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5 jähriger macht terror

7. September 2004 um 9:11 Letzte Antwort: 10. September 2004 um 13:38

mein freund ist alleinerziehender vater von einem 5 jährigen.
seit einigen monaten wohne ich bei den beiden und beobachte immer mehr dass der kleine seinem papa auf der nase herumtanzt. mein freund ist mittlerweile mit den nerven total am ende. abends macht der kleine theater, morgends macht er theater und immer mal wieder zwischendurch. einerseits will ich mich nicht immer einmischen (obwohl ich zwischendurch auch mal schimpfe) andererseits will ich meinem freund helfen. die mutter des kleinen kümmert sich überhaupt nicht mehr um ihren sohn.
könnt ihr mir tips geben wie wir die situation in den griff bekommen können?
auf meinen freund hört er überhaupt nicht mehr... auf mich zwischendurch schon, aber bis dahin habe ich mir den mund fusselig geredet.
versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe den kleinen und mache viel mit ihm, aber wie kann ich meinem freund helfen ohne die böse stiefmama zu sein? ich will mich nicht als mutter aufspielen denn das bin ich nicht.

für tips währe ich sehr dankbar

sarah

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7. September 2004 um 11:36

Grenzen setzten
Er scheint wirklich "Eltern" zu brauchen. Und so wie es aussieht wird er ja dauerhaft bei Euch bleiben. Also bleibt Dir nichts anderes übrig als in die Mutterrolle zu schlüpfen. Es ist nur natürlich das er seine grenzen sucht. Er hat schließlich miterlebt wie die Ehe seiner Eltern zerbrochen ist und ist in einem Alter wo er beide Elternteile noch sehr stark braucht. Er sucht Liebe, Anerkennung und Halt. Zeig ihn wie sehr Du ihn magst, unternimm etwas mit ihm. Lernt Euch richtig kennen. Aber zeig ihm wo bei Dir die Grenzen sind. Macht er theater, beispielsweise beim ins Bett gehen (ist warscheinlich auch für ihn eine ängstigende Situation - seid ihr am nächsten morgen noch da? Vor allem bist Du dann noch da?) führt ein kleines Ritual ein. Bei uns (Carolin ist auch 5) läuft das so: um 5 vor 7 kommt das Sandmännchen, danach gibt es Abendbrot, sie zieht sich den Schlafanzug an und putzt mit die Zähne (einer von uns ist dabei). Wenn das alles reibungslos und zügig abläuft lese ich ihr eine kleine Geschichte vor. Wir knuddeln noch ein bisschen und sie darf eine Seite Kassette hören. Manchmal schläft sie nicht sofort ein dann schimpfe ich auch nicht wenn sie die Kassette umdreht, sollte ich aber hören das sie ständig da noch rumturnt ziehe ich den "stöpsel" d.h. ich dreh dem Kassettenrecorder den Saft ab. Sollte es gar nicht klappen fällt am nächsten Tag selbstreden die Geschichte aus.
Morgens Theater:
Wer sich nicht für den Kiga anziehen will, geht bei uns im Schlafanzug! (Packe natürlich Sachen in eine Tüte ein ohne es dem Kind zu sagen) Bin aber nur mit Caro bis zu unserer Haustür gekommen, dann war sie so schnell ihn den Klamotten wie nie .
Konsequenz hat nichts mit als böse Stiefmutter aufspielen zu tun. Ich bin oft die böse Mama und das ist manchmal auch gut so . Denn genauso oft hoffentlich öffter (versuch ich zumindest) die liebe Mama zu sein. Die Zeit hat zu schmusen, die Halt gibt, die Aufbaut, die Mut macht, die was schönes mit einem unternimmt, die einen lobt wenn was super gelungen ist ..........
Nur mut. Auch wenn die Aufgabe schwer ist. Unser eins hatte wenigsten 5 Jahre Zeit in die Rolle zu wachsen. Es gibt übrigens ein tolles Buch was ich immer wieder mal zur Hand nehme.(Auch ich steh manchmal ratlos und hilflos vor ihr) "Das Geheimniss glücklicher Kinder" von Steven Bilduph.
Hoffe ich konnte Dich ein bisschen Aufbauen.
Bis dann

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7. September 2004 um 11:38

Klare Regeln
Hallo Sarah,

ich habe auch eine 5jährige Tochter und kann Dir sagen, daß man mit viel Liebe und klaren Regeln super mit den Kindern klar kommt. Mit schimpfen ist da nicht viel gewonnen. Naja, ist schwierig in dieser Form zu erklären.

Viel Glück.
Lini

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8. September 2004 um 12:02

Ohne
...emotionale nähe zwischen euch allen wird es nichts - ich weiß nicht, ob dir das auffällt in deinem posting. der kleine fordert mit seinem stress das ein, was eben fehlt. er braucht zunächst mal seinen vater, der mit ihm menschlich was macht und sich hoffentlich nicht dauernd "freikauft" oder "es" dir überläßt.

wieso böse stiefmutter ? muß frau unbedingt die leibliche mutter sein ? auch dein innerer abstand ist groß. ich habe eher den eindruck ohne sein kind wäre dir die beziehung lieber.......
helfen könnte das jugendamt mit seinem psychologischen dienst-damit nichts ins rutschen kommt.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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10. September 2004 um 9:47
In Antwort auf lilia_12629207

Ohne
...emotionale nähe zwischen euch allen wird es nichts - ich weiß nicht, ob dir das auffällt in deinem posting. der kleine fordert mit seinem stress das ein, was eben fehlt. er braucht zunächst mal seinen vater, der mit ihm menschlich was macht und sich hoffentlich nicht dauernd "freikauft" oder "es" dir überläßt.

wieso böse stiefmutter ? muß frau unbedingt die leibliche mutter sein ? auch dein innerer abstand ist groß. ich habe eher den eindruck ohne sein kind wäre dir die beziehung lieber.......
helfen könnte das jugendamt mit seinem psychologischen dienst-damit nichts ins rutschen kommt.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

@ nemesis
"auch dein innerer abstand ist groß. ich habe eher den eindruck ohne sein kind wäre dir die beziehung lieber......."


als ich meinen freund kennengelernt habe wusste ich dass er einen sohn hat der bei ihm lebt. ich habe mich bewusst für BEIDE entschieden.

ausserdem liebe ich den kleinen abgöttisch.
ich gebe aber zu dass ich angst habe, und zwar davor dass irgendwann der satz "du hast mir gar nichts zu sagen, du bist nicht meine mutter" kommt. oder davor irgendetwas falsch zu machen, dass er irgendwann vor mir steht und mir das sagt.

ich kümmere mich viel um den kleinen und sein papa auch. morgends wird erstmal ne runde gekuschelt, abends auch. wir unternehmen auch viel mit ihm , kochen und basteln mit ihm.
das kannte er alles bei seiner mutter nicht.

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10. September 2004 um 11:15
In Antwort auf hailee_12748319

@ nemesis
"auch dein innerer abstand ist groß. ich habe eher den eindruck ohne sein kind wäre dir die beziehung lieber......."


als ich meinen freund kennengelernt habe wusste ich dass er einen sohn hat der bei ihm lebt. ich habe mich bewusst für BEIDE entschieden.

ausserdem liebe ich den kleinen abgöttisch.
ich gebe aber zu dass ich angst habe, und zwar davor dass irgendwann der satz "du hast mir gar nichts zu sagen, du bist nicht meine mutter" kommt. oder davor irgendetwas falsch zu machen, dass er irgendwann vor mir steht und mir das sagt.

ich kümmere mich viel um den kleinen und sein papa auch. morgends wird erstmal ne runde gekuschelt, abends auch. wir unternehmen auch viel mit ihm , kochen und basteln mit ihm.
das kannte er alles bei seiner mutter nicht.

Frage mich...
...gerade wie man "kuscheln" kann, morgens und sonst wann, wenn der kleine "ja nur ständig terror" macht - mir erscheint das komisch.........wie geht denn das, daß ein völlig genervter vater das noch ehrlichen gefühls zustande bringt ?
schön und gut,ihr macht viel mit dem kind - aber ob es das richtige ist, wenn dauernd erwachsene um ihn sind ?

kinder brauchen kinder, meine ich.

gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

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10. September 2004 um 13:38
In Antwort auf hailee_12748319

@ nemesis
"auch dein innerer abstand ist groß. ich habe eher den eindruck ohne sein kind wäre dir die beziehung lieber......."


als ich meinen freund kennengelernt habe wusste ich dass er einen sohn hat der bei ihm lebt. ich habe mich bewusst für BEIDE entschieden.

ausserdem liebe ich den kleinen abgöttisch.
ich gebe aber zu dass ich angst habe, und zwar davor dass irgendwann der satz "du hast mir gar nichts zu sagen, du bist nicht meine mutter" kommt. oder davor irgendetwas falsch zu machen, dass er irgendwann vor mir steht und mir das sagt.

ich kümmere mich viel um den kleinen und sein papa auch. morgends wird erstmal ne runde gekuschelt, abends auch. wir unternehmen auch viel mit ihm , kochen und basteln mit ihm.
das kannte er alles bei seiner mutter nicht.

Egal was Du tust,
irgendwann wird dieser Satz fallen, warscheinlich in der Pubertät. Sicher das wird hart. Aber das wird eine Phase sein. Genauso wir unsereins sich auf den Satz "Du hast mir gar nichts mehr zu sagen, ich bin jetzt erwachsen und kann tun und lassen was ich will !" einstellen müssen.
Und Fehler machen wir alle. Eine PERFEKTE MUTTER, die immer, aber auch immer und in jeder Situation alle richtig und gut macht, die wird es wohl nie geben. Ob leiblich oder nicht. Wir sind Mütter - keine Engel.
Wichtig ist halt nur das jetzt wo er noch klein ist ihm jemand Halt gibt und zweigt wo Grenzen sind. Und das wird er später gewiss irgendwann mal zu schätzen wissen.

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