehr gut verstehen.

Das Ritalin so in Verruf geraten ist und man daher auch sehr starke Berührungsängste hat, ist durch die laxe Verschreibung der Ärzte und die Blauäugigkeit der Eltern zurückzuführen.

Sicher wird dieses Medikament auch Kindern verschrieben, die überhaupt nicht unter ADS leiden.

Meine Freundin hat 2 Jungs die auch unter ADS leiden, aber beide haben unterschiedliche Formen dieser Krankheit. Somit kann man diese beiden Kinder auch nicht mit der gleichen Therapieform behandeln !

ADS Kinder sind in der Regel sehr klug aber sie werden sehr oft verkannt. Man verurteilt sie aber man versteht sie nicht !!!

Dass unsere Gesellschaft ADS feindlich ist, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Denn die betroffeneen Kinder haben keinen leichten Stand in ihrer Umwelt.

Ich denke die Gesellschaft wird noch einige Zeit brauchen, bis sie sich mit der Krankheit ADS richtig auseinandersetzen kann... zumal auch Erwachsene unter dieser Krankheit leiden können.

Dass Ritalin auch gute Dienste leisten kann, bezweifle ich keinesfalls und solltest Du Dich durch meinen vorigen Beitrag angegriffen fühlen, möchte ich mich bei Dir entschuldigen.

Aber ich kenne auch einen Jungen hier in unserem Ort der mit dem Zeug vollgepumpt wird, aber ständig Süssigkeiten in den Mund stopft und dessen Mutter mich anschaute wie wenn ich vom Mond käme, als ich sie auf das Problem mit den Darmpilzen ansprach. Denn bei diesem Jungen ist es offensichtlich, dass er unter Darmpilzen leidet. Er leidet unter Appetittlosigkeit und ist sehr Mager und Lethargisch.

Trotz allem denke ich, dass man bei diesen Kindern sehr stark auf das seelische Wohlbefinden schauen und auftretende Probleme sofort klären muss.

Mir hat die Therapie meines Sohnes sehr geholfen, weil auch ich in diese Therapie mitbehandelt wurde und wir somit unsere Probleme von der Wurzel her erkannt haben und lösen konnten. Denn auch mein Sohn hatte seine Traumwelt zu der ich keinen Zugang hatte.

So jetzt hoffe ich, dass ich Deine Rage wieder mildern konnte.

Denn Leider kenne ich real keinen Fall, indem Ritalin so geholfen hat wie bei Dir.

Selbstverständlich freue ich mich für Dich, dass Du mit Ritalin zurechtkommst.

Viele Liebe Grüsse Ester

Liebe Ester
nein ich habe mich eigentlich nicht von dir angegriffen gefühlt. Ich bin im Moment nur etwas überempfindlich, deshalb habe ich auch erstmal gewartet, bis ich dir erneut antworte. Ich habe an anderer Stelle in diese Forum ja mal angedeutet, das unsere Zwerge nicht meine leiblichen Kinder sind, d.h. es gibt auch noch eine "richtige" Mutter. Und die stellt uns im Moment wie die absoluten Verbrecher hin. Klar, sie will auf Biegen und Brechen das Sorgerecht erhalten.

Im Moment sieht es bei uns also so aus, dass wir uns ständig rechtfertigen müssen und von allen möglichen Seiten immer wieder Nackenschläge bekommen. Da hilft es auch nicht, dass unser Großer rasante Fortschritte macht und alle (die uns nicht verteufeln) sagen, dass sie es noch nie erlebt haben, dass Ritalin so extrem wirkt.

Ich bin auch nicht der absolute Verfechter von Ritalin, und denke schon, dass man genau abwägen muss, ob auch Alternativen sinnvoll sind. Auch ich halte nichts von der Praxis, einfach mal Ritalin zu geben und wenn es dann gar nichts bringt, sich Gedanken über andere Methoden zu machen, incl. ob das Kind wirklich ADHS hat.

Manche Eltern benutzen es vielleicht wirklich als "Ausrede", damit ihr Kind nicht als schlecht erzogen oder dumm gehalten wird. Und dann ist es sicher bequemer, Tabletten zu geben, als sich mit den Problemen auseinanderzusetzen.

Wir haben uns halt nach langen Überlegungen dazu entschlossen, Ritalin zu geben. Begleitend geht unser Großer zu einer ADHS-Therapie und bekommt eine spezielle Förderung seiner Dyskalkulie (Rechenschwäche). Und der Erfolg gibt uns recht.
Die Dyskalkulieförderung bekommt er übrigens schon länger, aber Fortschritte macht er erst wirklich, seitdem er Ritalin bekommt.

Ich denke, wichtig ist vor allem, dass man das Thema - gerade in der Familie - nicht totschweigt, sondern ausgiebig darüber redet. Der Umgang mit einem ADHS-Kind ist halt doch anders als mit einem nicht-ADHS-Kind. Und wenn man nicht darüber redet, kann man auch die entsprechenden Probleme nicht in den Griff kriegen.

Auch uns ist es anfangs schwergefallen, uns auf ihn einzustellen. Die Situation "Ich-habs-ihm/ihr-doch-schon-tausendmal-gesagt-das
-muss-er/sie-sich-doch-endlich-gemerkt-haben" kennst du sicher auch. Ich mußte mir verdammt oft (manchmal auch heute noch) auf die Zunge beißen und mir klarmachen: OK ich habs ihm schon tausendmal gesagt, aber er hat es sich noch nicht gemerkt! Und wenn ich es ihm geduldig noch mal erkläre, und nochmal und nochmal ... . Irgendwann schnackelt es und er hat es sich gemerkt. Aber diese Erkenntnis habe ich nur durch stundenlange Gespräche mit meinem Mann, dem Rest der Familie und anderen "Betroffenen" gefunden.

Ach, ich könnte stundenlang schreiben. Aber ich will hier nicht den Rahmen sprengen (Und der Haushalt ruft auch).

Liebe Grüße Stoffel

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10. Juni 2002 um 10:37
In Antwort auf paloma_12722357

Liebe Ester
nein ich habe mich eigentlich nicht von dir angegriffen gefühlt. Ich bin im Moment nur etwas überempfindlich, deshalb habe ich auch erstmal gewartet, bis ich dir erneut antworte. Ich habe an anderer Stelle in diese Forum ja mal angedeutet, das unsere Zwerge nicht meine leiblichen Kinder sind, d.h. es gibt auch noch eine "richtige" Mutter. Und die stellt uns im Moment wie die absoluten Verbrecher hin. Klar, sie will auf Biegen und Brechen das Sorgerecht erhalten.

Im Moment sieht es bei uns also so aus, dass wir uns ständig rechtfertigen müssen und von allen möglichen Seiten immer wieder Nackenschläge bekommen. Da hilft es auch nicht, dass unser Großer rasante Fortschritte macht und alle (die uns nicht verteufeln) sagen, dass sie es noch nie erlebt haben, dass Ritalin so extrem wirkt.

Ich bin auch nicht der absolute Verfechter von Ritalin, und denke schon, dass man genau abwägen muss, ob auch Alternativen sinnvoll sind. Auch ich halte nichts von der Praxis, einfach mal Ritalin zu geben und wenn es dann gar nichts bringt, sich Gedanken über andere Methoden zu machen, incl. ob das Kind wirklich ADHS hat.

Manche Eltern benutzen es vielleicht wirklich als "Ausrede", damit ihr Kind nicht als schlecht erzogen oder dumm gehalten wird. Und dann ist es sicher bequemer, Tabletten zu geben, als sich mit den Problemen auseinanderzusetzen.

Wir haben uns halt nach langen Überlegungen dazu entschlossen, Ritalin zu geben. Begleitend geht unser Großer zu einer ADHS-Therapie und bekommt eine spezielle Förderung seiner Dyskalkulie (Rechenschwäche). Und der Erfolg gibt uns recht.
Die Dyskalkulieförderung bekommt er übrigens schon länger, aber Fortschritte macht er erst wirklich, seitdem er Ritalin bekommt.

Ich denke, wichtig ist vor allem, dass man das Thema - gerade in der Familie - nicht totschweigt, sondern ausgiebig darüber redet. Der Umgang mit einem ADHS-Kind ist halt doch anders als mit einem nicht-ADHS-Kind. Und wenn man nicht darüber redet, kann man auch die entsprechenden Probleme nicht in den Griff kriegen.

Auch uns ist es anfangs schwergefallen, uns auf ihn einzustellen. Die Situation "Ich-habs-ihm/ihr-doch-schon-tausendmal-gesagt-das
-muss-er/sie-sich-doch-endlich-gemerkt-haben" kennst du sicher auch. Ich mußte mir verdammt oft (manchmal auch heute noch) auf die Zunge beißen und mir klarmachen: OK ich habs ihm schon tausendmal gesagt, aber er hat es sich noch nicht gemerkt! Und wenn ich es ihm geduldig noch mal erkläre, und nochmal und nochmal ... . Irgendwann schnackelt es und er hat es sich gemerkt. Aber diese Erkenntnis habe ich nur durch stundenlange Gespräche mit meinem Mann, dem Rest der Familie und anderen "Betroffenen" gefunden.

Ach, ich könnte stundenlang schreiben. Aber ich will hier nicht den Rahmen sprengen (Und der Haushalt ruft auch).

Liebe Grüße Stoffel

Weisst Du ...
Liebe Stoffel,

die Problematik dieser Krankheit kenne ich nur zu gut und ich verstehe auch Deine " Empfindlichkeit ".

Dass es nicht Dein eigenes Kind ist, wusste ich nicht, aber das macht die Sache für Dich noch schlimmer als bei mir.

Wenn mir schon die ( kritischen) Beobachtungen und Bemerkungen seitens Lehrern oder anderen Mitmenschen auf die Nerven gehen, müsste Du doch schon unter Verfolgungswahn leiden.

Auch ich als Mutter habe meine ganz besonderen Schwierigkeiten mit meinem Sohn gehabt, weil meine Tochter ein sehr kluges und faszinierendes Kind ist und war. Sie wurde immer als Beispiel herangezogen.

Es war für meinen Sohn schlichtweg unmöglich sich in die Gesellschaft einzugliedern und er war überall sehr ungern gesehen.

Selbst heute habe ich noch meine Schwierigkeiten mit ihm, was das bewältigen seinen Tagesablaufes geht.

Zwar kann ich mir auch hin und wieder auf die Zunge beissen, aber eben nicht immer.

Mein Sohn ist ein Rechengenie ( obwohl Rechtsdenker ) und mit dem Schreiben hat er mittlerweile weniger Probleme und mit dem Lesen klappt es auch. Hat freiwillig das Harry Potterbuch gelesen ! Aber er ist dennoch sehr unordentlich und das geht der ganzen Familie auf die Nerven.

Obwohl er sehr gerne beim kochen hilft und auch bereit ist für kurze Zeit das Bügeleisen zu schwingen.

Das größte Problem bei meinem Sohn ist, dass er extrem unter Minderwertigkeitskomplexen leidet und immer sagt," das kann ich nicht oder gell, das ist nicht schön was ich da gemacht habe."

Da könnte mir jedesmal der Kragen platzen...

Ich bin halt auch kein " Muttertier " in herkömmlichen sinne und meine Geduld ist auch nur begrenzt.

Das Schöne ist, dass ich mit meiner Tochter noch nie Probleme gehabt habe und ich nur ihm meinen täglichen Kleinkrieg führe, aber das reicht dennoch aus ... aber es war bis vor einem Jahr der blanke Horror. Hausaufgaben wurden für mich zur Belastungsprobe. Gott sei Dank dauern die heute, wenn er sie mal in Angriff nimmt, nicht mehr den ganzen Nachmittag.

Also meine Liebe Stoffel, ich wünsche Dir alle Kraft der Welt um Gelassenheit an den Tag zu bringen.

Viele Liebe Grüsse Ester

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15. Juni 2002 um 8:41
In Antwort auf afia_12116270

Weisst Du ...
Liebe Stoffel,

die Problematik dieser Krankheit kenne ich nur zu gut und ich verstehe auch Deine " Empfindlichkeit ".

Dass es nicht Dein eigenes Kind ist, wusste ich nicht, aber das macht die Sache für Dich noch schlimmer als bei mir.

Wenn mir schon die ( kritischen) Beobachtungen und Bemerkungen seitens Lehrern oder anderen Mitmenschen auf die Nerven gehen, müsste Du doch schon unter Verfolgungswahn leiden.

Auch ich als Mutter habe meine ganz besonderen Schwierigkeiten mit meinem Sohn gehabt, weil meine Tochter ein sehr kluges und faszinierendes Kind ist und war. Sie wurde immer als Beispiel herangezogen.

Es war für meinen Sohn schlichtweg unmöglich sich in die Gesellschaft einzugliedern und er war überall sehr ungern gesehen.

Selbst heute habe ich noch meine Schwierigkeiten mit ihm, was das bewältigen seinen Tagesablaufes geht.

Zwar kann ich mir auch hin und wieder auf die Zunge beissen, aber eben nicht immer.

Mein Sohn ist ein Rechengenie ( obwohl Rechtsdenker ) und mit dem Schreiben hat er mittlerweile weniger Probleme und mit dem Lesen klappt es auch. Hat freiwillig das Harry Potterbuch gelesen ! Aber er ist dennoch sehr unordentlich und das geht der ganzen Familie auf die Nerven.

Obwohl er sehr gerne beim kochen hilft und auch bereit ist für kurze Zeit das Bügeleisen zu schwingen.

Das größte Problem bei meinem Sohn ist, dass er extrem unter Minderwertigkeitskomplexen leidet und immer sagt," das kann ich nicht oder gell, das ist nicht schön was ich da gemacht habe."

Da könnte mir jedesmal der Kragen platzen...

Ich bin halt auch kein " Muttertier " in herkömmlichen sinne und meine Geduld ist auch nur begrenzt.

Das Schöne ist, dass ich mit meiner Tochter noch nie Probleme gehabt habe und ich nur ihm meinen täglichen Kleinkrieg führe, aber das reicht dennoch aus ... aber es war bis vor einem Jahr der blanke Horror. Hausaufgaben wurden für mich zur Belastungsprobe. Gott sei Dank dauern die heute, wenn er sie mal in Angriff nimmt, nicht mehr den ganzen Nachmittag.

Also meine Liebe Stoffel, ich wünsche Dir alle Kraft der Welt um Gelassenheit an den Tag zu bringen.

Viele Liebe Grüsse Ester

Eine Frage hätte ich auch dazu
Ich habe eure Beiträge gelesen und fühle mich in
verschiedenen Bereichen angesprochen.

Interessieren würde mich allerdings, wie eure Freunde damit umgehen. Uns wurde mittlerweile gesagt, du kannst kommen, deinen Sohn lass zu Hause. Wie geht ihr damit um.

Für eine schnelle Antwort wäre ich dankbar.

Liebe Grüße
Lilly

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15. Juni 2002 um 9:17
In Antwort auf sienna_12054001

Eine Frage hätte ich auch dazu
Ich habe eure Beiträge gelesen und fühle mich in
verschiedenen Bereichen angesprochen.

Interessieren würde mich allerdings, wie eure Freunde damit umgehen. Uns wurde mittlerweile gesagt, du kannst kommen, deinen Sohn lass zu Hause. Wie geht ihr damit um.

Für eine schnelle Antwort wäre ich dankbar.

Liebe Grüße
Lilly

Hallo Lilly
Zum Glück haben wir solche Probleme nicht. Bevor das ADHS endlich diagnostiziert wurde sind wir schon manchmal angeeckt. Vor allem mein Vater hatte Probleme mit unserem Großen und meinte öfter, wir sollten den Jungen doch endlich mal richtig erziehen. Als er erfahren hat, das der Knirps ADHS hat, kam für ihn aber das Aha-Erlebnis: "Ach so, deshalb ist er so, das liegt gar nicht an mangelnder Erziehung." Seitdem ist es viel besser geworden. Wir haben eigentlich von Anfang an mit allen Freunden und Verwandten über ADHS gesprochen, also über die Auswirkungen bei unserem Großen und wie man am besten damit umgeht, und sind wirklich auf sehr viel Verständnis gestossen.
Die einzigen, die ihn ablehnen sind unsere Nachbarn, deren Tochter die Freundin unserer Lütten ist. Die haben es lieber wenn die beiden Mädchen bei ihnen spielen, damit ihre Tochter möglichst keinen Kontakt mit "dem dummen und aggressiven Chaoten" hat. Da sich unser Großer in der letzten Zeit aber gerade in der Beziehung stark gewandelt hat, ist das auch nicht so extrem.

Du siehst, in der blöden Situation, in der du steckst, sind wir zum Glück(!) nicht. Aber ich muß ehrlich sagen, wenn einer unserer "Freunde" so etwas zu mir sagen würde, dann müsste er auch auf mich verzichten! Die Kinder gehören nunmal beide zu mir, und wer das nicht akzeptieren kann und nicht bereit ist, sich mit dem "Problem" auseinanderzusetzen, der ist für mich definitiv nicht wert "Freund" genannt zu werden.

Hast du denn mit euren Freunden über euren Sohn gesprochen? Ich habe wirklich die Erfahrung gemacht, das die Leute anders mit seinen "Ausbrüchen" umgehen, wenn sie genau wissen, was los ist. Vielleicht ist es einen Versuch wert. Ansonsten kann ich dir nur raten: Geh in dich und überlege dir, wieviel dir diese Leute wert sind und entscheide dann, ob du sie nur besuchst, wenn du einen Babysitter hast, oder ob sie dir "den Buckel runterrutschen" können.

Liebe Grüße und lass dich nicht unterkriegen
Stoffel

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16. Juni 2002 um 12:02

Kleine HP zum Thema...
Schaut mal unter

http://www.psychologie-online.ch/add/add/schaeden.
htm

Hört sich nicht so nett an...

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21. Juni 2002 um 18:23
In Antwort auf paloma_12722357

Hallo Lilly
Zum Glück haben wir solche Probleme nicht. Bevor das ADHS endlich diagnostiziert wurde sind wir schon manchmal angeeckt. Vor allem mein Vater hatte Probleme mit unserem Großen und meinte öfter, wir sollten den Jungen doch endlich mal richtig erziehen. Als er erfahren hat, das der Knirps ADHS hat, kam für ihn aber das Aha-Erlebnis: "Ach so, deshalb ist er so, das liegt gar nicht an mangelnder Erziehung." Seitdem ist es viel besser geworden. Wir haben eigentlich von Anfang an mit allen Freunden und Verwandten über ADHS gesprochen, also über die Auswirkungen bei unserem Großen und wie man am besten damit umgeht, und sind wirklich auf sehr viel Verständnis gestossen.
Die einzigen, die ihn ablehnen sind unsere Nachbarn, deren Tochter die Freundin unserer Lütten ist. Die haben es lieber wenn die beiden Mädchen bei ihnen spielen, damit ihre Tochter möglichst keinen Kontakt mit "dem dummen und aggressiven Chaoten" hat. Da sich unser Großer in der letzten Zeit aber gerade in der Beziehung stark gewandelt hat, ist das auch nicht so extrem.

Du siehst, in der blöden Situation, in der du steckst, sind wir zum Glück(!) nicht. Aber ich muß ehrlich sagen, wenn einer unserer "Freunde" so etwas zu mir sagen würde, dann müsste er auch auf mich verzichten! Die Kinder gehören nunmal beide zu mir, und wer das nicht akzeptieren kann und nicht bereit ist, sich mit dem "Problem" auseinanderzusetzen, der ist für mich definitiv nicht wert "Freund" genannt zu werden.

Hast du denn mit euren Freunden über euren Sohn gesprochen? Ich habe wirklich die Erfahrung gemacht, das die Leute anders mit seinen "Ausbrüchen" umgehen, wenn sie genau wissen, was los ist. Vielleicht ist es einen Versuch wert. Ansonsten kann ich dir nur raten: Geh in dich und überlege dir, wieviel dir diese Leute wert sind und entscheide dann, ob du sie nur besuchst, wenn du einen Babysitter hast, oder ob sie dir "den Buckel runterrutschen" können.

Liebe Grüße und lass dich nicht unterkriegen
Stoffel

ADHS
Hallo Stoffel,
ich bin Ärztin und habe einen Adoptivsohn mit ADHS.Wir hatten alles mögliche probiert, einschließlich psychomotorisches Training und Kindertherapie.Dennoch spitzte sich die Situation in der Schule immer mehr zu.Als die Lehrer schließlich von einer Sonderschule für Verhaltensgestörte sprachen, haben wir schweren Herzens doch einen Versuch mit Ritalin gemacht.Wir hatten beschlossen, wenn sich nach drei Wochen keine wesentliche Besserung ergibt, die Behandlung wieder abzubrechen.Was geschah, war für uns unfaßbar.Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Lehrer täglich angerufen und sich ohne Ende über unser Kind beschwert.Ab diesem Tag schwieg schlagartig das Telefon.Am Abend des Therapiebeginns saßen wir beim Abendbrot und konnten kaum glauben, wie ruhig es plötzlich bei uns war. Bis zu diesem Zeitpunkt war uns gar nicht aufgefallen, daß unser Sohn sonst ohne Punkt und Komma sprach.Erst nach Beginn der Medikation begann auch die Kindertherapie Wirkung zu zeigen und plötzlich hatte unser Kind Freunde. Vorher wurde er von allen gemieden, da er zum Beispiel versuchte mit anderen in Kontakt zu treten,indem er sie anspuckte.Die Schulleistungen besserten sich langsamer als die Verhaltensstörungen, aber dennoch stetig(mit kleineren Rückschlägen).In ein paar Wochen wechselt unser Sohn jetzt auf das Gymnasium.Sein um ein Jahr älterer Bruder, der in einer anderen Adoptivfamilie lebt,zeigt sehr ähnliche Verhaltensweisen (ADHS ist erblich).Er wird seinen Weg ohne Ritalin machen müßen.Dank großer Unterstützung in der Familie wird ihm das hoffentlich auch gelingen.Allerdings besucht er die Hauptschule und ist ein völliger Einzelgänger.
Liebe Grüße von huekrue

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23. Juni 2002 um 22:10

Jetzt muss ich mich auch mal einmischen....
Als Schwester von einem Ritalin beziehendem Menaschen kann ich glaube ich auch was beitragen. Ritalin ist wirklich keine Droge. Ich finde es nicht passend die erzieherischen Fähigkeiten der betreffenden Eltern in Frage zu stellen. ADS kann man als Krankheit bezeichnen, es ist eine Störung. Mit Erziehung hat es nicht sehr viel zu tun. Bei unserm Fall, ist es so, dass man ganz sicher nicht leichtfertig an die Medikamente herankommt. Wenn zum Teil der Mensch so unerträglich, so gar nicht verständnisvoll ist wenn er Ritalin nicht bekommt, warum darf man es dann ihm nicht geben?! Ich kenne Fälle wo ein Junge die ganze Zeit lärm macht sabbelt aufspringt oder sonst immer durcheinander ist. Man erkannte, dass dieser Mensch vollkommen unkonzentriert war. Dies kann man durch Ritalin ändern.
Ich selbst habe lange gebraucht um zu verstehen das diese Störung nichts ist, was der Mensch von alleine ändern kann. Ich meine du solltest auch mal die anderen Gesichtspunkte sehn und nicht nur Ritalin Kritik.de lesen. Davon abgesehn ist es natürlich falsch von der Familie alles totzuschweigen.
Bei uns zerbricht fast eine Familie wegen so einer Störung. Dieser Mensch macht immer die selben Fehler. Es ist wirklich so. Den letzten denen ich für eine Störung die Schuld geben würde sind die Eltern. Meine tun alles. Es gibt viele, die sich selbst durch Ritalin besser fühlen.

So das wars hoffe ihr fasst es nicht falsch auf. Schreibt zurück eure Mary

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24. Juni 2002 um 9:18

ADS - ADHS - ADD
Hallo BlackLayla,

eigentlich meinen diese Begriffe alle ein und die selbe "Krankheit". Da viele verschiedene Wissenschaftler in vielen verschiedenen Ländern daran forschen, sind auch viele verschiedene Begriffe dafür im Umlauf. Da die Namen viel zu lang wären, kürzt man sie ab:

ADS = Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
ADHS = Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom
ADD = Attention-Deficit-Disorder

Bei uns in Deutschland hat sich im großen und ganzen der Begriff ADHS mit/ohne Hyperaktivität durchgesetzt. Manchmal wird aber auch ADS benutzt, wenn keine Hyperaktivität vorliegt.

Vor allem in der Schweiz findest du auch noch die Abkürzung POS und es gibt auch noch diverse andere Bezeichnungen, die zwar aus früheren Tagen stammen aber auch noch im Umlauf sind.

Wenn du mehr über ADHS erfahren möchtest, kann ich dir nur nochmal die Seite von psychologie-online empfehlen. Die stellen das Thema recht objektiv dar:

www.psychologie-online.ch/add/add/start.htm

Liebe Grüße
Stoffel

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24. Juni 2002 um 9:27

25,06.02 im ZDF
wird in der Reportage "37 ° Plus" Uhrzeit weiß ich nicht genau, ich glaube nach 22.00 h, genau über dieses Thema berichtet. Es wurde das Leben 3er Kinder dokumentiert die unter diesem Syndrom leiden. Vielleicht ist es ja interessant für Euch.
LG
Batzni

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24. Juni 2002 um 20:54

ADS und Retalin
Wir haben einen 8-jährigen Sohn, bei dem seit ca. 12 Monaten das ADS-Syndrom festgestellt worden ist. Nach ca. 3 monatiger Behandlung in der Tagesklinik und der Behandlung mit Retalin ( Morgens eine Tablette, nur nicht am Wochenende und in den Ferien)
hatten wir gehofft, die Pase des "ausrastens" hinter uns zu haben. Leider war das ein Irrglaube. Wenn es nicht nach dem Willen unseres Sohnes geht, rastet er aus, bis zur Zerstörung irgendwelcher Gegenstände. Sei es nun Teile die er geschenkt bekommen hat, noch Teile die er selbst bezahlt hat. Ganz schlimm ist es, bei den Hausaufgaben. Wir sind kurz davor, einen Platz in einer Schule oder Klinik für schwer erziehbare Kinder zu suchen. Denn unser Sohn ruiniert unser Fmilienleben. Wir kommen nicht mehr gegen ihn an. Selbst der Klaps auf den Po hilft nicht, denn schlagen ist in meinen Augen nur eine Notlösung, und unser Sohn ist damit nicht zu beeindrucken. Er erhält jede Zuwendung und Liebe die vertretbar ist, aber wir kommen nicht an Ihn ran.
An wen können wir uns wenden, denn unser Sohn ist nicht "böse", es muss nur irgendetwas passieren um Ihn wieder auf den "rechten Weg" zu bringen. Denn wenn er seinen Willen bekommt oder bei "fremden" Leuten ist, ist er ein braves, wohlerzogenes, lebhaftes Kind, an dem alle, "auch wir" helle Freude haben.
Wir möchten einfach nur, das unser Sohn eine reelle Chance hat, seine Zukunft so zu erleben, wie er es verdient hat. Er ist ein Zappelheini, aber laut der Ärzte in der Tagesklinik nicht hyperaktiv.


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25. Juni 2002 um 7:15
In Antwort auf eos_12358069

Jetzt muss ich mich auch mal einmischen....
Als Schwester von einem Ritalin beziehendem Menaschen kann ich glaube ich auch was beitragen. Ritalin ist wirklich keine Droge. Ich finde es nicht passend die erzieherischen Fähigkeiten der betreffenden Eltern in Frage zu stellen. ADS kann man als Krankheit bezeichnen, es ist eine Störung. Mit Erziehung hat es nicht sehr viel zu tun. Bei unserm Fall, ist es so, dass man ganz sicher nicht leichtfertig an die Medikamente herankommt. Wenn zum Teil der Mensch so unerträglich, so gar nicht verständnisvoll ist wenn er Ritalin nicht bekommt, warum darf man es dann ihm nicht geben?! Ich kenne Fälle wo ein Junge die ganze Zeit lärm macht sabbelt aufspringt oder sonst immer durcheinander ist. Man erkannte, dass dieser Mensch vollkommen unkonzentriert war. Dies kann man durch Ritalin ändern.
Ich selbst habe lange gebraucht um zu verstehen das diese Störung nichts ist, was der Mensch von alleine ändern kann. Ich meine du solltest auch mal die anderen Gesichtspunkte sehn und nicht nur Ritalin Kritik.de lesen. Davon abgesehn ist es natürlich falsch von der Familie alles totzuschweigen.
Bei uns zerbricht fast eine Familie wegen so einer Störung. Dieser Mensch macht immer die selben Fehler. Es ist wirklich so. Den letzten denen ich für eine Störung die Schuld geben würde sind die Eltern. Meine tun alles. Es gibt viele, die sich selbst durch Ritalin besser fühlen.

So das wars hoffe ihr fasst es nicht falsch auf. Schreibt zurück eure Mary

Hmmm
Guten Morgen Kate,

also ich glaube nicht, dass man die einzelnen Fälle miteinander vergleichen oder Standarts setzen kann wie zB "mit Erziehung hat das nichts zu tun".
Denn ich glaube sehr wohl, dass es gerade im Fall meines Neffens erzieherisch super viel falsch gelaufen ist und er mit Sicherheit wesentlich ruhiger wäre, wenn er in einer anderen Familie aufgewachsen wäre. Gene sind eine Seite aber die Erziehung macht nun mal eine Menge aus und vielleicht sollte ich ein bissel was erzählen, damit sich das ganze vedeutlicht:
Gestern war ich zu Besuch bei meinen Eltern und hab erfahren, dass mein Neffe durch die ganze Krankheit, seine lange Kur usw. das 5. Schuljahr auf dem Gymnasium nicht schaffen wird. Meine Schwester musste sich innerhalb weniger Stunden entscheiden: Kind auf Realschule? Kind zurück stufen? Kind in der Klasse lassen?
Es hat mich schon schwer gewundert, dass meine Mutter und meine Schwester mich in diese Diskussion mit einbezogen haben. Aber als ich dann hörte, was mein Vater aus dem Hintergrund brüllte, machte mich echt wütend: mein Neffe sei ein Versager, Sitzenbleiber würden es mal zu nix bringen und es sei eine Schande, wenn er die Schule verlassen müsste.
Und all das hat der Kleine mitanhören müssen. Könnt ihr euch vorstellen, wie fertig ihn das gemacht hat? Und was war die Reaktion darauf? Er wurde wieder total zappelig, seine Mutter mit jeder unruhigen Minute mehr nervöser und das Geschrei und die Diskussionen waren am laufen. Und keiner traut sich, dagegen anzugehen. Meine Mutter winkt in Richtung meiner Schwester nur ab, dass es dummes Geschwätz sei, was mein Vater von sich gibt. Aber weder mein Neffe bekommt das so mit und kann davon runter kommen, dass ihn alle für den Verlierer schlechthin halten, noch mein Vater wird in die Schranken verwiesen. Als ich selbst es "wagte", dagegen aufzumucken, bekam ich nur ein "blöde Kuh, hast doch eh keine Ahnung" zu hören. Soviel zum Thema netter Umgang in meiner Family. Und da soll man ma net gestört werden . Sorry, aber Platz für Galgenhumor muss noch sein, sonst erträgt man das net. Ich habs ja gut, setz mich in mein Auto und fahr nach Hause. Aber der arme Kleene muss das noch ein paar Jährchen durchhalten.
Das war nur ein Beispiel, wie in meiner Familie miteinander umgegangen wird. Und deshalb meine Meinung: wären wir eine ruhige Familie, die weiß, dass Erziehung nicht schreien, ausrasten und ab und an mit der Hand ausholen bedeutet, dann wäre es soweit nicht gekommen. Garantiert nicht! Denn selbst nach 2 bis 3 Jahren Ritalin zeigt sich keinerlei Wirkung (außer die im Ursprungsthread genannten negativen) und das sollte doch allen zu denken geben. Medikamente zu verabreichen ist die eine Seite. Stimmt auf der anderen die Erziehung nicht und wird der kleine Knirps nicht in einer verständnisvollen und ruhigen Familie aufgefangen, kann er nie davon wegkommen.
Ich finde, dass Eltern (und in meinem Fall auch die Großeltern) von Ritalinkindern genauso mittherapiert gehören, wie die Kids auch. Denn nur gemeinschaftlich kann man ganz von vorne anfangen und neue erzieherische Maßstäbe setzen, die zum Wohl für alle sind.

So long, nix für ungut!
LG von Supi

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25. Juni 2002 um 8:32
In Antwort auf gvker_12314410

ADS und Retalin
Wir haben einen 8-jährigen Sohn, bei dem seit ca. 12 Monaten das ADS-Syndrom festgestellt worden ist. Nach ca. 3 monatiger Behandlung in der Tagesklinik und der Behandlung mit Retalin ( Morgens eine Tablette, nur nicht am Wochenende und in den Ferien)
hatten wir gehofft, die Pase des "ausrastens" hinter uns zu haben. Leider war das ein Irrglaube. Wenn es nicht nach dem Willen unseres Sohnes geht, rastet er aus, bis zur Zerstörung irgendwelcher Gegenstände. Sei es nun Teile die er geschenkt bekommen hat, noch Teile die er selbst bezahlt hat. Ganz schlimm ist es, bei den Hausaufgaben. Wir sind kurz davor, einen Platz in einer Schule oder Klinik für schwer erziehbare Kinder zu suchen. Denn unser Sohn ruiniert unser Fmilienleben. Wir kommen nicht mehr gegen ihn an. Selbst der Klaps auf den Po hilft nicht, denn schlagen ist in meinen Augen nur eine Notlösung, und unser Sohn ist damit nicht zu beeindrucken. Er erhält jede Zuwendung und Liebe die vertretbar ist, aber wir kommen nicht an Ihn ran.
An wen können wir uns wenden, denn unser Sohn ist nicht "böse", es muss nur irgendetwas passieren um Ihn wieder auf den "rechten Weg" zu bringen. Denn wenn er seinen Willen bekommt oder bei "fremden" Leuten ist, ist er ein braves, wohlerzogenes, lebhaftes Kind, an dem alle, "auch wir" helle Freude haben.
Wir möchten einfach nur, das unser Sohn eine reelle Chance hat, seine Zukunft so zu erleben, wie er es verdient hat. Er ist ein Zappelheini, aber laut der Ärzte in der Tagesklinik nicht hyperaktiv.


Bonusprogramm und LOBEN !
Leider sind alle ADS-Kinder verschieden, deshalb ist es mir auch nicht möglich, dir die ultimative Lösung zu präsentieren. Meine Erfahrung hat allerdings gezeigt (und das wurde von anderen Betroffenen bestätigt), daß Strafen, egal in welcher Form, bei diesen Kindern überhaupt nichts bringen. Du erreichst meistens sogar das genaue Gegenteil von dem, was du eigentlich erreichen willst.

Gut bewährt hat sich bei den meisten das Bonussystem. D.h. ihr stellt gemeinsam (!) einen Regelkatalog auf. Wichtig: Maximal 5 Regeln, mehr kann sich dein Sohn eh nicht merken. Diese schreibt ihr auf ein Blatt Papier, daß für alle gut sichtbar ist. Wenn er noch Probleme haben sollte, die "Hausordnung" zu lesen, mußt du sie ihm immer mal wieder vorlesen. Immer, wenn er sich an eine der Regeln hält, bekommt er einen Punkt, immer wenn er gegen eine Regel verstößt, bekommst du einen Punkt. Wenn einer von euch eine bestimmte Anzahl von Punkten zusammenhat (z.B. 10) darf derjenige sich was wünschen. Was das sein wird solltet ihr vorher festlegen: Sticker für das Sammelalbum, einen Kinobesuch, ein bestimmtes Mittagessen ... So hat dein Sohnemann einen Anreiz, sich auch mal an bestimmte Regeln zu halten. Bei euch wäre sicher eine davon, nichts kaputtzumachen.

Da ADS-Kinder meist auch kaum Selbstbewußtsein haben, solltest du ihn häufig loben. Aber achte darauf, daß du das nicht zu allgemein tust. Also nicht nur "gut gemacht", dann weiß er nicht genau, was er gut gemacht hat. Sondern eher "Ich finde es toll, daß du (z.B. eben daran gedacht hast, dir die schmutzigen Schuhe vor der Tür auszuziehen). Ähnlich machst du es, wenn du ihn rügen willst. z.B. "Hör auf, mit deinen Händen auf den Tisch, zu trommeln. Das macht mich wahnsinnig".

Scheue dich nicht ihm klarzumachen, welche Gefühle er bei dir auslöst, wenn er bestimmte Dinge tut. Meistens können diese Kinder Gefühle bei anderen gar nicht abschätzen.

Sicher können meine Tips, keine Wunder von heute auf morgen bewirken. Sie wirken eher auf längere Sicht. Aber vieleicht helfen Sie euch doch ein bischen.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, schreibe ich gerne mehr. Aber jetzt muß ich erstmal unsere Zwerge mit Frühstück versorgen (Sie sind gerade aufgewacht).

Ich wünsche dir viel Kraft, ich weiß es ist nicht leicht für dich

LG Stoffel

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25. Mai 2005 um 10:13

Andere Möglichkeiten
Schau doch mal unter www.eldith.de; man kommt in vielen Fällen auch ohne Ritalin aus.

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25. Mai 2005 um 20:46

Heute schon ge"google"t?
Also, schau doch einfach mal bei google.de unter dem Begriff Ritalin, da kommt massenweise. Aber klick unbedingt "nur Seiten auf deutsch" an, sonst nimmt es wirklich überhand.
Ich finde es, auch als nicht betroffene Mutter, schlimm, dass immer mehr Kinder "ruhig Gestellt" werden. Egal, um was es geht. Mein Gott, ich hab früher in der Grundschule auch rumgezappelt, konnte nicht still sitzen und habe mich mehr um die anderen gekümmert als um meine eigenen Aufgaben. Klar, suche ich jetzt auch Hilfe bzw. Tips, wie ich es bei meinen Sohn anders machen kann, aber ich denke, es muss für keine Krankheiten auch keine Medizin sein. Therapien oder Gespräche oder was sonst, evtl Homöopathie kann ja auch manchmal unschädlich helfen.

Soviel dazu

Gruß
Kerstin

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25. Mai 2005 um 23:29

Woher beziehst du deine Infos?
Hallo Supi,

die von die besuchte und genannte Seite wird von der Scientology ins Netz gestellt und unterhalten.

Wenn das die Infos sind, denen du vertraust, es ist deine Entscheidung.

Du solltest aber auch wissen, dass diese Church einen massiven Kampf gegen jede Art der psychischen Behandlung von Menschen führt.

Nähere Infos findet man hier:
www.ingo-heinemann.de/ritalin

Falls du an seriösen Infos interessiert bist, kannst du dich auf folgenden Seiten schlau machen:

www.hyperaktiv.de
www.adhs.ch
www.bv-ah.de
www.ads-hyperaktivitaet.de

Viele Grüße
Dagmar

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