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Vater gestorben, wie verarbeite ich am besten meine Trauer?

9. Januar um 20:38

Hallo ihr Lieben,
Ich stelle mich kurz vor, mein Name ist Miriam. Ich bin 27 Jahre jung . Kurzgefasst war das letzte Jahr für mich eine Katastrophe. Ich habe mir etliche Verletzungen zugezogen, hatte einen Unfall mit dem Auto, war zweimal im Krankenhaus , wurde operiert.. es war schrecklich. Auf meiner Arbeitsstelle entwickelt sich auch alles zum Negativen,  hab ich das Gefühl. Na gut, neues Jahr, neues Glück. Dachte ich zumindest..
Silvester hatte ich ein neues Ritual von meinen Freunden kennengelernt. Man schreibe einen Wunsch für das nächste Jahr  auf einen Zettel, zünde ihn an um 24 Uhr , kurz bevor er ganz abgebrannt ist schmeiße man ihn in sein Sekt Glas und er solle in Erfüllung gehen sobald man das Glas vollständig geleert hat . Alles klar... Kurzum , letzten Samstag ist mein Papa verstorben. Also ich denke nicht das ich dieses Ritual jemals wieder wiederholen werde . 
Meine Frage , wie geht man mit einem Trauerfall um  ? Ich erlebe zum ersten mal so eine Situation mit. Mein Papa war die erste Leiche in meinem Leben , die ich zu Gesicht bekommen habe. Es kommt mir in dem einem Moment so surreal vor, in dem nächsten Moment bekomme ich einen Nervenzusammenbruch und kann gar ncht mehr aufhören zu weinen. Und dann ist es als ob er gleich die Tür herein spaziert. Die ganzen Entscheidungen , die jetzt zu treffen sind , lenken meine Mutter und mich noch sehr ab, dass bringt mich zur nächsten Frage, tut Ablenkung jetzt gut ? Oder ist es besser sich mit der Situation auseinander zusetzten ? Ich kenn die Antwort eigentlich schon.. bzw ich kann es mir vorstellen, ein gesundes Gleichgewicht nicht wahr ? Leichter gesagt, als getan . 
Dazu kommt, dass die Beziehung zu meiner Mutter sehr darunter leidet. Die Beziehung zwischen ihr und meinem Vater war Jahre lang nur noch eine Art Lebensgemeinschaft , ohne jede Art von Zärtlichkeit oder Zuneigung. Zu Weihnachten einen kurzen ,,Schmatzer´´ auf den Mund , dass war aber auch das höchste der Gefühle. Heute habe ich herausgefunden, dass mein Vater Antideppressiva genommen hat. Das er unglücklich war mit seiner Beziehung und seinerm Leben konnte jeder Blinde sehen. Sein einzige Stolz , war ich .. seine Tochter . Wirklich, wir waren ein Arsch und eine Seele ( so sagt man es doch umgangssprachlich ? ) 
Ich möchte stark sein , für mich und meine Mutter. Aber mit dem Hintergedanken wie furchtbar und unliebevoll sie meinen Papa die letzten jahre behandelt hat , mindert mein Verständnis , wenn sie anfängt los zu heulen und mich in den Arm nehmen will. Mein Vater hat gelitten , er hat Liebe gesucht. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Mutter umgehen soll! Wenn ich versuche die Situation anzusprechen, kommt sofort eine Kniestoßreaktion von ihr.  
Ich wärer dankbar für jeden Tip den ihr mit geben könnt ! 
Ich hoffe euch bringt das neue Jahr mehr Glück als mir.
Liebe Grüße

10. Januar um 8:28

Die gute Nachricht: es wird besser.
Die schlechte: noch nicht bald. Und es kann schlimmer werder, bevor die "Talfahrt" aufhört.

Lasse die Beziehung deiner Eltern außen vor. Das geht dich nicht wirklich etwas an, ob da Liebe war oder nicht, und wer daran Schuld hatte; urteile nicht über deine Mutter.
Sie braucht dich jetzt, weil auch für sie die Welt zusammengebrochen ist. Gib ihr die Möglichkeit, an deiner Schulter zu weinen. Gerade jetzt hat sie viel mehr Angst, dich zu verlieren, weil du eh "sein Mädchen" warst... Zu zweit ist es leichter, sich zu fassen.

Die Ablenkung tut gut, ja. Wenn du dich auf dein Leben konzentrieren kannst, was vor dir liegt, deine Freunde, später auch eigene Familie. (Noch einmal: bitte lasse deine Mutter noch nicht allein!) Die Erinnerungen werden als Stiche kommen, mal heftiger, mal seltener...

Was du nun machen kannst? Führe "sein Werk" fort! Er lebte für dich, für das, was du jetzt bist, wie du bist, und was du noch werden kannst. Lasse seine Arbeit nicht vergebens sein.
Das ist das Beste, was du für ihn jetzt machen kannst.
Das ist das, was er sich am meisten von dir gewünscht hätte.

Lebe weiter! Auch wenn es manchmal nicht leicht erscheint.
Mit der Zeit wird der Gedanke an ihn sanfter, nicht so schmerzhaft sein...

 

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10. Januar um 13:04
In Antwort auf heva38

Die gute Nachricht: es wird besser.
Die schlechte: noch nicht bald. Und es kann schlimmer werder, bevor die "Talfahrt" aufhört.

Lasse die Beziehung deiner Eltern außen vor. Das geht dich nicht wirklich etwas an, ob da Liebe war oder nicht, und wer daran Schuld hatte; urteile nicht über deine Mutter.
Sie braucht dich jetzt, weil auch für sie die Welt zusammengebrochen ist. Gib ihr die Möglichkeit, an deiner Schulter zu weinen. Gerade jetzt hat sie viel mehr Angst, dich zu verlieren, weil du eh "sein Mädchen" warst... Zu zweit ist es leichter, sich zu fassen.

Die Ablenkung tut gut, ja. Wenn du dich auf dein Leben konzentrieren kannst, was vor dir liegt, deine Freunde, später auch eigene Familie. (Noch einmal: bitte lasse deine Mutter noch nicht allein!) Die Erinnerungen werden als Stiche kommen, mal heftiger, mal seltener...

Was du nun machen kannst? Führe "sein Werk" fort! Er lebte für dich, für das, was du jetzt bist, wie du bist, und was du noch werden kannst. Lasse seine Arbeit nicht vergebens sein.
Das ist das Beste, was du für ihn jetzt machen kannst.
Das ist das, was er sich am meisten von dir gewünscht hätte.

Lebe weiter! Auch wenn es manchmal nicht leicht erscheint.
Mit der Zeit wird der Gedanke an ihn sanfter, nicht so schmerzhaft sein...

 

Danke für deine Antwort .
Ich verstehe was du meinst , ein guter Tip , dass ich die Beziehung ausblenden sollte.
Gut das du das Allein Sein ansprichst , ich hatte heute eventuell vor in meiner Wohnung zu schlafen.  Dann werde ich damit noch etwas warten. 
Deine Worte helfen mir , es stimmt. Ich sollte nach vorner schauen und mein Leben wieder auf die Reihe bekommen..
Achso , könntest du vielleicht die Zeit vorspulen bsi zu dem Punkt wo es dann etwas besser wird ? 

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10. Januar um 13:12

Leider nicht. Aber auch wenn ich solche Fernbedienung hätte (gab's mal ein Film), würde ich das nicht machen.
Nur eines noch: mein Vates ist seit über 20 Jahren verstorben, da war ich 15. Vieles, was du schreibst, kenne ich noch
Inzwischen kommt richtiges "Tief" deswegen nur 1-2 mal im Jahr. Ohne Vorwarnung, einfach so.... Das wird vielleicht auch nie ganz weg sein, schließlich war das so hart damals.

Was ich jetzt bin, kann ich mit gutem Gewissen vertreten.
Und ich hoffe, das er stolz auf mich sein kann

Das ist das, was ich dir auch wünsche!

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10. Januar um 21:41
In Antwort auf heva38

Leider nicht. Aber auch wenn ich solche Fernbedienung hätte (gab's mal ein Film), würde ich das nicht machen.
Nur eines noch: mein Vates ist seit über 20 Jahren verstorben, da war ich 15. Vieles, was du schreibst, kenne ich noch
Inzwischen kommt richtiges "Tief" deswegen nur 1-2 mal im Jahr. Ohne Vorwarnung, einfach so.... Das wird vielleicht auch nie ganz weg sein, schließlich war das so hart damals.

Was ich jetzt bin, kann ich mit gutem Gewissen vertreten.
Und ich hoffe, das er stolz auf mich sein kann

Das ist das, was ich dir auch wünsche!

Hab ich mir auch schon gedacht, dass es nie GANZ weg gehen wird.Er ist nun mal ein Teil von mir und wird es auch immer bleiben.Ich danke dir wirklich, denn es ist tatsächlich das beste was ich jetzt tun kann. An mir arbeiten, sein Werk wieter zu führen und für meine Mutter da sein.Danke <3

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10. Januar um 21:53

Danke für deine Anteilnahme.
Das befürchte ich auch , dass jeden Tag Gedanken an ihn hochkommen.
Wobei.. es ist so schön sich an ihn zu erinnern, wäre da nur nicht dieser unendliche Schmerz . Alles zieht sich in mir zusammen , und dann kommt die große Erkenntnis das ich absolut nichts tun kann um ihn zurück zu holen. Und das ist noch ein viel schlimmerer Schmerz. Witztig das du das sagst, meinn Papa war dann das genaue Gegeneteil zu dienem Vater. Er war sehr prakmatisch , sparsam und hat sich mit wenig zufrieden gegeben. 
Heute war ich das erste mal draußen. Es ist wahnsinn zu sehen und zu erkennen das die Welt sich einfach so weitzer dreht. Alles ist wie immer draußen. Als ob nichts wäre. Es ist für außenstehende vielleicht schwer zu begreifen , aber ich musste erstmal schwer schlucken als ich das begriffen hatte. Der Mensch der mich am meisten geliebt hat, ist tod. Und die Welt tut so als ob nichts wäre, wobei die Welt so wie ich sie kannte zerbricht . 
Ich hoffe so sehr das du recht hast , und der Schmerz mit der Zeit weniger wird.

 Was ? Aber das kannst du dir doch nicht antun lassen! Vor allem weil Kinder alles merken, und ich sage dir aus eigener Erfahrung, ich hätte mir gewünscht das meine Eltern sich getrennt hätten . Beide wären vielleicht noch glücklich geworden, mit Liebe in ihrem Leben. Ich meine , alles ist nichts ohne Liebe . 
Hast du schon mal mit deiner Frau darüber gesprochen? 
Ich wünsche dir und deiner Familie das ihr glücklich werdet . Und dazu ist manchmal denke ich auch eine Trennung eine Option. 

Danke für deine liebevollen Worte 

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27. Januar um 17:39

Mein Beileid erstmal. Es ist jetzt eien echt schwere und harte Zeit. Ich bin 29 Jahre als und meine Mutter verloren als ich 16 war. Ich wusste damals nicht wi mir der Kopd steht oder wa sich denken soll...Mein großer Burder war viel für mich da in der Zeit und auch Freude und Bekannte. Auch die Beziehung zwischen mir und meinem Vater litt sehr darunter. WIr haben uns gestritten uns wussten nicht wie es weiter geht. Als ich älter wurde haben wir geredet, hab ihm mien herz geöffnet. Jetzt haben wir eine super Vater Tochter Beziehung, da ich dann auch ausgezigen bin. 
Aber was ich sagen wollte, es geht immer weiter auch wenn es nicht einfach ist. Das schlimmste was du jetzt machen ist, dich zurück zu ziehen. Trauern ist sehr wichtig das muss man auch, aber verkriech dich nicht. Ich bin nach einer Woche wieder zur Schule gegangen. Denke an die schönen Dinge. Sein Vater wird immer bei dir sein. 
Ich muss heute noch weinen, wenn an sie denke, aber man lernt damit zurecht zu kommen.

Rede mit Freunden und deiner Familie das hilft jede menge, glaub mir...

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