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Abnabelung von Mutter ohne sie zu verletzten?

8. August 2007 um 15:48

Hallo zusammen,

ich habe ein Problem mit meiner sehr überführsorglichen Mutter.

Meine Mutter ist 63, mein Vater 66, ich bin 26 und Einzelkind. Meine Mutter arbeitet seit meiner Geburt nicht mehr und mein Vater hat seine eigene Firma und ist nicht sehr unternehmungslustig. Daher hat sich meine Mutter schon immer stark auf mich konzentriert und wir haben viel zusammen unternommen(obwohl sie auch viele Freundinnen hat, mit denen sie was unternimmt).

Seit einigen Jahren arbeite ich aber Vollzeit und bin auch von zu Hause ausgezogen. Ich lebe mit meinem Freund zusammen (wir sind schon einige Jahre zusammen) und habe selbstverständlich auch meinen eigenen Freundeskreis. Da habe ich logischerweise nicht mehr so viel Zeit (und manchmal auch keine Lust), was mit ihr zu machen.

Ich telefoniere jeden Tag mit ihr (auch wenn ich keine Lust dazu habe), da sie mir sonst die Hölle heiß macht. Beispiel: Vor etwa einem Jahr waren wir (ohne sie vorher zu informieren) bei einer Bekannten im Krankenhaus, natürlich ohne Handy. Als wir nach Hause kamen, waren jeweils etwa 10(!) Anrufe auf Festnetz und jedem unserer Handys (in etwa 3 Stunden). Als ich mit ihr gesprochen habe, hat sie fast geweint und war sehr kurz ab, wieso wir uns bei ihr nicht melden und sie einfach ignorieren. Schließlich macht sie auch immer alles für uns und meint es doch nur gut. Und das ist nur ein Beispiel von unendlichen!

Sie kommt dann oft mit der emotionalen Erpressung um die Ecke (Zitat: "Wenn ich mal nicht mehr bin, dann wirst du dir noch wünschen, dass ich mal kurz 10 Minuten vorbeikommen würde"). Wir wohnen nämlich nur etwas ne viertel Stunde auseinander.

Es geht sogar soweit, dass sie letztens vorbeikommen wollte, und ich zu ihr gesagt habe, dass es mir an dem Tag nicht passt, sie solle doch besser den nächsten Tag kommen. Da meinte sie nur was denn so schlimm daran wäre, nur mal kurz vorbeizuschauen; ich wäre ja zu Hause, sie käme trotzdem (und sie kam; was sollte ich machen, sie vor der Tür stehen lassen? ich will sie ja auch nicht verletzten)

Alle Bekannten, die das Verhalten von meiner Mutter mitbekommen, geben mir Recht, dass sie einfach zu sehr klammert und mich zu sehr bevormundet, aber ich schaffe es nicht ihr die Grenze begreiflich zu machen. Ich möchte ja nicht den Kontakt ganz abbrechen, aber sie soll meine Privatsphäre akzeptieren. Und genau das kann sie anscheinend nicht. Ich habe es wirklich schon oft genug versucht und diverse Streitereien mit ihr gehabt. Sie möchte einfach nicht, dass sie nicht mehr in meinem Leben mitbestimmen kann und ich meine eigenen Entscheidungen treffe. Spreche ich sie genau darauf an, leugnet sie und meint, dass sie mir doch alle Freiheiten der Welt lässt. Ich glaube, sie sieht ihr Verhalten wirklich nicht. Ist vielleicht eine Familientherapie das richtige für uns? Schließlich bin ich alt genug, und möchte bald meine eigene Familie, ohne die ständige Bevormundung und Einmischung meiner Mutter. So sehr ich sie auch liebe, aber momentan weiß ich mit ihr nicht weiter.

Vielen Dank für eure Meinungen.
Kaithleen


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8. August 2007 um 22:28

Such ihr ein hobby
hi Kaithleen!
eine familientherapie ist gar nicht schlecht, aber würden deine eltern da mitziehen? schließlich will deine mama das problem ja nicht realisieren.. sie braucht auf jeden fall einen neuen fixpunkt. besorg ihr doch ein hobby, schenk ihr einen gutschein für s fitnessstudio, oder melde sie als überraschung in einem kurs in der hochschule an.. irgendwas dass ihr spaß machen würde. so müsstest du auch nicht mit ihr darüber sprechen, du bereitest ihr einfach eine überraschung

lg

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9. August 2007 um 10:14

Du musst lernen dich abzugrenzen.
Hallo!

Witzigerweise habe ich hier neulich auch zu diesem Thema gepostet - weil ich Teilnehmer für meine Studie "Erwachsene und ihre Eltern" suche ... ist das Thema meiner Diplomarbeit.
Deine Mutter muss lernen, dass du ein erwachsener Mensch bist, dass du dein eigenes Leben führst und dass Abnabelung nicht Trennung bedeutet. Ich denke du kannst nur mit ihr reden: ihr klar machen, wie du dich fühlst, dass du sie liebst und ihr dankbar bist, aber dass sie dich erdrückt und dir keine Luft zum Atmen lässt. Von selbst wird sie ihr Verhalten wahrscheinlich nicht ändern, ... lässt du es dir weiterhin gefallen, wirst du wahrscheinlich zunehmend unzufrieden und wütend, ... irgendwann artet das dann evt. in Streit aus. Dieser Abnabelungsprozess muss von beiden Seiten kommen. Dass muss sie begreifen. Sie muss loslassen lernen - du kannst sie darin unterstützen indem du ihr zeigst, dass du sie liebst und dass Liebe nicht von täglichen Telefonaten abhängt.
Wie steht dein Vater dazu? ... Könnte er eine vermittelnde Rolle einnehmen?

Liebe Grüße, danat.

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10. August 2007 um 15:32

Eigentlich...
...haben wir schon so oft über dieses Thema gesprochen, dass ich nicht weiß, ob ein weiteres Gespräch mehr, ohne fremde Unterstützung, was bringt.

Mein Vater stimmt mir in solchen Gesprächen immer zu, genau wie meine Tante (die Schwester meiner Mutter). Aber beide können auch nicht viel machen. Meine Tante hat mir erzählt, dass meine Oma wohl genauso war (täglich angerufen und nach dem Rechten gesehen), aber niemals beleidigt war, wenn man mal keine Zeit hatte oder evtl. sogar emotionalen Druck ausgeübt hat.

Auch von den Freundinnen meiner Mutter bekomme ich Zustimmung, wenn sie mal solche Situationen zwischen uns mitbekommen. Aber über solche Rügen über ihr Verhalten geht sie ganz schnell hinweg und lenkt auf ein anderes Thema. Nach Streitereien zwischen uns sucht sie immer jemanden, der ihr Recht gibt und wenn sie merkt, derjenige nimmt ihre Meinung nicht an, schneidet sie einfach ein anderes Thema an. Sie will es einfach nicht einsehen.

Mit Hobbys ist das so eine Sache. Sie geht 2-3 mal in der Woche ins Fitnessstudio (immer Vormittags). Wir haben ihr im Laufe der Jahre schon diverse Hobbys angeboten, aber sie hat kein Durchhaltevermögen: z.B. Malutensilien gekauft, weil sie mit einer Freundin malen wollte. Die Sachen stehen im Keller und wenn man sie drauf anspricht kommt nur: " da hab ich momentan wirklich nicht die Zeit für" (Warum hat sie dann soviel Zeit für mich???????). Computer gekauft, nach einiger Zeit wieder verkauft, da zu schwierig; Altenbetreuung für einige Monate (nachmittags mit älteren Menschen, die niemanden haben, Kaffeetrinken und ein bisschen unterhalten, also nichts schwieriges), da hat dann die Bekannte aufgehört, mit der sie das zusammen gemacht hat und alle älteren Leute, die sie kennen gelernt hat sind gestorben. Für neue Bekanntschaften hatte sie dann keine Lust mehr;
Verschiedene Sprachkurse angefangen, aber alles nach einiger Zeit wieder abgebrochen.

Wir haben soviel ausprobiert, aber sie findet für alles immer Ausreden.

Momentan sprechen wir grade nicht miteinander (wg. der Geschichte, dass sie nicht an dem Tag kommen sollte, an dem sie wollte). Als ich kurz bei meinen Eltern war, um meinem Vater etwas vorbeizubringen, hat sie nur 3 Worte mit mir gewechselt und war beleidigt. Als ich gefragt hab, ob sie denn dann vorbeikommen würde, wann wir abgemacht hatten, meinte sie nur: nein, sie käme nicht. Auf eine neue Diskussion hatte ich keine Lust, also hab ich nur gesagt, wenn sie gerne beleidigt sein wolle, dann bitte und hab mich verabschiedet. Sie wollte wohl darauf reagieren, aber ich bin gegangen, weil ich auf diskutieren einfach keine Lust hatte. Vielleicht war das auch etwas kindisch von mir, aber ich werde von ihr immer hingestellt, als ob ihre Auffassung die normalste von der Welt wäre und ich mich total daneben benehmen würde.

Meiner Tante hat sie hierzu wohl gesagt, dass ja im Knigge stehen würde, bei Verwandten ist es ok unangemeldet vor der Tür zu stehen und diese müssten, unabhängig ob es ihnen gerade passt, den Besuch hereinlassen. Alles andere wäre unhöflich.

Obwohl sie manchmal bei Bekannten auch nicht ans Telefon geht, wenn sie dazu gerade keine Lust hat ("aber das ist ja was anderes, das ist ja nicht die Familie").

Ich bin einfach nur tierisch wütend auf sie und im Hinterkopf habe ich noch immer dieses "wenn ich mal nicht mehr bin....". Sie versteht es unglaublich gut, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und das macht mich nur um so wütender auf sie und auf mich, dass ich das mit mir machen lasse.

Sorry das es schon wieder so lang geworden ist, aber es tut gut, einfach mal alles von der Seele zu schreiben und mal andere Meinungen hierzu zu hören.

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30. August 2007 um 14:12

Hallo Kaithleen,
Abnabelung von den Eltern ist in der Regel immer ein schwieriger Prozess, der auch nicht ohne Verletzungen abläuft. Trotzdem ist es auch für Deine Mutter wichtig, zu begreifen, dass Du eine erwachsene Frau bist, die ihr eigenes Leben lebt. Natürlich musst Du nicht gleich den Kontakt zu ihr abbrechen, aber Du musst lernen auszuhalten, dass sie beleidigt und wütend auf Dich ist. Sei bestimmt und konsequent, und ja, wenn sie gegen Deinen Wunsch zu Besuch kommt, dann lass sie vor der Tür stehen.
LG dd

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1. September 2007 um 13:32
In Antwort auf avril_12327855

Eigentlich...
...haben wir schon so oft über dieses Thema gesprochen, dass ich nicht weiß, ob ein weiteres Gespräch mehr, ohne fremde Unterstützung, was bringt.

Mein Vater stimmt mir in solchen Gesprächen immer zu, genau wie meine Tante (die Schwester meiner Mutter). Aber beide können auch nicht viel machen. Meine Tante hat mir erzählt, dass meine Oma wohl genauso war (täglich angerufen und nach dem Rechten gesehen), aber niemals beleidigt war, wenn man mal keine Zeit hatte oder evtl. sogar emotionalen Druck ausgeübt hat.

Auch von den Freundinnen meiner Mutter bekomme ich Zustimmung, wenn sie mal solche Situationen zwischen uns mitbekommen. Aber über solche Rügen über ihr Verhalten geht sie ganz schnell hinweg und lenkt auf ein anderes Thema. Nach Streitereien zwischen uns sucht sie immer jemanden, der ihr Recht gibt und wenn sie merkt, derjenige nimmt ihre Meinung nicht an, schneidet sie einfach ein anderes Thema an. Sie will es einfach nicht einsehen.

Mit Hobbys ist das so eine Sache. Sie geht 2-3 mal in der Woche ins Fitnessstudio (immer Vormittags). Wir haben ihr im Laufe der Jahre schon diverse Hobbys angeboten, aber sie hat kein Durchhaltevermögen: z.B. Malutensilien gekauft, weil sie mit einer Freundin malen wollte. Die Sachen stehen im Keller und wenn man sie drauf anspricht kommt nur: " da hab ich momentan wirklich nicht die Zeit für" (Warum hat sie dann soviel Zeit für mich???????). Computer gekauft, nach einiger Zeit wieder verkauft, da zu schwierig; Altenbetreuung für einige Monate (nachmittags mit älteren Menschen, die niemanden haben, Kaffeetrinken und ein bisschen unterhalten, also nichts schwieriges), da hat dann die Bekannte aufgehört, mit der sie das zusammen gemacht hat und alle älteren Leute, die sie kennen gelernt hat sind gestorben. Für neue Bekanntschaften hatte sie dann keine Lust mehr;
Verschiedene Sprachkurse angefangen, aber alles nach einiger Zeit wieder abgebrochen.

Wir haben soviel ausprobiert, aber sie findet für alles immer Ausreden.

Momentan sprechen wir grade nicht miteinander (wg. der Geschichte, dass sie nicht an dem Tag kommen sollte, an dem sie wollte). Als ich kurz bei meinen Eltern war, um meinem Vater etwas vorbeizubringen, hat sie nur 3 Worte mit mir gewechselt und war beleidigt. Als ich gefragt hab, ob sie denn dann vorbeikommen würde, wann wir abgemacht hatten, meinte sie nur: nein, sie käme nicht. Auf eine neue Diskussion hatte ich keine Lust, also hab ich nur gesagt, wenn sie gerne beleidigt sein wolle, dann bitte und hab mich verabschiedet. Sie wollte wohl darauf reagieren, aber ich bin gegangen, weil ich auf diskutieren einfach keine Lust hatte. Vielleicht war das auch etwas kindisch von mir, aber ich werde von ihr immer hingestellt, als ob ihre Auffassung die normalste von der Welt wäre und ich mich total daneben benehmen würde.

Meiner Tante hat sie hierzu wohl gesagt, dass ja im Knigge stehen würde, bei Verwandten ist es ok unangemeldet vor der Tür zu stehen und diese müssten, unabhängig ob es ihnen gerade passt, den Besuch hereinlassen. Alles andere wäre unhöflich.

Obwohl sie manchmal bei Bekannten auch nicht ans Telefon geht, wenn sie dazu gerade keine Lust hat ("aber das ist ja was anderes, das ist ja nicht die Familie").

Ich bin einfach nur tierisch wütend auf sie und im Hinterkopf habe ich noch immer dieses "wenn ich mal nicht mehr bin....". Sie versteht es unglaublich gut, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und das macht mich nur um so wütender auf sie und auf mich, dass ich das mit mir machen lasse.

Sorry das es schon wieder so lang geworden ist, aber es tut gut, einfach mal alles von der Seele zu schreiben und mal andere Meinungen hierzu zu hören.

Ich denke
es ist fast wie bei einem kleinen Kind: Du musst jetzt einfach konsequent sein! Wenn sie beleidigt sein will, dann lass sie, sie wird sich auch wieder beruhigen. Wenn du keine Zeit hast, dann hast du keine Zeit. Basta. Gist du jedes mal wieder nach, dann wird sich nichts ändern.

Familientherapie wäre sicher ein guter Ansatz, ist nur die Frage, ob deine Mutter sich darauf einlassen würde. Laut deine Beschreibung würde ich vermuten nein. Zumal sie sich ja nicht mal auf Diskussionen diesbezüglich einlässt.

Spontan fällt mir ein, ob du ihr nicht ein Buch schenken könntest zu dem entsprechenden Thema.

Du musst jetzt einfahc was ändern. Spätestens wenn du selbst eine Familie hast, ergo Kinder, dann wird so ein Eingemische extremst nervig.

lg
Stefanie

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10. September 2007 um 17:57

Emotionaler missbrauch
, so nennt man das was deine mutter mit dir macht..sie wird keine familientherapie mit dir machen und auch ein hobby ist für deine mutter keine reizvolle alternative zu dem spass, den ihre spielchen bringen. deine mutter ist eine erwachsene person und für die gestaltung ihres lebens selbst verantwortlich..nicht du!!!
aaalso, wenn sie unangemeldet vor der tür steht und du willst sie nicht sehen..tür zu!! wenn sie täglich anruft, geh nur ran, wenn du lust hast.
deine mutter ist nicht geistig behindert, sie weiss, dass du es so nicht willst(knigge), aber sie ignoriert deine bedürfnisse...auch ihre erpressungen werden aufhören, wenn sie bei dir nicht fruchten. dies alles wirst du warscheinlich nicht alleine schaffen (willst mutti ja nicht wehtun) am besten suchst du dir eine therapeutin, damit du verstehen kannst was deine mutter da mit dir macht..es ist wirklich gruselig!! wenn du dies verstanden hast, dann kannst du das spiel auch beenden und dein leben leben..
liebe grüße

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4. September 2008 um 19:40

Tschüß Kindheit!
Liebe Kaithleen,
ich kann dein Problem sehr gut nahvollziehen. Ich bin 27 Jahre alt, Einzelkind, und habe eine übersorgende Mutter und einen ehr entspannten Vater, die ich selbstverständlich sehr liebe, aber wo die Abnabelung und Abgrenzung sehr schwierig wird- also du siehst: wir haben doch einige Gemeinsamkeiten(=
Ich finde es auf jeden Fall schon einmal gut, dass du von deiner seite aus sagst, dass du diese Abgrenzung möchtest, und dass du dich eingeengt fühlst. An diesem Punkt bin ich noch gar nicht wirklich angekommen. Ich hänge noch völlig zwischen den Stühlen- der Kopf sagt mir, dass es mehr als an der Zeit ist, erwachsen zu werden, aber mein Herz hält mich bei meinen Eltern. Ich wohne auch bereits seit einigen Jahren nicht mehr zu Hause- aber nach wie vor in der selben Stadt, und auch die täglichen Telefonate kenne ich zu gut. Ich denke, dass du dadurch, dass du dir bewusst bist, dass du dich entfernen willst, um einfach auch reifen zu können, bereits den größten Schritt gemacht hast. Ich denke, es wäre vielleicht hilfreich, wenn du mit deiner Mutter ein Gespräch führen würdest, oder besser noch ihr einen Brief schreiben würdest(dann kann sie nicht ständig dazwischen reden!). In diesem Brief kannst du ihr versuchen deine Position zu erklären. Ich denke, dass es wichtig ist, dass du ihr nicht das Gefühl gibst, dass du sie weg stoßen möchtest, sondern dass du ihr einfach erklärst, dass es einfach an der zeit ist, einige dinge im leben alleine zu meistern, und dass dieser Schritt auch für dich schmerzhaft ist- aber dass er notwenid ist, um eine eigenständige Person zu werden. Du solltest ihr klar machen, dass sie immer ein sehr wichtiger Mensch in deinem Leben bleiben wird, dass du eben nur die Rolle des kIndes verlassen willst-oder auch musst.

Liebe Grüße

Anna

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12. September 2008 um 13:36

Nur Mut, es geht!!!
Liebe Kaitleen,

ich bin 42 Jahre alt und befinde mich derzeit in derselben Situation wie Du. Mein Vater ist 72, Mutter 67 Jahre alt. Ich hatte 2 Brüder, von denen einer vor 8 Jahren gestorben ist. Derzeit lebte der andere Bruder in Israel. In dieser Situation sind wir natürlich enger zusammen gerückt.

Der jüngere Bruder lebt mit seiner Familie zwar wieder in unserer Nähe, hat es aber (wahrscheinlich durch die langjährige räumliche Trennung) geschafft, sich vom Elternhaus zu lösen. Zudem sind meine Eltern mit der Schwiegertochter nicht einverstanden und wollen auch keinen Kontakt.

Also volle Konzentration auf mich. Und das seit Jahren!!

Ich bin bereits seit 18 Jahren verheiratet (leider kinderlos). Mein Mann passt meinen Eltern auch nicht so richtig in den Kram, was unterschwellig immer wieder mal rauskam und für Spannungen zwischen mir und meinem Mann sorgte. Sich gegen meine Eltern aufzulehnen, habe ich mich nie getraut.

Vor etwa einem Jahr hat meine Mutter mich persönlich jedoch verbal dermaßen verletzt, dass ich mich gewehrt habe, was dazu führte, dass sie total ausgerastet ist, mich und meinen Mann übel beschimpft hat, krank und beleidigt war. Ich war davon total geschockt und habe nach 2 Wochen des Schweigens versucht, die Wogen wieder zu glätten. Sie bestand immer noch darauf, dass sie als Mutter das Recht dazu hätte, mir auch verletzende Sachen zu sagen.

Nach außen wuchs im Laufe des letzten Jahres zwar Gras über die Sache, doch unterschwellig steppte in mir der Bär. In mir baute sich eine Wut und eine Abneigung gegen meine Eltern (besonders Mutter) auf, die mich selber erschreckte. Natürlich bemerkte sie, dass ich komisch war und wollte wissen, was sie denn jetzt schon wieder falsch gemacht hätte. Allein bei dieser Äußerung wäre ich am liebsten die Wände hoch gegangen. Ich habe erst mal den Ball flach gehalten, unser seltener werdendes Erscheinen bei ihnen mit der Arbeit entschuldigt und mich im Internet schlau gemacht. Dort habe ich ein Buch gefunden, was mir dermaßen geholfen hat, dass ich erstens weiß, dass mit mir alles normal ist (auch die negativen Gefühle), und weiterhin Tipps gegeben hat, wie ich mit dieser Situation umgehen kann. Das Buch ist von Roswitha Stemmer-Beer und heißt: "Liebeskämpfe - Wie Töchter ihre Mütter abnabeln".

Das schlechte Gewissen in mir lässt langsam nach. Ich denke, dass ich in Kürze ein Gespräch mit meinen Eltern führen werde, in dem ich ihnen mein neues Verhalten erkläre. Seitdem für mich feststeht, dass ich mich abnabeln werde - ohne wenn und aber- geht es mir besser. Wenn ich mit meinen Eltern telefoniere, bin ich zwar immer noch sehr angespannt (wir haben uns auch nicht mehr so viel zu sagen im Moment), aber ich hoffe, dass wir irgendwann wieder einen Weg zueinander finden werden, auf dem wir erwachsen miteinander umgehen können.

Ich drücke Dir die Daumen!

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4. Dezember 2008 um 14:50

Ich bin also nicht allein.
Das habe ich mir gedacht, als ich den Beitrag von Kaithleen und anderen Frauen gelesen habe. Ich las und war nur verwundert, weil es meine Geschichte und meine Empfindungen meiner Mutter gegenüber waren.
Ich bin 25 und wohne noch im Haus meiner Eltern. All die Jahre hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern (besonders Mutter), doch seit ich vor 3 Jahren mit meinem jetzigen Freund zusammen gekommen war, verschlechterte sich die Situation von heute auf morgen. Das erste Jahr war das schlimmste, ich habe mich nach jedem "klärenden" Gespräch mit meinen Eltern schrecklich schuldig gefühlt, doch im Laufe der Zeit habe ich mich etwas daran gewöhnt und kann manches einfach ignorieren. Angefangen hatte aber alles damit, dass mein Freund Deutscher ist (ich persönlich komme aus der Ukraine und lebe bereits seit 10 Jahren in Deutschland). Das hatte sie am meisten gestört, obwohl sie immer gesagt hat wie nett sie ihn findet. Man muss dazu sagen, dass mein Freund und meine Mutter sehr ähnlich vom Charakter sind. Sie lieben mich beide und wollen beide den größten Teil von mir haben, so dass ich mich praktisch zerreißen muss, um beide glücklich zu machen.
Im Moment sieht die Situation sehr schwer für mich aus. Seit 1 Jahr arbeite ich, um mein Lebensunterhalt neben dem Studium zu finanzieren. Daraus folgt, dass ich noch weniger Zeit habe. Meine Mutter schafft es aber immer, bei allem, was ich sage, was ich vor habe zu tun eine saure Miene zu verziehen und zu sagen: ja klar, ich mache ja alles, nur um nicht zu Hause bei ihr zu sein. Mittlerweile wird das sogar aufs Lernen an der Uni bezogen, was früher, noch vor Paar Monaten bei uns die höchste Priorität hatte. Mittlerweile muss ich mir jeden Ton, den ich von mir geben schwer überlegen, damit meine Mutter ja nicht beleidigt wird (denn das wird sie so schnell und trägt auch lange nach). Ich muss natürlich sage, dass ich meine Mutter sehr liebe und die Tatsache, dass sich unsere Beziehung etwas geändert hat, einfach weil ich erwachsen bin, muss noch lange nichts schlechtes bedeuten. Aus ihrer Kindheit kennt sie das auch nur so, dass sie alles, was sie gemacht und gedacht hat ihrer Mutter mitgeteilt hatte (ihr Vater hatte die Familie verlassen). Aus dem Grund ist es für sie selbstverständlich, dass sie alles, was ihr passiert mit mir teilt. Das finde ich auch ok, ich freue mich mit ihr zu reden, doch wenn es mal kommen sollte, dass ich etwas, was nicht besonders wichtig erschien ihr nicht erzählt habe, ist sie sofort sowas von sauer. Wenn ich nicht zu Hause bin, ruft sie mich an, um zu fragen, wo ich bin oder was ich gerade mache. Wenn ich aber nicht rangehe, kann sie bis zu 10 mal anrufen und sich anschließend tierisch ärgern, wieso ich nicht rangegangen war.
Mittlerweile weiß ich nicht mehr, wie ich leben soll. Sie hält mich wie eisernen fesseln und stellt es immer so, dass ich sofort schlechtes Gewissen habe. Ich bin verzweifelt.

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4. Dezember 2008 um 15:22
In Antwort auf realita1

Emotionaler missbrauch
, so nennt man das was deine mutter mit dir macht..sie wird keine familientherapie mit dir machen und auch ein hobby ist für deine mutter keine reizvolle alternative zu dem spass, den ihre spielchen bringen. deine mutter ist eine erwachsene person und für die gestaltung ihres lebens selbst verantwortlich..nicht du!!!
aaalso, wenn sie unangemeldet vor der tür steht und du willst sie nicht sehen..tür zu!! wenn sie täglich anruft, geh nur ran, wenn du lust hast.
deine mutter ist nicht geistig behindert, sie weiss, dass du es so nicht willst(knigge), aber sie ignoriert deine bedürfnisse...auch ihre erpressungen werden aufhören, wenn sie bei dir nicht fruchten. dies alles wirst du warscheinlich nicht alleine schaffen (willst mutti ja nicht wehtun) am besten suchst du dir eine therapeutin, damit du verstehen kannst was deine mutter da mit dir macht..es ist wirklich gruselig!! wenn du dies verstanden hast, dann kannst du das spiel auch beenden und dein leben leben..
liebe grüße

Dem möchte ich mich anschließen
realita1 sagt es richtig. Du mußt dir Hilfe holen, um die richtigen
Schritte zu tun. Bei mir ging es bis zum Kontaktabbruch, heute weiß
ich, ich hätte früher handeln müssen
Gruß melike

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30. August 2012 um 17:51

Etwas mehr Egoismus im Leben haben!
Es klingt hart, aber wenn ihr euch gegen euere eigene Mutter im Leben nicht durchsetzen könnt, dann könnt ihr es auch später mal nicht gegen andere Personen! Bekanntlich fällt es solchen Menschen auch schwer, sich später mal von bösen Partnern zu trennen, die ihnen nicht gut tun (weil ihnen ihr Leben lang eingeflößt wird (von der Mutter), dass man das so ertragen muss, alle Schikanen ). Und ich sag das nur deswegen, ich habe auch 31 Jahre im Elternhaus mitgewohnt, gezwungener, sonst wäre ich wohl schon mit 13 ausgezogen. Ich war schon immer ein kleiner Rebell als Kind, aber die Wohnumstände haben mich nicht gehen lassen.

Ich wünschte, ich wäre früher da raus gekommen, denn es wurde von Jahr zu Jahr immer unerträglicher, Konfrontatationen wurden immer härter und aggressiver, bis hin zu Gewaltankündigen war alles drin. Und das muss ja nicht sein. Man macht sich das Leben ja nur unnötig schwer und es behindert einen in der eigenen persönlichen Entfaltung. Normal sollte es ein Gesetz geben, dass es verbietet, dass Kinder über 23 daheim wohnen bleiben! Solche Menschen bekommen sonst einen psychischen Schaden!

Du bist ja schon ausgezogen, was perfekt ist. Viel leichter sollte es sein, Anrufe auszuschlafen. Zieh den Stecker vom Telefon! Erfinde notfalls eine Notlüge und sag, ihr hattes Probleme mit der Verbindung. Du mußt auch ein bißchen hartnäckiger sein und kein so "Waschlappen" der sich alles gefallen läßt. Deine Mutter in allen Ehren, aber der wichtigste Mensch in deinem Leben bis erstmal DU und danach kommt erstmal gar nichts. Und deine Mutter überschreitet eindeutig Grenzen Du bist viel zu weich, naiv und gutmütig. Vermutlich warst du immer ein zurückhaltendes Kind, dass sie nich getraut hat, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen. Das muss man aber, sonst lebt man ein unterdrücktes Leben und fruchtbar gefrustet, gestresst unglücklich und depressiv...

Deine Mutter hat ihr Leben gelebt... und deins dann mit... wenn du da nicht einschreitest und ein riesen großes fettes Stopschild aufstellst.

Übe, bei Erpressung kalt zu bleiben. Das geht! Und denk nicht soviel nach, was deine Mutti denken könnte. Sie wird sich bald daran gewöhnen, dass der Wind ab nun anders herum weht. Viel Glück.

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30. August 2012 um 17:53
In Antwort auf realita1

Emotionaler missbrauch
, so nennt man das was deine mutter mit dir macht..sie wird keine familientherapie mit dir machen und auch ein hobby ist für deine mutter keine reizvolle alternative zu dem spass, den ihre spielchen bringen. deine mutter ist eine erwachsene person und für die gestaltung ihres lebens selbst verantwortlich..nicht du!!!
aaalso, wenn sie unangemeldet vor der tür steht und du willst sie nicht sehen..tür zu!! wenn sie täglich anruft, geh nur ran, wenn du lust hast.
deine mutter ist nicht geistig behindert, sie weiss, dass du es so nicht willst(knigge), aber sie ignoriert deine bedürfnisse...auch ihre erpressungen werden aufhören, wenn sie bei dir nicht fruchten. dies alles wirst du warscheinlich nicht alleine schaffen (willst mutti ja nicht wehtun) am besten suchst du dir eine therapeutin, damit du verstehen kannst was deine mutter da mit dir macht..es ist wirklich gruselig!! wenn du dies verstanden hast, dann kannst du das spiel auch beenden und dein leben leben..
liebe grüße

Perfekt erklärt!
so ist es!

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