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13-jährige spielt verrückt

8. April 2004 um 18:56 Letzte Antwort: 14. April 2004 um 13:50

ich bin vater einer 13-jährigen tochter,
geschieden, und wohne seit 7 jahren 15 km vom
wohnort meiner exfrau entfernt. meine tochter ist fast jedes wochende bei mir. grenzt sich allerdings immer mehr ab, und sitzt lieber stundenlang vor dem computer.
ïn letztetr zeit ruft mich meine exfrau immer öfter weinens und am ende ihrer nerven an, und involviert mich in die streitereien mit unserer tochter.
meine pubertierende tochter lässt sich nichts sagen, akzeptiert keine kritik, hält sich die ohren zu wenn man "vernünftig" mit ihr reden will, schimpft ihre mutter eine ... schlampe,
drecksau, ... und ähnliches, und missachtet sämtliche anweisungen.
neulich hat sie eine schüssel mit karottensalat
auf dem fussboden zertrümmert, den toaster demoliert, das telefon und ihr handy zertrümmert und auf ihre mutter eingeschlagen!
ich bin sehr schockiert und verstehe das nicht,
weil es in unserer familie nie gewalt gegeben
hat und auch keine lauthalsen streitereien mit
obszönen schimpfwörtern. auch wäre ich als kind
nie auf die idee gekommen, meine eigene mutter zu beschimpfen oder gar zu schlagen.
gespräche mit dem lehrer haben nichts gebracht,
(will sich anscheinend nicht zu sehr in familienangelegenheiten einmischen) und zu therapiestunden mit einer psychologien lässt sie sich nicht zwingen und wehrt sich dagegen
mit allen mitteln.
in der schule ist sie total gehemmt, redet kaum
etwas, und wird von fast allen schülern gemobbt. sie ist einzelgängerin und hat nur eine freundin. ihre schulischen leistungen sind jedoch durchschnittlcih bis überdurchschnittlich.

wer kann uns ratschläge geben ?

was sollen wir machen um aus diesem schlamassel rauszukommen ? die mutter ist am
ende der nerven

ist es richtig, mich als vater per telefon in
streitereien einzubeziehen, dessen ursprung ich gar nicht kenne, und mich als zusätzliches
druckmittel zu verwenden ?

Danke für jedes statement, und .... frohe ostern !


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9. April 2004 um 15:31

Ja Billy,
ich meine, deine Ex-Frau braucht deine Hilfe für eure Tochter, aber ganz enorm.
Ihr solltet die ganze Sache gemeinsam angehen.
Es hört sich für mich so an, dass deine Tochter alle Agressionen, die sie in sich trägt (Mobbing in der Schule)an die Person rauslässt, die ihr am nächsten steht, nämlich ihre Mutter.
Ist sehr schwierig, Ratschläge zu erteilen, aber ich denke eine Beratungsstelle ist dringend erforderlich, deine Ex-Frau braucht genauso Hilfe, wie deine Tochter.
Ihr müßt mit ihr gemeinsam reden und gemeinsam zur Beratung gehen.

Hast du denn sonst Kontakt zu deiner Tochter, und wie ist euer Umgang miteinander?

Gabriele

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14. April 2004 um 13:50

Hallo billy31
Ich würde mich an Deiner Stelle nicht in die speziellen Streitereien zwischen deiner Exfrau und deiner Tochter hineinziehen lassen und vor allem auch deiner Exfrau verbieten, Dich als Druckmittel zu verwenden, weil das denen ihr Ding ist, also auch zwischen ihnengeklärt werden muß. Allerdings solltest Du Dich wegen der extremen Ausbrüche schon mit in die Familie einklinken, weil vermutlich einer alleine mit so viel geballter Teenagerenergie gar nicht fertig wird. Eventuell hilft ja ein Krigsrat mit Deiner Exfrau: Die sollte konsequent auf der Einhaltung einiger wenoiger Regeln bestehen und der Tochter in Dingen, die eine 13jährige schon selbst entscheiden kann (und das ist bei genauerem Nachdenken mehr, als sich viele Mutter eingestehen wollen), relativ viel Freiheiten geben. Im äußersten Notfall: Ist es möglich, dass Deine Tochter auch mal unter der Woche bei Dir wohnt? Oder ein anderer Ansatz: Wo liegen denn besondere Talente Deiner Tochter? Ich selbst konnte mich in der Pubertät am Chorsingen, Theaterspielen und Turnen festhalten, was ja einen ziemlich starren Rahmen vorgibt, den aber gerade Pubertierende dringend brauchen, da es sich für sie oft ja so anfühlt, als würden sie selbst auseinanderbrechen, zumindest symbolisch gedacht.
Vielleicht hilft es ihr etwas, wenn ihr außerschulisch die Gelegenheit gegeben wird, ein Talent auszubauen und eventuell der mobbenden Umgebung zu entfliehen und einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen.
Für mich klingen die Ausbrüche Deiner Tochter wie absolut verzweifelte Hilferufe.
Ich könnte Euch ein systemische Familientherapie ans Herz legen, weil da nicht nur nachgeschaut wird, was bei Deiner Tochter eventuell schiefläuft, sondern diue gesamte Umgebung und die Stellungen untereinender durchleuchtet wird. das hilft oft schon so viel, um alte Streitmuster zu durchbrechen und neue Wege im Umgang miteinander zu finden.
Versuche "Deine beiden Frauen" doch nochmals von den Gewinnchancen einer solchen Therapie zu überzeugen. Vielleicht hilft es auch, wenn Du Deiner Tochter ein Hintertürchen gestattest: Sie muß mitkommen, darf sich aber zurückhalten. Normalerweise wird sie sich dann nicht lange still verhalten, sondern auch anfangen, ihre Sichtweise der Probleme darzustellen.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen.

LG

igelbaby

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