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Absolut festgefahren, gibt es Hoffnung?

27. Dezember 2008 um 17:25

Wie fange ich am besten an... Vielleicht mit ein paar Worten über mich.
Ich bin 21, werde im Januar 22, und muss immer noch zu Hause wohnen.

Eigentlich sollte ich dankbar dafür sein, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, aber der Haussegen hängt mehr als schief und ich scheine die Einzige zu sein, die das merkt.

Ich habe einen älteren Bruder (jetzt 27) der bis vor etwa 3 Jahren noch bei uns wohnte, bevor er im Ort umzog.
Angefangen hat alles, als ich etwa 14 war. Ich weiß nicht genau woran es gelegen hat, aber seit der 8. Klasse waren meine schulischen Leistungen stetig gefallen. In den Jahren hatte ich öfters Probleme in der Schule, besonders Probleme mit manchen Lehrern. (Es gab auch das ein oder andere Schulgespräch, aber das hatte nie was gebracht, denn mein Vater stellte sich lieber auf die Seite des Lehrers, statt zur Tochter zu stehen und wenigstens neutral zu bleiben.)
Seither zieht es sich wie ein roter Faden durch mein bisheriges Leben, dass mich meine Eltern weder ernst nehmen, noch respektieren. Im Gegensatz dazu meinen Bruder jedoch sehr. Ständig muss ich um jedes bisschen Anerkennung und Liebe kämpfen und habe bisher fast alles dafür getan. Aber vergeblich. Dann wurde es für mich zur echten Belastung und es wirkte sich psychisch wie auch körperlich aus.
Erst dachte ich, es wird besser, wenn ich mein Abitur beim ersten Mal schaffe und nicht wie mein Bruder erst im zweiten Anlauf. Aber da hieß es nur von meinem Vater Ich mach drei Kreuze, dass die Probleme mit den Lehrern vorbei sind. Kein Lob für mich. Dann dachte ich mir, ich mache eine gute Ausbildung um Geld zu verdienen und auszuziehen um mir etwas Eigenes aufbauen zu können. Wie das Schicksal es wollte, landete ich bei der Physiotherapie, inzwischen dem Traumberuf meines Lebens, wobei ich jedoch nichts verdiente, da es eine schulische Ausbildung war, aber ich war ein sehr guter Lehrling. Hier war der Kommentar des Vaters Hättest du dir nicht einen richtigen Beruf aussuchen können? (Damals hatte ich 80 Bewerbungen verschickt, doch nur bei der Physiotherapie hats geklappt). Dann dachte ich, wenn ich die Ausbildung gut abschließe, und dann nen Job bekomme, kann ich endlich Geld verdienen und ausziehen. Leider gabs auch hier keine Anerkennung. Man denkt auch immer noch Physiotherapie sei nur ein bisschen Rummassieren.
Mein Bruder hingegen, ist nach seiner Ausbildung zur Bundeswehr als Soldat auf Zeit gegangen. Das schmeichelt dem Vater natürlich, da kann man stundenlang drüber reden und Geschichten von der NVA erzählen usw. Auch bei den Nachbarn und Bekannten kommt das gut an. *zwinker* Mein Bruder hatte auch eine 3-jährige Beziehung während ich noch nie einen festen Freund hatte. Der neue Audi vom Bruder ist trotz Kredit natürlich auch viel besser als mein kleiner Honda, den ich mir vom Mund abgespart hab. Ich kann machen was ich will, alles was mein Bruder macht ist immer besser. Dabei kriegt er sein Leben auch bloß nicht auf die Reihe, und brauch immer einen Rockzipfel, an dem er hängen kann, aber das ist ein anderes Thema. Der schöne Schein ist da und nur das zählt.

In der ganzen Zeit gab es Konflikte und Streits zur Genüge, angefangen bei kleinen Dingen, an denen man sich hochschaukelte und bei denen die ältesten Kamellen angesprochen wurden bis hin zu immer neuen Vorwürfen und Spitzen. Während ich von meiner Mutter regelmäßig zu hören bekomme, ich würde doch nur lügen, machte der Vater immer nur den Fernseher lauter, wenn ich mit ihm reden wollte (über Probleme usw.). Und wenn ich reden konnte, wurde mir aber längst nicht zugehört, bzw. es wurde immer abgewunken und mit Ach Quatsch kommentiert. Vor allem, wenn es um familiäre Dinge ging.

Das Resultat meiner Kindheit ist, dass ich sehr wenig Selbstvertrauen habe, auch wenig Vertrauen anderen Gegenüber, und auch wenig Selbstwertgefühl. Deshalb kam es während meiner Ausbildung dazu, dass ich zu ritzen begann, regelmäßig und über Monate hinweg. Meinen Eltern entging das, denn sie hielten sich die Augen zu. (Ich meine es so, wie ich es schreibe). Aus Eigeninitiative heraus suchte ich eine Psychiaterin auf. Ich wusste, dass mein Zustand nicht normal ist und wollte auch wissen, warum ich so wenig mit der Welt klarkomme und vor allem, wie ich es ändern kann.
Meine Therapeutin kam dann sehr schnell zu dem Schluss, dass es an meiner Familie, vorrangig an meinen Eltern liegt. Um die ganze Sache noch besser auf den Punkt zu bringen, schreibe ich euch mal ein paar Zitate meiner Familie auf:

Mein Vater vor einigen Jahren: Verschwinde aus unserem Leben, du Schmarotzer!
Mein Vater vor einigen Wochen, am selben Tag als ich meine 15jährige Katze habe einschläfern lassen müssen: Pack doch deine Sachen und hau ab! Im selben Streit hob er die Hand und wollte mich schlagen, was er dann aber doch ließ.
Meine Mutter ist wie bereits gesagt, davon überzeugt, dass ich ständig lüge und findet in jeder Situation einen Punkt der Kritik, den sie natürlich sofort anspricht.
Mein Bruder vor einigen Jahren: Ohne dich war alles schöner.
Mein Opa an meinem 21. Geburtstag: Schau dich doch an, du hast keinen Freund, du hast nichts! (Er ist so konventionell eingestellt, dass man mit 18 heiraten sollte und eine Familie gründen sollte, nebenbei viel Geld verdienen sollte, nur dann ist man was wert, erst recht als Frau).
Meine Oma in abfälligem harschen Ton letztes Jahr zu Weihnachten beim Griechen auf meine Frage hin, ob ich noch ein Eis bestellen darf: Nein, du zerrührst das Eis immer so und die geben sich so viel Mühe. (So ein Streit ist in meinen Augen absolut überflüssig)
Selbe Oma am Heiligabend, als ich von meinem Minijob erzählte: Unterschreib erstmal den Vertrag. Noch hast du nichts sicher. Ich glaube, selbst wenn ich den Job bekomme, bin ich in ihren Augen arbeitlos und somit wertlos.
Meine Tante vor ein paar Jahren zu Weihnachten zu meinem Bruder, mich ignorierend während ich daneben stand: Na mein Lieblingsneffe.

Der einzige, der mich in der Familie so akzeptiert, wie ich bin und mich versteht, ist mein anderer alleinlebender Opa, der aber im 200km entfernten Pirna im Erzgebirge wohnt.


Ich bin nun seit Monaten verzweifelt auf Jobsuche, habe nun wie bereits erwähnt wenigstens eine Anstellung auf 400-Euro-Basis, doch für eine Wohnung reicht das nicht.
Es vergeht kein Tag, an dem es keinen Streit gibt und ich bin schon dazu übergegangen, einfach immer den Raum zu verlassen und auf mein Zimmer zu gehen, um Schlimmeres zu vermeiden. Eine Problemlösung ist schon lange nicht mehr in Aussicht. Es dümpelt nur alles vor sich hin und wird mal hier mal da neu durchgekaut. Inzwischen ist da auch eine riesige Mauer zwischen meiner Sippe und mir, Zuneigung kann ich aus Selbstschutz schon lange nicht mehr aufbringen.
Mich zurückziehen funktioniert auch nicht mehr, denn ich nehme den Ärger immer mit und schluck ihn runter. Ich bin dadurch auch sehr unausgeglichen, habe zwar dank meines Kampfsports wenigstens ein kleines Ventil, wo ich meine Aggressionen rauslassen kann, aber das reicht bei Weitem nicht. Meine Therapeutin meint immer, ich kann meine Eltern nicht verändern, ich kann nur für mich selbst sorgen und das versuche ich auch. Ich schaue, dass ich soviel Geld wie möglich sparen kann um schnellstmöglich besser dazustehen, aber es geht einfach nicht voran. Ich erwähne mal an der Stelle, dass ich nicht einmal HartzIV bekomme, obwohl auch mein Vater arbeitlos ist und meine Mutter allein für uns verdient.

Ich versuche immer Verständnis für meine Eltern aufzubringen, denn sie haben es auch nicht leicht, aber ich halt das nicht mehr lange aus. Egal was ich mache, es ist immer alles schlecht und nicht im Ansatz gut genug. Mein Bruder hingegen ist das Kind aller Träume. Aber irgendwie ist man ja verpflichtet das schwarze Schaf der Familie (mich) auch durchzubringen.
Eine harmonische Familie sind wir schon lange nicht mehr, doch meine Eltern streiten dies immer ab. Sie nehmen es nicht einmal war, dass ich eine Psychotherapie mache. Dieses ganze Thema, und somit auch ich, wird bis zum letzten Rest unter den Teppich gekehrt.


Meine Frage ist nun, wer von euch hat Ähnliches durch und kann mir einen Rat geben, wie ich die Zeit bis ich endlich ausziehen kann, noch überstehe ohne noch komplett auszurasten?

Mich würde auch interessieren, ob es eine Chance gibt, dass ich mich besser fühle, wenn ich erst einmal ausgezogen bin, oder ob ich mir hier umsonst Hoffnung auf ein friedliches Leben mache?
Ich bin nämlich momentan äußerst unglücklich über die ganze Situation und stehe abgesehen von meiner Therapeutin und ein paar Freunden allein damit da.


Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, den ganzen Text durchzulesen!

Liebe Grüße,
Miss Sugarpearl

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29. Dezember 2008 um 23:24

Du könntest wahrscheinlich noch sehr viel mehr schreiben,
deine Therapeutin hat Recht. Du änderst diese Menschen nicht und es muß dir völlig gleichgültig werden, was sie über dich denken und über dich sagen. Geh ihnen so gut es geht aus dem Weg und such dir so schnell wie möglich eine andere Wohnmöglichkeit. Diese Menschen werden sich niemals ändern, wichtig ist, was du selbst über dich denkst. Du hast sehr viel geschafft und alles andere muß dir gleichgültig werden. Enthalte die jeglichen Kommentares. Erwarte nichts, dann gibt es keine Enttäuschungen. Und sei dankbar, wenn du Freunde hast, das ist das Allerwertvollste , was es gibt.
Gruß Melike

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13. Januar 2009 um 17:12
In Antwort auf melike13

Du könntest wahrscheinlich noch sehr viel mehr schreiben,
deine Therapeutin hat Recht. Du änderst diese Menschen nicht und es muß dir völlig gleichgültig werden, was sie über dich denken und über dich sagen. Geh ihnen so gut es geht aus dem Weg und such dir so schnell wie möglich eine andere Wohnmöglichkeit. Diese Menschen werden sich niemals ändern, wichtig ist, was du selbst über dich denkst. Du hast sehr viel geschafft und alles andere muß dir gleichgültig werden. Enthalte die jeglichen Kommentares. Erwarte nichts, dann gibt es keine Enttäuschungen. Und sei dankbar, wenn du Freunde hast, das ist das Allerwertvollste , was es gibt.
Gruß Melike

Es wird wohl noch schlimmer
Hallo Melike!

Danke für deine liebe Antwort! Ich stimme dir zu, dass sich schleunigst etwas an der Wohnsituation ändern muss. Aber dabei gibt es zwei neue Probleme:

Erstens ist mit der Minijob flöten gegangen. Wie konnte ich mich auch schon darüber freuen... es kam wies kommen musste und die gute Frau meldete sich nicht mehr. Ich hab dann noch den Jahreswechsel (weil sie sicher Urlaub hatten) abgewartet und dann beschlossen hinterher zu telefonieren. Nach drei Tagen hat sich die Chefin zwar immernoch verleugnen lassen, aber ich habe endlich mal ein Feedback bekommen. Dergestalt, dass doch keine Aushilfe benötigt wird, aufgrund dessen die Patientenzahl abgenommen hat, da selbige erst zu den Ärzten gehen um sich für das neue Quartal neue Rezepte ausstellen zu lassen.
Dabei kommt mir der Gedanke in den Sinn, dass die gute Frau ja siche nciht zum ersten Mal einen solchen Jahreswechsel mitgemacht hat, also wundere ich mich, wie sie darauf kam, mir definitiv zusagen zu müssen. Man muss odch als Chefin wissen, ob man nun jemanden einstellen kann oder nicht. Und dann nicht mal genug Mumm auf zu bringen, um mit die traurige Nachricht selbst und vorn allein zu überbringen... Ich bin maßlos enttäuscht. Noch dazu hatte mir eine Freundin, die in der Praxis angestellt ist, diese Stelle vermittelt....

Das zweite große Problem, das auf mich zurollt: Es steht die Planung an, dass unser Opa zu uns zieht. Das hat zwar auch seine guten Seiten, zum Beispiel, dass ich ihn öfters sehen kann, aber genauso auch schlechte Seiten. Es wird dann nämlich zwangsläufig große Umstrukturierungen im Haus geben, was zur Folge hat, dass zum Beispiel unser Wohnzimmer vom Erdgeschoss in die erste Etage, genau meinem Zimmer gegenüber, verlegt wird. Das heißt, ich werde wieder mehr mit meinen Eltern zusammenrücken müssen. Und ich weiß jetzt schon, dass das absolut nach hinten losgehen wird. Ich habe schon geradezu Panik davor, weil ich mcih schon bei dem Gedanken eingeengt fühle. Mein Vater hat zum Beispiel die Angewohnheit, bis tief in die Nacht vorm Fernseher zu sitzen und diesen aufgrund seines Alters auch sehr laut zu stellen. Ich kann manchmal von hier oben aus dem Fernseher zuhören, als stünde ich im Wohnzimmer selbst.
Ich habe auch schon davon abgeraten, da so eine Pflege (es wird ja schon abgestritten, dass es Pflege sein wird) serh viel Zeit und Umgewöhnung kosten wird. Das ist keine leichte Sache und sollte nciht blauäugig in Angriff genommen werden. Dafür ist mein Vater aber leider berühmt.
Da ich als Physiotherapeutin ja wesentlich mehr Kontakt mit Patienten habe und auch Pflegefällen, weiß ich, wovon ich da förmlich wie ein Buch rede. Aber es wird alles abgewunken und abgestritten und mir wird nicht das geringste Gehör geschenkt (sieh Anfangstext).

Also ich bin echt total verzweifelt.

Meine Therapeutin meinte mal was von wegen sie könne mir eine Bescheinigung ausstellen, dass es mir nciht möglich ist, im Elternhaus wohnenzubleiben, damit ich in eine eigen kleine Wohnung ziehen kann. Damit hätte sie auch schon sehr gute Erahrungen mit einigne anderen Patienten gemacht.

Hat denn vielleicht sogar emand von hier sowas gemacht udn kann mri davon erzählen, wie das funktioniert?

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15. Januar 2009 um 9:53
In Antwort auf hauke_11982940

Es wird wohl noch schlimmer
Hallo Melike!

Danke für deine liebe Antwort! Ich stimme dir zu, dass sich schleunigst etwas an der Wohnsituation ändern muss. Aber dabei gibt es zwei neue Probleme:

Erstens ist mit der Minijob flöten gegangen. Wie konnte ich mich auch schon darüber freuen... es kam wies kommen musste und die gute Frau meldete sich nicht mehr. Ich hab dann noch den Jahreswechsel (weil sie sicher Urlaub hatten) abgewartet und dann beschlossen hinterher zu telefonieren. Nach drei Tagen hat sich die Chefin zwar immernoch verleugnen lassen, aber ich habe endlich mal ein Feedback bekommen. Dergestalt, dass doch keine Aushilfe benötigt wird, aufgrund dessen die Patientenzahl abgenommen hat, da selbige erst zu den Ärzten gehen um sich für das neue Quartal neue Rezepte ausstellen zu lassen.
Dabei kommt mir der Gedanke in den Sinn, dass die gute Frau ja siche nciht zum ersten Mal einen solchen Jahreswechsel mitgemacht hat, also wundere ich mich, wie sie darauf kam, mir definitiv zusagen zu müssen. Man muss odch als Chefin wissen, ob man nun jemanden einstellen kann oder nicht. Und dann nicht mal genug Mumm auf zu bringen, um mit die traurige Nachricht selbst und vorn allein zu überbringen... Ich bin maßlos enttäuscht. Noch dazu hatte mir eine Freundin, die in der Praxis angestellt ist, diese Stelle vermittelt....

Das zweite große Problem, das auf mich zurollt: Es steht die Planung an, dass unser Opa zu uns zieht. Das hat zwar auch seine guten Seiten, zum Beispiel, dass ich ihn öfters sehen kann, aber genauso auch schlechte Seiten. Es wird dann nämlich zwangsläufig große Umstrukturierungen im Haus geben, was zur Folge hat, dass zum Beispiel unser Wohnzimmer vom Erdgeschoss in die erste Etage, genau meinem Zimmer gegenüber, verlegt wird. Das heißt, ich werde wieder mehr mit meinen Eltern zusammenrücken müssen. Und ich weiß jetzt schon, dass das absolut nach hinten losgehen wird. Ich habe schon geradezu Panik davor, weil ich mcih schon bei dem Gedanken eingeengt fühle. Mein Vater hat zum Beispiel die Angewohnheit, bis tief in die Nacht vorm Fernseher zu sitzen und diesen aufgrund seines Alters auch sehr laut zu stellen. Ich kann manchmal von hier oben aus dem Fernseher zuhören, als stünde ich im Wohnzimmer selbst.
Ich habe auch schon davon abgeraten, da so eine Pflege (es wird ja schon abgestritten, dass es Pflege sein wird) serh viel Zeit und Umgewöhnung kosten wird. Das ist keine leichte Sache und sollte nciht blauäugig in Angriff genommen werden. Dafür ist mein Vater aber leider berühmt.
Da ich als Physiotherapeutin ja wesentlich mehr Kontakt mit Patienten habe und auch Pflegefällen, weiß ich, wovon ich da förmlich wie ein Buch rede. Aber es wird alles abgewunken und abgestritten und mir wird nicht das geringste Gehör geschenkt (sieh Anfangstext).

Also ich bin echt total verzweifelt.

Meine Therapeutin meinte mal was von wegen sie könne mir eine Bescheinigung ausstellen, dass es mir nciht möglich ist, im Elternhaus wohnenzubleiben, damit ich in eine eigen kleine Wohnung ziehen kann. Damit hätte sie auch schon sehr gute Erahrungen mit einigne anderen Patienten gemacht.

Hat denn vielleicht sogar emand von hier sowas gemacht udn kann mri davon erzählen, wie das funktioniert?

Eigene Wohnung
Hallo Melike,
tut mir echt Leid für Dich, dass Deine Jugend nicht so schön war und heute auch kein schönes Zusammenleben zustande kommt. Ich habe selbst auch zwei Kinder 18 und 19. Mein Sohn hat gelernt bzw. lernen müssen, sich auch den Gegebenheiten anzupassen, nämlich so, als würde er in einer WG wohnen, wo Jeder mit anpacken muss usw. Aber ich denke, dass Du oft genug versucht hast, einzulenken und dass es von der abwertenden Haltung Deiner Eltern her, gar kein Zweck mehr hat.

Also, ich weiß von meiner Nichte, die es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat, dass ihre Psychologin sie darin unterstütz hat, frühzeitig von zu Hause aus auszuziehen, da war sie 17 Jahre alt. In diesem Falle musste meine Schwester die Erziehung dem Jugendamt übergeben. Dieses Jugendamt hat dann meine Nichte betreut. Sie durfte sich eine Wohnung bzw. Appartment suchen und das Amt hat sich den Unterhalt über die Eltern reingeholt und der Rest hat der Staat bezahlt. Bedingung hier war, dass meine Nicht ihr Abitur zu Ende bringt. Da sie auch große Probleme hatte, ging sie auch weiterhin in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt zur Psychologin. Sie studiert heute in Köln und ist ein wunderbarer Mensch. Sie kämpft jeden Tag hart ums Überleben, weil die Eltern nicht zahlen können. Sie verdient sich ihr Geld mit Kellnern für ihr Studium. Sie bekommt natürlich auch Bafög, aber das sind ja auch schon Schulden, die der Staat einem jungen Menschen aufbürdet und die später wohl zurückgezahlt werden müssen. Finde ich sehr naiv vom Staat, aber das ist ja ein anderes Thema.

Ich weiß, dass, egal wie alt Du bist, und wenn Du vor dem 25. Lebensjahr ausziehen willst, weil eben alles nicht klappt zu Hause und Du deshalb beim Psychiater schon bist, eine Bescheinigung Dir zum Auszug hilft. Ich kann es Dir nur empfehlen, sonst sackst Du psychisch immer mehr ab. Wenn das Amt dies die Bescheinigung akzeptierst, bekommst Du von der ARGE Unterstützung (Miete, Lebenserhalt etc.)

Meine Tochter hat mit 16 eine Ausbildung angefangen. Sie durfte von mir aus auszuziehen, weil sie in einem Beruf tätig ist, der absolut stressig, erschöpfend ist, sodass der Weg einfach zu umständlich mit Bus und Bahn gewesen wäre, da die Beschäftigungszeiten immer über Mittag und von 17 Uhr bis in die Puppen ist. Sie hat sich einfach toll entwickelt. Leider wurde sie jetzt mit 17 schwanger. Der Freund steht dazu. Aber sie will unbedingt alles fertig bekommen. Wir unterstützen sie auch, wo es nur geht. Der eigene Vater allerdings hat ihr den Unterhalt gestrichen, aber ihr Stiefvater, mein jetziger Mann, will für sie sogar in Erziehungsurlaub gehen. Das ist ein Vorhängeschild und nicht das Verhalten Deiner Eltern und vor allem der Großmutter. Ich möchte nicht so eine Oma sein. Ich werde für meine Kinder immer kämpfen und da sein.

Wie gesagt, kann ich Dir nur den Alleingang erstmal empfehlen, indem Du das Angebot Deiner Psychologin annimmst und es auch sofort umsetzt und nicht lange wartest. In der Not bitte sie doch, Dir bei den Amtangelegenheiten zu helfen. Deiner Vater wird schon blöd in die Wäsche schauen, denn normalerweise sind die Eltern bis zum 25. Lebensjahr verpflichtet, für ihre Kinder zu Hause zu sorgen. Das Amt kommt garantiert auf sie zu.

Aber das soll Dir jetzt auch egal sein. Wer mit Füßen tritt, hat keine Rücksicht verdient.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deinem Vorhaben und Kopf hoch. Deine Eltern können froh sein, dass sie so eine ehrgeizige Tochter hätten. Aber ich wette mit Dir, wenn Du Arbeit hast und gut verdienst, dann würde mich ihr Anklopfen nicht wundern. Hast Du schon mal versucht, Dich mit anderen für eine selbständige Praxis zusammen zu tun? Bei uns gibt es z.B. einen Orthopäden, der auch selbst operiert. Der schickt seine Patienten nur im gleichen Haus zur Psychotherapie. Seine Pat. sind daran gebunden und dürfen von ihm aus nicht zu einem anderen Therapeuten. Das ist zwar nicht schön für die Patienten, ich weiß auch nicht, ob dies korrekt ist, aber so hält sich natürlich die Praxis. Du kannst doch auch Flyer erstellen und an Praxen verteilen und gleichzeitig Dich dort umschauen, ob dort eine Möglichkeit wäre direkt dann mit den Ärzten in geeigneten Räumen zusammen zu arbeiten. Aber davon habe ich nicht so viel Ahnung.

Viel Glück noch mal bei Deinem Vorhaben.

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18. Januar 2009 um 17:04
In Antwort auf berry_12111034

Eigene Wohnung
Hallo Melike,
tut mir echt Leid für Dich, dass Deine Jugend nicht so schön war und heute auch kein schönes Zusammenleben zustande kommt. Ich habe selbst auch zwei Kinder 18 und 19. Mein Sohn hat gelernt bzw. lernen müssen, sich auch den Gegebenheiten anzupassen, nämlich so, als würde er in einer WG wohnen, wo Jeder mit anpacken muss usw. Aber ich denke, dass Du oft genug versucht hast, einzulenken und dass es von der abwertenden Haltung Deiner Eltern her, gar kein Zweck mehr hat.

Also, ich weiß von meiner Nichte, die es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat, dass ihre Psychologin sie darin unterstütz hat, frühzeitig von zu Hause aus auszuziehen, da war sie 17 Jahre alt. In diesem Falle musste meine Schwester die Erziehung dem Jugendamt übergeben. Dieses Jugendamt hat dann meine Nichte betreut. Sie durfte sich eine Wohnung bzw. Appartment suchen und das Amt hat sich den Unterhalt über die Eltern reingeholt und der Rest hat der Staat bezahlt. Bedingung hier war, dass meine Nicht ihr Abitur zu Ende bringt. Da sie auch große Probleme hatte, ging sie auch weiterhin in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt zur Psychologin. Sie studiert heute in Köln und ist ein wunderbarer Mensch. Sie kämpft jeden Tag hart ums Überleben, weil die Eltern nicht zahlen können. Sie verdient sich ihr Geld mit Kellnern für ihr Studium. Sie bekommt natürlich auch Bafög, aber das sind ja auch schon Schulden, die der Staat einem jungen Menschen aufbürdet und die später wohl zurückgezahlt werden müssen. Finde ich sehr naiv vom Staat, aber das ist ja ein anderes Thema.

Ich weiß, dass, egal wie alt Du bist, und wenn Du vor dem 25. Lebensjahr ausziehen willst, weil eben alles nicht klappt zu Hause und Du deshalb beim Psychiater schon bist, eine Bescheinigung Dir zum Auszug hilft. Ich kann es Dir nur empfehlen, sonst sackst Du psychisch immer mehr ab. Wenn das Amt dies die Bescheinigung akzeptierst, bekommst Du von der ARGE Unterstützung (Miete, Lebenserhalt etc.)

Meine Tochter hat mit 16 eine Ausbildung angefangen. Sie durfte von mir aus auszuziehen, weil sie in einem Beruf tätig ist, der absolut stressig, erschöpfend ist, sodass der Weg einfach zu umständlich mit Bus und Bahn gewesen wäre, da die Beschäftigungszeiten immer über Mittag und von 17 Uhr bis in die Puppen ist. Sie hat sich einfach toll entwickelt. Leider wurde sie jetzt mit 17 schwanger. Der Freund steht dazu. Aber sie will unbedingt alles fertig bekommen. Wir unterstützen sie auch, wo es nur geht. Der eigene Vater allerdings hat ihr den Unterhalt gestrichen, aber ihr Stiefvater, mein jetziger Mann, will für sie sogar in Erziehungsurlaub gehen. Das ist ein Vorhängeschild und nicht das Verhalten Deiner Eltern und vor allem der Großmutter. Ich möchte nicht so eine Oma sein. Ich werde für meine Kinder immer kämpfen und da sein.

Wie gesagt, kann ich Dir nur den Alleingang erstmal empfehlen, indem Du das Angebot Deiner Psychologin annimmst und es auch sofort umsetzt und nicht lange wartest. In der Not bitte sie doch, Dir bei den Amtangelegenheiten zu helfen. Deiner Vater wird schon blöd in die Wäsche schauen, denn normalerweise sind die Eltern bis zum 25. Lebensjahr verpflichtet, für ihre Kinder zu Hause zu sorgen. Das Amt kommt garantiert auf sie zu.

Aber das soll Dir jetzt auch egal sein. Wer mit Füßen tritt, hat keine Rücksicht verdient.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deinem Vorhaben und Kopf hoch. Deine Eltern können froh sein, dass sie so eine ehrgeizige Tochter hätten. Aber ich wette mit Dir, wenn Du Arbeit hast und gut verdienst, dann würde mich ihr Anklopfen nicht wundern. Hast Du schon mal versucht, Dich mit anderen für eine selbständige Praxis zusammen zu tun? Bei uns gibt es z.B. einen Orthopäden, der auch selbst operiert. Der schickt seine Patienten nur im gleichen Haus zur Psychotherapie. Seine Pat. sind daran gebunden und dürfen von ihm aus nicht zu einem anderen Therapeuten. Das ist zwar nicht schön für die Patienten, ich weiß auch nicht, ob dies korrekt ist, aber so hält sich natürlich die Praxis. Du kannst doch auch Flyer erstellen und an Praxen verteilen und gleichzeitig Dich dort umschauen, ob dort eine Möglichkeit wäre direkt dann mit den Ärzten in geeigneten Räumen zusammen zu arbeiten. Aber davon habe ich nicht so viel Ahnung.

Viel Glück noch mal bei Deinem Vorhaben.

Meintest du mich?
Hallo Steppi45!

Ich gehe mal stark davon aus, dass du mit deinem Beitrag mich gemeint hast.

Wenn ich das nächste Mal bei meiner Therapeutin bin, werde ich die ganze Sache auf jeden Fall nochmal aufgreifen.
Dabei gibt es aber noch das kleine Problem, dass es wenig Sinn machen würde, wenn ich erst in eine neue Wohnung ziehe, aber hier immernoch keine Arbeit finde. Ich bin schon dazu übergegangen, in anderen Städten zu suchen, selbst wenn der Anfang dann total schwer werden würde. Das ist alles so kompliziert.
Glücklichereise habe ich heute eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch bekommen!
Ich hoffe, dass das klappt, dann hätte das hier endlich ein Ende und ich könnte ausziehen!!

Achja, ich bin jetzt 22. Habe Abitur und eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine erste Weiterbildung. Und am kommenden Wochenende kommt die nächste Weiterbildung.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße,
Miss Sugarpearl

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21. Januar 2009 um 21:46
In Antwort auf hauke_11982940

Meintest du mich?
Hallo Steppi45!

Ich gehe mal stark davon aus, dass du mit deinem Beitrag mich gemeint hast.

Wenn ich das nächste Mal bei meiner Therapeutin bin, werde ich die ganze Sache auf jeden Fall nochmal aufgreifen.
Dabei gibt es aber noch das kleine Problem, dass es wenig Sinn machen würde, wenn ich erst in eine neue Wohnung ziehe, aber hier immernoch keine Arbeit finde. Ich bin schon dazu übergegangen, in anderen Städten zu suchen, selbst wenn der Anfang dann total schwer werden würde. Das ist alles so kompliziert.
Glücklichereise habe ich heute eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch bekommen!
Ich hoffe, dass das klappt, dann hätte das hier endlich ein Ende und ich könnte ausziehen!!

Achja, ich bin jetzt 22. Habe Abitur und eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine erste Weiterbildung. Und am kommenden Wochenende kommt die nächste Weiterbildung.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße,
Miss Sugarpearl

Hallo,
da wünsche ich dir doch von ganzem Herzen, dass das endlich mal eine gute Wende nimmt und du zur Ruhe kommst.
Gruß Melike

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8. März 2009 um 18:19
In Antwort auf melike13

Hallo,
da wünsche ich dir doch von ganzem Herzen, dass das endlich mal eine gute Wende nimmt und du zur Ruhe kommst.
Gruß Melike

Licht am Ende des Tunnels
Hallo zusammen!

Ich hab ja gesagt, ich halte euch auf dem Laufenden.
Ich habe nun ein, eventuell zwei Angebote für einen Arbeitsvertrag. Es ist also definitiv Besserung in Sicht! Komischereise klappt das Zusammenleben mit der Familie auch langsam besser. Man vermeidet bestimmte Themen und geht sich bestmöglich aus dem Weg. Sicher hat auch der Todesfall in der Familie damit zu tun. Leider ist mein Opa aus Pirna im Januar verstorben...

Also an dieser Stelle noch einmal Dankeschön an jeden, der mir geantwortet hat!

Liebe Grüße,
Miss Sugarpearl

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